Projekt: Kinder der ersten Klasse der KGS Simmerath sind Küken-Eltern

Projekt an der KGS Simmerath : Erstklässler nehmen ihre Rolle als Küken-Eltern sehr ernst

Minnie Maus, Blümchen und Darth Vader: Was klingt wie Kindheitshelden, sind frisch geschlüpfte Küken an der Katholischen Grundschule Simmerath. Die Klasse 1b hat 21 Tage lang Eier ausgebrütet.

Die Arbeit hat sich gelohnt, denn jetzt haben 20 Tiere den Weg durch die Schale freigepickt – und damit die Kinder in helle Aufregung versetzt. Da mussten natürlich sofort Namen her.

Darth Vader ist ein schwarzes Küken, dann gibt es noch eins mit einem schwarzen Streifen. Das heißt Zilli, wie das Zebra aus der Fibel. Sichtlich stolz erzählen die 26 Kinder von ihren Erlebnissen der vergangenen Wochen. Dabei sind sie fast so ein aufgeregter Hühnerhaufen wie die vielen kleinen Küken, die in ihrem Käfig im Klassenraum umherlaufen. Leonie hat die Küken als erste gesehen. „Ich war richtig glücklich“, erzählt sie. Die Eier für das Projekt stammen von Anne Huppertz. Sie ist Bäuerin und hat einen Hof, auf dem die Küken aufwachsen werden.

Die Entwicklung der Eier war besonders spannend für die Schüler, in den Tagen der Brutzeit haben die Erstklässler allerhand gelernt. „Als erstes hat man nur einen Punkt gesehen, das war der Embryo“, erklärt Leonie, „dann kamen kleine Äderchen und am zehnten Tag konnte man schon ein kleines Küken sehen, das dann immer größer wurde.“ An besagtem zehnten Tag hatte die Klasse Besuch von Anne Huppertz, wie Klassenlehrerin Eva Hülsken berichtet.

„Sie ist mit ihrer großen Taschenlampe gekommen. Dann haben wir in einem dunklen Raum eine Art Ultraschall gemacht“, sagt sie. Dabei konnten die Kinder schon sehen, in welchen Eiern Küken heranwuchsen – und auch, welche nicht befruchtet waren. Insgesamt 21 Tage haben die Kinder die Eier mithilfe ihrer Klassenlehrerin in einer Brutmaschine ausgebrütet. „Erst haben wir die Brutmaschine auf die richtige Temperatur von 38,2 Grad Celsius erwärmt, das haben wir mit Kartoffeln getestet“, erklärt Hülsken.

Die Klasse 1b hat 21 Tage lang Küken ausgebrütet. Foto: ZVA/Caroline Niehus

Als die Eier dann gebracht wurden, lernten die Kinder schnell, was beim Brüten wichtig ist. Einmal pro Tag müssen die Eier für zehn Minuten gelüftet werden, außerdem werden sie dreimal täglich gedreht. Dazu haben sie auch eine Art Tagebuch geführt. Das Projekt fand im Rahmen der Reihe „Vom Ei zum Küken“ statt, deshalb haben die Kinder währenddessen noch allerhand interessante Informationen rund um Küken erhalten. „Das ist wirklich Sachunterricht zum Anfassen“, freut sich die Klassenlehrerin.

Das erste Treffen haben die Erstklässler in ganz besonderer Erinnerung. „Die waren so süß, wir durften sie sogar kurz auf den Arm nehmen“, sagt Raphael und fügt schnell hinzu: „Man darf sie aber nicht zu fest quetschen, sonst bekommen sie keine Luft mehr.“ Die Kinder sind ganz vernarrt in ihre Küken. „Wenn wir den Finger in den Käfig stecken, knabbern sie daran. Das kitzelt ganz schön“, erzählt Raphael.

Die Klasse hat sogar einen Kükentanz einstudiert, der beim Schulfest am 15. Juni aufgeführt wird. Dabei spielen sie die Entwicklung vom Ei zum Küken nach und dürfen einmal selbst fiepen und picken wie die echten Küken. Die sind im Übrigen nach drei Tagen in der Schule auf den Hof von Anne Huppertz gebracht worden, wo sie jetzt groß werden. Vor oder nach den Sommerferien werden die Kinder sie dort nochmal besuchen. „Dann wollen wir die ganz doll umarmen“, ist sich Julian schon jetzt sicher. Und in gewissem Sinne sind die kleinen flauschigen Wesen dann doch Kindheitshelden. Denn so schnell werden die Erstklässler die Küken wohl nicht wieder vergessen.

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