"Rad macht Schule": Schüler steuern die Eifelklinik an

Projekt „Rad macht Schule“ : Schüler steuern die Eifelklinik an

Außergewöhnlich viel Bewegung und Betrieb herrschte jetzt vor der Artemed-Eifelklinik Simmerath, aber es handelte sich weder um einen Patienten- noch um einen Besucheransturm, vielmehr steuerten von allen Seiten junge Leute auf Fahrrädern auf das Krankenhaus zu.

Simmerath war an diesem Tag das Ziel der Aktion „Rad macht Schule“: 130 Schüler von sieben Schulen aus der Städteregion waren als Sternfahrt in Richtung Eifel geradelt. Allerdings waren die Anfahrtsweg von höchst unterschiedlicher Länge.

Freude an Bewegung im Freien, Körperbewusstsein und Teamgeist sowie rücksichtsvoller Umgang miteinander – all das stand im Mittelpunkt der rund 30 Kilometer langen Fahrradtour zur Eifelklinik. „Es hat richtig Spaß gemacht. Und irgendwie ist man auch echt stolz, die Strecke geschafft zu haben“, waren sich die Schüler über diese etwas andere Schulveranstaltung. einig.

„Uns geht es vor allem darum, die Schüler an der Begeisterung für den Radsport teilhaben zu lassen. Hintergrund ist der häufig beklagte Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen, der uns zu der Aktion veranlasst hat. Das gilt natürlich nicht für jeden. Dennoch gibt es sehr viele Kinder und Jugendliche, die frühzeitig von den Folgen des Bewegungsmangels in der zunehmend digitalisierten Welt betroffen sind“, so Chefarzt Dr. med. Andreas Bell. Dass Radfahren nur mit Helm eine sichere Angelegenheit ist, war auch ein Anliegen bei der Radtour, denn als Orthopäde und Unfallchirurg kennt Dr. Bell die Folgen von Stürzen und gravierenden Verletzungen nur allzu gut.

Als passionierter Radsportler hat er die Aktion gemeinsam mit dem Verein RC Zugvogel 09 Aachen auf die Beine gestellt. Seit 2013 ist dieses soziale Projekt in der Städteregion etabliert. Teilnehmer waren die Gesamtschule Aachen-Brand, die Gemeinschaftshauptschule Drimborn, das Goethe-Gymnasium Stolberg, die Gesamtschule Stolberg, die Sekundarschule Simmerath, das Gymnasium Vossenack und die Sekundarschule Kleinhau. Es gab auch jede Menge Unterstützung aus der regionalen Wirtschaft, die das Projekt finanziell sponsert. Pro gefahrenen Kilometer wird ein bestimmter Betrag gesponsert, den sich das Projekt „Rad macht Schule“ und die Artemed-Stiftung teilen.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns betreute die Veranstaltung, die übrigens CO2-neutral organisiert war, indem beispielsweise Einmalgeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet wurde, als Schirmherr. Hermanns lobte bei der Ankunft der Radfahrer die Projektidee, die mit spielerischen Elementen Kindern und Jugendlichen das Radfahren näher bringe.

Nach dem erfolgreichen Auftakt in diesem Jahr überlegen die Ausrichter nun ob es 2020 eine Fortsetzung geben soll.