Zehn neue Fahrzeuge für den Katastrophenschutz in der Städteregion

Rettungsdienst : Für den Fall der Fälle bestens gerüstet

Echte Katastrophen passieren realistisch betrachtet nur sehr selten, aber wenn der Fall der Fälle eintrifft, dann gilt es für die Helfer im Katastrophenschutz und Rettungsdienst bestens möglich vorbereitet und gerüstet zu sein.

In der Städteregion Aachen spielt die Vorsorge eine wichtige Rolle – nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis.

Am Montagnachmittag kamen in der Rettungswache in Simmerath rund 60 Führungskräfte aus verschiedenen Fachbereichen und Hilfsorganisation zusammen, um gleich zehn neue Fahrzeuge für den Katastrophenschutz und Rettungsdienst im Gesamtwert von über einer Million Euro zu übernehmen und offiziell in Dienst zu stellen. Die Palette der neuen Fahrzeuge reichte dabei vom einfachen Transportanhänger bis zum speziell ausgestatteten Löschfahrzeug.

In Anwesenheit der beiden städteregionalen Bürgermeister Rudi Bertram (Eschweiler) und Karl-Heinz Hermanns (Simmerath) fand die Übergabe bei herrlichem Sommerwetter auf dem Gelände der Rettungswache Simmerath statt. Städteregionsrat Tim Grüttemeier unterstrich mit seiner Anwesenheit die Bedeutung der Veranstaltung und begrüßte vor Ort Vertreter der Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes, der Johanniter Unfallhilfe, der DLRG, des ADAC und der Bundeswehr sowie ferner die Leitenden Notärzte, die Notfallseelsorger, die CBRN-Fachberater, zuständig für die Abwehr von chemischen, biologischen sowie radiologischen und nuklearen Gefahren, die Leiter der städteregionalen Rettungswachen, die Zugführer, die Mitglieder des Arbeitskreises Rettungsdienst und die Vertreter aus Politik und Verwaltung.

Grüttemeier beleuchtete die neuen Herausforderungen im Rettungswesen, die eine adäquate Ausstattung verlangten. „Die Klima-Extreme nehmen spürbar zu, und es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Hochwasser, der nächste Waldbrand oder der nächste Sturm kommt“, sagte der Städteregionsrat mit Blick auf die zunehmende Vielfalt der denkbaren Szenarien und erinnerte in diesem Zusammenhang beispielsweise an den verheerenden Tornado, der im März in Roetgen enorme Schäden anrichtete.

In der Rettungswache in Simmerath kamen rund 60 Führungskräfte aus verschiedenen Fachbereichen und Hilfsorganisation zusammen, um gleich zehn neue Fahrzeuge für den Katastrophenschutz im Gesamtwert von über einer Million Euro zu übernehmen. Foto: Peter Stollenwerk

Letztlich sei man zwar glücklich davongekommen, weil kein Menschen Schaden erlitten habe, aber die hervorragenden Leistungen der Hilfskräfte seien dabei „alles andere als Glück“ gewesen. Auch bei einem solchen Extremereignis komme es darauf an, dass „schnell, fehlerfrei und hochprofessionell“ reagiert werde. Er habe sich im Falle Roetgen davon überzeugen können, wie hervorragend in der Städteregion die Kooperation zwischen allen beteiligten Organisationen funktioniert habe.

Dieses hohe Leistungsniveau, führte Grüttemeier weiter aus, hänge nicht nur von gut geschulten Menschen sondern auch von der Qualität des eingesetzten Materials ab. „Wenn wir wollen, dass das bestmögliche Hilfsniveau erhalten bleibt, dann müssen wir auch das bestmögliche Material zur Verfügung stellen“, nahm Grüttemeier Bezug auf die anstehende Übergabe der zehn neuen Fahrzeuge. Das Geld für die Beschaffung der neuen Fahrzeuge, die nach einer bestimmten Laufleistung ausgetauscht werden müssten, sei „gut angelegt“. Abschließend sagte Tim Grüttemeier, dass der hohe Einsatz der Rettungsorganisationen in der Städteregion „alles andere als selbstverständlich ist“.

Marlis Cremer, die Leiterin des Amtes für Rettungswesen und Bevölkerungsschutz bei der Städteregion Aachen, betonte, dass die Bevölkerung im Ernstfall erwarte, „dass die Hilfeleistung funktioniert“. Ein echter Katastrophenfall sei nach dem Zweiten Weltkrieg in der Region zwar bislang nicht eingetroffen, was aber nichts daran ändere, dass es einer ständigen Motivation und Weiterbildung der Helfer im Rettungswesen bedürfe.

Nach der Übergabe der Fahrzeuge an die jeweiligen Fachdienste konnten diese Gäste die neuen Errungenschaften noch aus der Nähe betrachten und fachlich bewerten. Zuvor hatte Rita Nagel, die Notfallseelsorgerin der katholischen Kirche, die Einsegnung vorgenommen und für jedes Fahrzeug eine kleine Figur des heiligen Christopherus überreicht.

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