1. Lokales
  2. Eifel
  3. Simmerath

Theatergruppe des Heimatvereins: Zehnte Komödie in Lammersdorf

Theatergruppe des Heimatvereins : Zehnte Komödie in Lammersdorf

Jubiläum für die Bretter, die in Lammersdorf die Welt bedeuten: Dort führt die Theatergruppe des Heimatvereins in diesem Jahr zum zehnten Mal eine Komödie auf, was auch für Regisseur Gerd Skropke durchaus ein Grund zum Feiern ist.

Skropke (66), der beim Publikum auch stets ein gern gesehener Mitspieler bei den Aufführungen ist, und wie seine Laienspielercrew mit Leidenschaft in die entsprechenden Rollen schlüpft, will allerdings keine Sektkorken knallen lassen, wenn am 20. Juni im Pfarrheim mit „Midlife-Express“ die Premiere ansteht.

Theaterspielen hat in Lammersdorf Tradition und ist laut Skropke auch unweigerlich mit Lothar Berger verbunden, der mit den alljährlich aufgeführten Weihnachtsmärchen zwischen 1999 (Schneewittchen) und 2011 (Aschenputtel) ein Markenzeichen setzte. Nachdem sich Berger aus beruflichen Gründen aus der Theaterszene verabschiedete, freut sich Skropke sehr, dass er beim anstehenden Stück wieder mit von der Partie ist.

Gerd Skropke ist seit 2012 Regisseur der Theatergruppe. Die Komödie „Rabatz im Altenheim“ stand da mals an, und als Märchen wurde „König Drosselbart“ gegeben. In beiden Aufführungen spielte Skropke auch mit und eroberte sich mit seiner Rhetorik und Mimik im Handstreich die Sympathien des Publikums. Seit 2015 kümmert sich Skropke ausschließlich um den Bereich der Komödie. Karl-Heinz Hoffman hat ihm zum Jubiläum einige Fragen gestellt.

Hat Ihnen das Theaterspielen schon immer im Blut gelegen? Schließlich waren sie im wirklichen Leben Berufssoldat und dort als „Oberstaber“ im Bereich der Technik tätig.

Gerd Skropke: Meine Frau und meine Familie nennen mich schon immer „den Schauspieler“. Geschichten erzählen und spielen habe ich schon mit meinen Kindern gemacht. Mein Vater war in Berlin Gewandmeister am Hebbel-Theater, und auch zwei meiner älteren Geschwister standen dort in ihrer Jugend auf der Bühne. Als dann 2008 meine Tochter bei dem Märchen Schneewittchen mitspielte, hat mich die Begeisterung für das Theaterspielen gepackt.

Ist man als Regisseur eigentlich manchmal auch Dompteur?

Gerd Skropke: Im Prinzip ja. Nach Durchlesen eines Stückes habe ich eine klare Vorstellung, wer was wie spielen soll. Da kann es auch passieren, dass zwischen Regisseur und Spielern verschiedene Vorstellungen aufeinander prallen. Für alle Vorschläge offen, entscheide ich das jedoch letztlich.

Was macht ein Regisseur in seiner Freizeit?

Gerd Skropke: Das Leben mit meiner Familie genießen, mit meiner Frau schöne Fahrradtouren fahren, viel lesen und auch die Aufführungen anderer Theatergruppen ansehen, um den Horizont zu erweitern.

Bei den Proben fällt die Lockerheit auf, mit der sie und die Schauspielercrew miteinander umgehen.

Gerd Skropke: Das ist mir sehr wichtig. Die Chemie in der Truppe muss stimmen. Wir spielen Komödien, und ich glaube, das funktioniert nur, wenn man auf der Bühne und im Umgang miteinander Spaß bei der Sache hat. Man freut sich auf das gemeinsame Projekt, und es gibt kaum Reibereien. Man muss auch schauen, dass neue Mitglieder in die Gruppe passen. Gott sei Dank haben wir keine großen Nachwuchsprobleme.

Theaterspielen erfordert Leidenschaft, Spaß und Emotion. Was steht bei ihnen im Vordergrund?

Gerd Skropke: Die Zuschauer müssen für die Dauer der Aufführung Teil der Geschichte werden. Bei der Komödie sollen sie sich und ihr Umfeld wiedererkennen und über die kleinen Unstimmigkeiten auch mal lachen können. Beim Märchen ist es mein Ziel, die kleinen Gäste in eine Märchenwelt zu entführen. Wenn man von der Bühne aus in die Gesichter der Kinder während der Aufführung schaut, das ist unglaublich. Da musste ich manchmal mit den Tränen kämpfen.

Hat es sie aufgrund ihres Naturells nie gereizt, im Comedy-Bereich tätig zu werden?

Gerd Skropke: Doch schon, ich hatte da so einige Ideen. Aber ich habe eine tolle Truppe um mich herum, und solange das so ist, bleibe ich in meiner Theater-Heimat.

(ho)