UWG Simmerath ist überzeugt: „Wir gehören in den Gemeinderat“

Mitgliederversammlung : UWG ist überzeugt: „Wir gehören in den Gemeinderat“

In 25 Jahren ihres Bestehens ist die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Simmerath immer agil geblieben. Das wurde bei der Mitgliederversammlung in der Tanzwerkstatt im Industriegebiet in Rollesbroich deutlich.

Die Bilanz, die Vorsitzender Reinhold Köller an den Tag legte, kann als erfolgreich gewertet werden.

Der Großteil der Arbeit habe, wie auch in den Vorjahren, bei der Fraktion gelegen, machte Köller deutlich. Leider lasse die Mitgliederzahl zu wünschen übrig. Im Hinblick auf die Kommunalwahlen 2020 appelliert er an die Bürger, sich bei der UWG zu beteiligen und deren Vorhaben zu unterstützen. „Wir können jede helfende Hand gebrauchen.“ Gleich nach den Sommerferien werde die UWG mit dem Wahlkampf beginnen. „Wir sind überzeugt, dass die UWG auch in Zukunft in den Rat der Gemeinde Simmerath gehört“, sagte er.

Da man nicht an Parteitagsbeschlüsse oder strategische Parteiüberlegungen gebunden sei, sehe man bei jedem Thema ausschließlich die Bürger und das Wohl der Gemeinde im Vordergrund. Dies sei zum Ausdruck gebracht worden, als es um die Abschaffung der Straßenbaubeiträge, um die permanent steigenden Umlagen für die Städteregion Aachen und auch um eine mögliche Verlegung des Bushofes gegangen sei.

Bei den Teilneuwahlen des Vorstandes votierten die Mitglieder einstimmig für die Wiederwahl von Reinhold Köller als Vorsitzenden und Miriam Seibel, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Als Delegierte für die Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Freien und unabhängigen Bürger- und Wählergemeinschaften schickt man Reinhold Köller und Geschäftsführer Helmut Keischgens ins Rennen.

Kritisch, konstruktiv und kontrovers wurde der Tätigkeitsbericht der UWG-Fraktion, von Köller vorgetragen, aufgenommen und zwischendurch auch „scharf“ kommentiert. So beim geplanten Kreisel am Gericht. Was da geplant sei, schreie zum Himmel, da würden Probleme gerade für Lkw schon programmiert. Von umkippenden Fahrzeugen und großen Beschädigungen der Reifen war die Rede.

Köller strich die Arbeit der fünf im Rat vertretenen Personen heraus. 17 Mal sei die Fraktion zusammengekommen, es gab acht Rats- und 37 Ausschusssitzungen. Köller bemängelte den schwachen Besuch bei öffentlichen Sitzungen. Nur bei der Sondersitzung zum Thema „Schließung der Geburtshilfe-Abteilung im Simmerather Krankenhaus“ sei eine große Besucherzahl (rund 200) zugegen gewesen. Die UWG habe das Bürgeransinnen tatkräftig unterstützt. Überhaupt verrichte die UWG konstruktive Oppositionsarbeit. „Ich will hier auch nicht verschweigen, dass wir vielen Anträgen der Verwaltung oder anderer Fraktionen zustimmen, weil dies sachlich gegeben ist.“ Allerdings habe man dem Haushaltsentwurf 2019 die Zustimmung verweigert, da es sich um ein „nicht schlüssiges Konzept“ handele.

Bei dem Projekt „Integriertes Handlungskonzept für den Zentralort Simmerath“ versuche die Mehrheit mit Unterstützung der anderen Parteien, einen Förderantrag bis Herbst 2019 zu erarbeiten. Ein Bestandteil sei die Verlegung des Bushofes. Köller: „Wir halten die bisherige Arbeit von Professor Jahnen für nicht überzeugend.“ Man wolle jedoch konstruktiv in der Lenkungsgruppe mitarbeiten. Keine Zusagen seien auch bei den Abfallentsorgungsgebühren erfolgt, ebenso nicht bei den Abwassergebühren als auch bei der Fremdenverkehrsabgabe. Köller bedauert, dass man nicht damit begonnen habe, gemeindeeigene Dächer für Photovoltaik zu nutzen. Erfreulich sei, dass der von CDU und Grünen gestellte Antrag für ein Marketingkonzept, den die UWG unterstützt habe, zum Tragen gekommen sei.

Zustimmung erfolgte auch zur Erweiterung des ÖPNV für die Dörfer in der Gemeinde. Das sei jedoch nur ein erster Schritt. Dann kam der Vorsitzende auf einige Beschlüsse, zu denen die UWG bereits seit mehr als einem Jahrzehnt Anträge gestellt habe, zu sprechen. Beschlossen worden sei die Errichtung einer Toilettenanlage auf dem Bushofgelände. Für Park-and-Ride-Parkplätze gab es von der UWG grünes Licht. Klären müsse man aber, ob die Stellorte sich dafür eignen und ob es Zuschüsse geben werde.

Stark diskutiert worden sei das Projekt Baugebiet „Hasselfuhr“ und der Kreisverkehr in Lammersdorf. Dafür gab es von der UWG ein Votum, weil dieses Baugebiet den Ortsmittelpunkt abrunde und helfe, die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Wohl fordert die UWG eine Veränderung der Verkehrsführung, um so auch die Geschwindigkeit reduzieren zu können. „Wir denken, dass das jetzt geplante Ergebnis für die gesamte Entwicklung von Lammersdorf als auch für die Gemeinde Simmerath gut ist“, schloss Reinhold Köller seine Bilanz

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