Neues Sport- und Kulturzentrum beherrschendes Thema

Jahreshauptversammlung des TSV Kesternich : Das große Ziel ganz dicht vor Augen

Vereinsweg heißt er bereits, asphaltiert und geteert wird er noch, und am Ende steht der inzwischen unübersehbare Komplex des Kesternicher Sport- und Kulturzentrums: Das über viele Jahre geplante und hauptsächlich in 2018 realisierte große Projekt des TSV Kesternich und der Dorfgemeinschaftshaus-GmbH auf der Kesternicher Höhe biegt langsam aber sicher auf seine Zielgerade ein. Da war es nicht verwunderlich, dass der Schwerpunkt bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des TSV Kesternich auf diesem Thema lag.

Auf dieser informierten der Hauptvorstand des Vereins und hauptsächlich der 1. Vorsitzende, Ralf Stollenwerk, die rund 40 anwesenden Mitglieder über den Fortschritt, den aktuellen Stand und den geplanten weiteren Verlauf. „Wenn man den Stand von vor einem Jahr, im April 2018 sieht, sowie die Veränderungen zum jetzigen Zeitpunkt, ist oben auf der Baustelle schon sehr viel passiert. Der Kunstrasenplatz ist bereits nutzbar und die Kabinen in der Halle für den Fußballbereich sind ebenfalls bereits freigegeben“, berichtete Stollenwerk.

Zur Verdeutlichung präsentierte er einige Bilder, die die deutliche Entwicklung widerspiegelten. Zwar fehle noch die eine oder andere Kleinigkeit, wie zum Beispiel eine Barriere auf dem Sportplatz, die die Zuschauer vom Sportplatz trennen soll oder die innere Wandverkleidung in der Sporthalle. „Der Boden und die Beleuchtung in der Halle sind aber bereits fertig, sodass die Halle relativ schnell nutzbar sein wird“, erklärte der 1. Vorsitzende. Die Toilettenanlagen sowie die Kabinen in der Halle seien dagegen noch nicht fertiggestellt, dies alles solle aber bis allerspätestens zum Ende der Sommerferien erledigt sein. Stollenwerk bedankte sich in diesem Rahmen bei der Gaststätte Stiel aus Kesternich, bei der man das Mobiliar für die Vereinskneipe („Kaschemme“) günstig erwerben konnte.

Fernwärmeleitung zum Sportzentrum

Etwas stolz war Stollenwerk beim Thema der künftigen Energieversorgung: „Wir haben eine Fernwärmeleitung von einer nahe gelegenen Biogasanlage zum Sportzentrum verlegt. Dies ist ein Novum, soll energetisch günstig und nachhaltig sein sowie Einsparungen bei den laufenden Kosten bringen“, so Stollenwerk. Peter Henn betreibt am nahe gelegenen Ortsrand eine Biogasanlage zur Stromgewinnung. Dort gärt in einem so genannten Fermenter, einem großen runden Turm, der an ein Silo erinnert, ein Gemisch aus Mais, Mist und Gülle. Das entstehende Methangas wird in einen Verbrennungsmotor geleitet, der das Gas in Energie umwandelt.

Auch zum Dorfgemeinschaftshaus, das unmittelbar an die Sporthalle sowie die Kaschemme angebaut ist, verlor Stollenwerk einige Worte: „Noch in dieser Woche wurde der Estrich verlegt. Außerdem sind die Toiletten fast komplett gefliest.“ Es fehle noch der Bodenbelag sowie eine Abhangdecke und die Installation der Sanitäranlagen. Die Mainacht werde aber in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in diesen Räumlichkeiten gefeiert, auch wenn in diesem Jahr letztmals ein Toilettenwagen aufgestellt werde. „Mitte Mai feiert die Freiwillige Feuerwehr dann ihr 112-Jähriges Bestehen. Dann wird erstmals ein Zelt an das Dorfgemeinschaftshaus angebaut und auch die Toiletten sollen bis dahin nutzbar sein“, zeigte Stollenwerk sich optimistisch. In diesem Zusammenhang war es ihm wichtig sich ausdrücklich „bei den beteiligten örtlichen Firmen sowie auch vielen Privatleuten für die große Bereitschaft zur Eigenleistung zu bedanken“. Diese sei in einigen Bereichen wie Elektrik, Trockenbau, Anstrich oder der Bauplanung noch deutlich höher als geplant gewesen. „Eine große Stärke in diesem Projekt war die sehr gute Zusammenarbeit der Dorfgemeinschaftshaus-GmbH mit seinen insgesamt fünf Dorfvereinen sowie dem TSV Kesternich als einem dieser Vereine“, bilanzierte Stollenwerk. Zudem habe während des doch längeren Projektes „keiner der Beteiligten und Verantwortlichen das Schiff verlassen“. Spätestens nach den Sommerferien soll der gesamte Komplex dann vollständig nutzbar und für September sei eine große, gemeinsame Eröffnungsfeier des TSV Kesternich und der Dorfgemeinschaftshaus-GmbH geplant. Doch nach der Begrüßung durch Ralf Stollenwerk, in der er vor allem die anwesenden Ehrenmitglieder des TSV Kesternich hervorhob, und dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder, stand zu Beginn zunächst der Geschäftsbericht, vorgetragen von Geschäftsführer Dieter Henn, auf dem Programm. In diesem berichtete er von den Arbeiten des Hauptvorstandes im Jahr 2018, die vordergründig mit der Vorbereitung, Planung und Realisierung des neuen Sportzentrums in Verbindung standen.

