Kooperation mit Ortsgruppe und Zertifizierung zur Nationalpark-Kita

Kindertagesstätte in Simmerath : Arche Noah und Eifelverein auf gemeinsamen Wegen

Es dreht sich in diesen Wochen alles um die Natur an der Kindertagesstätte Arche Noah in Simmerath. Aktuell befindet sich die katholische Einrichtung im Herzen von Simmerath im Zertifizierungsprozess zur Nationalpark-Kita, das Außengelände wird derzeit naturnah umgestaltet, und vergangene Woche unterzeichnete man eine Kooperationsvereinbarung mit dem örtlichen Eifelverein, der künftig regelmäßig Kinder, Team und Familien in und durch die heimische Natur führen wird.

Die Kita Arche Noah ist eine viergruppige Einrichtung mitten im Zentrum von Simmerath, wo 75 Kinder im Alter von vier Monaten bis sechs Jahre betreut und gefördert werden. Die Eifelvereins-Ortsgruppe Simmerath ist seit vielen Jahrzehnten eine feste Größe im Bereich Naturerfahrung und Wanderung für die ganze Familie und besitzt viele Ressourcen im Bereich Naturerlebnis. „lm Rahmen des Zertifizierungsprozesses zur Nationalpark-Kita strebten wir daher eine Kooperation mit dem örtlichen Eifelverein an, um Kinder von klein auf mit der heimischen Natur vertraut zu machen“, erläutern die Erzieherinnen Claudia Pistorius und Heike Junker, die an der Schmiedstraße für die Lerninhalte im letzten Kindergartenjahr zuständig sind.

Dabei könne der Eifelverein ein qualitativer Multiplikator sein, um bereits vorhandene Ressourcen in der Kita und in den Familien zum Wohle der Kinder effektiver zu nutzen, sagt Ingrid Schröder, die Leiterin der katholischen Einrichtung, und ergänzt: „Naturerfahrungen können dadurch quantitativ und qualitativ erweitert werden. So kann der Nationalpark Eifel als Lern- und Erlebnisort aktiv genutzt werden. Durch gemeinsame Aktionen von Eifelverein und Kita können die Familien für die Naturerfahrung sensibilisiert und begeistert werden. Die naturnahen Inhalte können einen gesunden und ganzheitlichen Ausgleich zur konsumgeprägten Umwelt im Alltag der Kinder und ihrer Familien in Simmerath beitragen“, so Schröder.

Und Claudia Pistorius ist sicher: „Auch die Eltern und Großeltern werden von den Vorteilen des Nationalparks und dem Angebot des Eifelvereins begeistert sein. So erhoffen wir uns eine nachhaltige und wertschätzende Haltung vieler Menschen zu erwirken, um die Natur und die Wildnis in naher Umgebung über viele Generationen zu schützen und zu erhalten.“

Im entsprechenden Kooperationsvertrag, den die Leitung der Kita und Gunter Neef als Vorsitzende der Ortsgruppe Simmerath unterzeichneten, sind die lnhalte verankert. So soll mindestens einmal im Kalenderjahr eine gemeinsame Wanderung mit den älteren Kindern der Kita im Nationalpark Eifel stattfinden, die von Wanderführern des Eifelvereins Simmerath geleitet und von Erzieherinnen begleitet wird. Einmal jährlich bietet der Eifelverein Simmerath außerdem in Zusammenarbeit mit der Kita eine Familienwanderung in und um Simmerath an, die in der Kita, im Wanderplan des Eifelvereins und öffentlich bekannt gemacht wird.

Die „Pinguinkinder“, die Vorschulkinder der Kita Arche Noah in Simmerath, unternahmen Anfang Mai eine Exkursion in den Nationalpark Eifel in Rurberg. Dazu hatten sie sich mit zwei Wanderführern des Eifelvereins Simmerath verabredet, die ein lehrreiches Programm vorbereitet hatten. Foto: M. Winkel

Wie spannend und lehrreich eine Wanderung mit dem Eifelverein Simmerath sein kann, erlebten kürzlich die „Pinguinkinder“, also die Vorschulkinder der Arche Noah. Zur Exkursion in den Nationalpark Eifel trafen sich die 17 Kinder und ihre Erzieherinnen mit den Wanderführern Fine Bongard und Gunther Neef vom Eifelverein Simmerath in Rurberg. Von dort aus ging es auf eine fast sieben Kilometer lange erlebnisreiche Wanderung auf den Honigberg, immer am Rursee entlang.

Dabei hatten die Kinder besondere Freude an den steilen Aufstiegen und unebenen Pfaden. Zum Ende der kurzweiligen Tour unter dem Motto: „Was blüht denn da am Wegesrand?!“ bekam jedes Kind eine Karte, auf der zwölf blühende Pflanzen abgebildet waren, die es zu suchen galt. Mit großem Eifer waren bald alle Pflanzen gefunden, und zur Belohnung gab es für jedes Kind eine eigene Lupe, bevor der schöne Vormittag am Spielplatz ausklang und alle wieder die Heimfahrt mit dem Bus antraten.

„Es war für uns überhaupt keine Frage, die Kooperation zu unterstützen“, meinte Gunther Neef zu den Beweggründen des Eifelvereins. Die Ortsgruppe Simmerath lege derzeit einen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit, „um schon junge Menschen für die Natur in der unmittelbaren Umgebung zu begeistern“, erläutert der Vorsitzende. Deshalb möchte er die Zusammenarbeit auch nicht als Mitgliederwerbung verstanden wissen.

Die nächste gemeinsame Aktion ist übrigens schon in Planung: Im Herbst soll es eine Enkel-Großeltern-Wanderung in Simmerath und Umgebung geben – ganz getreu dem Motto: Raus in die Natur!

(hes)
Mehr von Aachener Nachrichten