Kleines Leck an einem Schiff der Rurseeschifffahrt

Leck an Schiff auf Rursee : „Kleine Ursache mit großer Wirkung“

Die „Aachen“ wird am Freitagmorgen mit Hilfe von Stahlseilen und Bootshaken in die richtige Position gebracht. Auf dem Eiserbachdamm in Rurberg haben sich auch schon ein paar Schaulustige eingefunden, die gespannt beobachten, wie das Schiff an Land gebracht wird.

Die „Aachen“ muss ein Stück aus dem Wasser gezogen werden, da am Donnerstag bei der morgendlichen Routineinspektion eindringendes Wasser entdeckt wurde. Und der Schlosser braucht trockene Bedingungen, um arbeiten zu können. „In der Bilge, also quasi im Keller des Schiffs, stand eine handbreit Wasser. Das ist nicht viel, aber es gehört da nun mal nicht hin“, sagt Martin Conzelmann von der Rurseeschifffahrt. Der Grund für das eindringende Wasser sei wohl ein kleiner Riss in einer Schweißnaht am linken Bugstrahlruder gewesen. „Eine kleine Ursache mit großer Wirkung“, meint er.

Die Vorbereitungen für diese Maßnahme laufen schon seit dem frühen Morgen. Mit Hilfe eines Gabelstaplers wurde bereits ein circa drei Meter breiter Stahlschlitten auf die Gleise gesetzt, die am Eiserbachdamm in den Rursee führen. Mit einer Winde und Stahlseilen, die mehrere Daumen dick sind, wird er ins Wasser gelassen. Eine Holzplanke verhindert, dass Metall auf Metall gerät, als sich das Schiff vorsichtig auf den Schlitten schiebt. An diesem Tag reicht einer dieser Schlitten aus, um den Bug anzuheben. Wenn das Schiff komplett an Land gezogen wird, kommen derer drei zum Einsatz.

Der Schiffsführer gibt vorsichtig etwas Gas, ein anderer Mitarbeiter der Rurseeschifffahrt gibt Kommandos, zwei Männer ziehen an Stahlseilen, einer bedient die Winde und ein weiterer kontrolliert, ob alles passt.

Der Freitag ist aus Sicht der Rurseeschifffahrt der ideale Tag, um die „Aachen“ zu reparieren. Dann ist nämlich nur ein Schiff auf dem Rursee unterwegs – an diesem Tag also die „Stella Maris“. Sie bietet 490 Passagieren Platz und ist damit das größte Schiff der Rurseeschifffahrt. Die „Aachen“ ist mit 472 Plätzen nicht viel kleiner und mit 44 Jahren auf dem Buckel das älteste Schiff der Flotte.

Es braucht einige Versuche, bis die „Aachen“ in Position ist. Der Bug hebt sich schon ein Stück aus dem Wasser. Die Männer winken hektisch, irgendwas scheint doch noch nicht zu passen, also muss die Aktion wiederholt werden. Als zusätzliche Sicherung bringen die Arbeiter noch weitere Greifzüge an, dann beginnt das Spiel von vorn. Am Ende ragt der Bug der „Aachen“ dann knapp über die Wasserlinie, das reicht aus, um die Schweißnaht zu flicken. Zuvor werden aber noch der Motor und das Getriebe des Bugstrahlruders ausgebaut, dann kann der Schweißer anrücken. Nachdem er seine Arbeit beendet hat, dauert es nicht lange, bis das Schiff wieder auf dem Rursee fährt.

Schon am Samstag soll die „Aachen“ wieder im Einsatz sein und dann bis zum Ende der Saison wie gewohnt zwischen Rurberg und Schwammenauel verkehren. Wenn der Wasserstand es zulässt, wird sie danach wieder an Land gezogen. Dann aber komplett, um alles zu überprüfen und instand zu setzen. „Dann wird sie für die kommende Saison wieder schön gemacht“, sagt Conzelmann.

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