Dank für große Eigenleistung

Er bedankte sich bei den Vorstandsmitgliedern für ihr Engagement, „viele Stunden in die Baustelle investiert zu haben“. Nicht minder bedankte er sich bei allen Helfern aus den Reihen des Vereins, der Dorfvereine und der Bevölkerung, „die ihre Freizeit für den Bau des Sportzentrums eingesetzt haben und das Projekt so vorangetrieben haben“. Stellvertretend nannte er hier Manfred Hoch, dem er gleichzeitig nochmals zum Ehrenamtspreisträger 2018 für Kesternich gratulierte. Hoch war von der Jury des Ortskartells nominiert und Dieter Henn nannte zusammenfassend noch einmal wichtige Stationen des Ehrenamtes- vom langjährigen Jugendbetreuer bis hin zum 2. Vorsitzenden des TSV Kesternich – in mittlerweile schon 60 Jahren.

Auch mit mittlerweile 78 Jahren sei er „handwerklich noch sehr aktiv und zeigt vollen Einsatz für das Dorf“. Die sonst regelmäßigen Vorstandssitzungen seien im Jahr 2018 hauptsächlich durch Treffen an der Baustelle ersetzt worden, erklärte der Geschäftsführer. Weiterhin habe der Vorstand an den Beiratssitzungen des SV Nordeifel, Sitzungen der Dorfgemeinschaftshaus-GmbH sowie an der Jahreshauptversammlung des Gemeindesportbundes teilgenommen.

Die gute Zusammenarbeit bei den Kinderfilmveranstaltungen mit dem Jugendamt der Städtregion Aachen im Sportheim wurde auch in 2018 fortgesetzt. Nach dem Verkauf des Sportheims gab es einen Umzug ins Pfarrheim, bevor die Kinderfilme nach den Sommerferien im neuen Sportzentrum gezeigt werden sollen. Aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens auf der Baustelle habe es in 2018 keine ausführliche Ausgabe der Vereinszeitschrift, dem TSV-Echo, gegeben. „Zur Eröffnung des neuen Sportzentrums in diesem Jahr hoffen wir aber wieder auf ein neues Heft, wobei Helfer hier sehr willkommen sind“, so Henn. Im weiteren Bericht kam Henn noch kurz auf den Verkauf von Werbeflächen im Sportzentrum und im Foyer des Dorfgemeinschaftshauses zu sprechen, die der TSV zurzeit gemeinsam mit der Dorfgemeinschaftshaus-GmbH verkaufe.

Diese Einnahmen seien ein wichtiger Baustein bei der Finanzierung. Die Mitgliederzahl zum Jahresende 2018 betrug 440 (Vorjahr: 441). „Wir konnten den rückläufigen Trend der Mitgliederzahlen seit 2010 (586 Mitglieder) stoppen und hoffen, durch das neue Sportzentrum und die neuen Sportmöglichkeiten ab Sommer wieder mehr Mitglieder für uns gewinnen zu können“, so der Geschäftsführer. Abschließend bedankte er sich noch bei allen Abteilungsvorständen, Betreuern, Trainern und Helfern für die „hervorragende ehrenamtliche Arbeit“ und allen Sponsoren sowie Werbepartnern für die Unterstützung. Er berichtete noch vom Ausflug der Senioren zur Burg Vogelsang am ersten Advent 2018 mit insgesamt 63 Teilnehmern sowie dem Neujahrsempfang des TSV Kesternich, der im Januar 2019 für Betreuer, Trainer, ehrenamtliche Mitglieder des Vereins und Helfer am Sportzentrum erstmals auf der Kesternicher Höhe stattfand.

In einem ausführlichen Kassenbericht berichtete der Kassierer und zweite Vorsitzende des TSV Kesternich, Christian Hürtgen, von den Entwicklungen in den einzelnen Abteilungen sowie der Hauptkasse. Auch hier lag das Hauptaugenmerk auf dem Bau des Sport- und Kulturzentrums, das logischerweise den mit Abstand größten Kostenpunkt darstellte. Zudem habe es in 2018 durch den Verkauf des alten Sportplatzes und des Sportheimes keine Einnahmen durch Bandenwerbung und durch Mieteinnahmen gegeben.

Kostenrahmen wird eingehalten

„Ich kann aber heute mitteilen, dass die geplante Kostenkalkulation aller Voraussicht nach genau getroffen wird, es gibt keine Mehrkosten und der Finanzrahmen wird somit genau eingehalten werden.“ Berthold Wilden und Peter Wagemann berichteten als Kassenprüfer von einer ordnungsgemäßen Kassenführung, bei der alle Belege vollständig waren und es keine Unstimmigkeiten gegeben habe.

Anschließend wurde der gesamte Vorstand auf Antrag der Kassenprüfer einstimmig entlastet. Die folgenden 17 Vereinsehrungen für langjährige Mitgliedschaften durch den Vorsitzenden Ralf Stollenwerk stellten einen besonderen Höhepunkt der diesjährigen Hauptversammlung dar. Ralf Stollenwerk gab gegen Ende der Veranstaltung noch einen kurzen Ausblick auf die bevorstehenden Aktivitäten sowie die Ziele und Maßnahmen für das Jahr 2019. Gemeinsam mit der Dorfgemeinschaftshaus GmbH wird sich der TSV Kesternich an der Ausrichtung des diesjährigen Maifestes beteiligen. Zudem werde man auf der Kirmes im Juni einige Thekendienste übernehmen. Die diesjährige Weihnachtsfeier der Senioren ist für Sonntag, den 1. Dezember, im neuen Sport- und Kulturzentrum geplant. „In diesem Jahr ist es jedoch nach viel Arbeit am Bau und mit Planung an der Zeit, wieder mehr in den Sport und in die Mitgliederpflege zu investieren“, so Stollenwerk.

Zudem müsse man sich jetzt um Werbeeinnahmen im neuen Sportzentrum kümmern und vor allem örtliche Unternehmen generieren, um einen Teil des Kredits zu tilgen. In den folgenden Abteilungsberichten informierten die einzelnen Abteilungsleiter beziehungsweise Betreuer aus den Bereichen Tischtennis, Fußball SV Nordeifel, Alte Herren, Volleyball, Seniorensportgruppe und Lauftreff über die Saisonverläufe beziehungsweise Aktivitäten (separater Bericht folgt). Die Vorstandswahlen verliefen allesamt einstimmig. Christian Hürtgen wurde einstimmig für zwei weitere Jahre als zweiter Vorsitzender gewählt, Dieter Henn für zwei Jahre als Geschäftsführer.

Weiterhin wurde Jochen Stollenwerk für zwei weitere Jahre als 2. Beisitzer gewählt sowie Hubert Keischgens als 3. Beisitzer und Jugendleiter. Peter Wagemann schied nach zwei Jahren als Kassenprüfer aus, während Berthold Wilden noch für ein weiteres Jahr gewählt ist. Als neuer zweiter Kassenprüfer wurde Bernd Mommertz für zwei Jahre gewählt. Karl Arnolds wurde für zwei weitere Jahre als Abteilungsleiter der Volleyball-Abteilung bestätigt und in den Hauptvorstand berufen. Bevor Ralf Stollenwerk die Versammlung nach gut eineinhalb Stunden schloss, wollte er es nicht missen, sich vor allem nochmal bei allen Spendern zu bedanken, die zum Gelingen des Baus des neuen Sportzentrums beigetragen haben.

Mehr von Aachener Nachrichten