Kapelle hat neues Dach und aufgearbeitete Tür

In Unterharscheidt : Kapelle hat neues Dach und aufgearbeitete Tür

Im Unterharscheidt wurde die Kapelle verschönert, sie erhielt ein neues Dach, und die Tür wurde aufgearbeitet. Für die Nicht-Schmidter: Mit „Unterharscheidt“ ist das Wohngebiet gemeint, das sich im unteren Teil von Schmidt nördlich der Nideggener Straße befindet; hier heißen alle Straßen „Harscheidter Straße“.

Die Menschen, die in diesem schönen Ortsteil wohnen, haben offensichtlich ein Herz für das alte Kapellchen, das ursprünglich aus dem Jahre 1863 stammt. Es wurde im Kriegswinter 1944 bei einem Angriff der Alliierten komplett zerstört und durch Initiative der Harscheidter wieder errichtet.

Im Jahre 1984 stellte man fest, dass der Zahn der Zeit daran genagt hatte, eine Renovierung war notwendig, von außen wurde die Kapelle verklinkert. Auch in Hans Peter Schiffers Buch „Kirchen, Kapellen und Kreuze im Stadtgebiet Nideggen“ findet man eine Abhandlung zu dieser „Wegekapelle“. Schiffer erwähnt das Kreuz außen auf der Kapelle, das von Walter Jung aus Unterharscheidt geschmiedet wurde, außerdem die Statuen der heiligen Maria und des heiligen Josef mit dem Jesuskind, die im Innern auf dem kleinen Altar stehen. Hinzugekommen ist inzwischen eine Muttergottes mit dem Kind, handgeschnitzt von dem kürzlich verstorbenen Hans Deuster.

In diesem Jahr sollte das Kapellchen eine Station der Fronleichnamsprozession sein, da kam der Gedanke, dass man vorher das schadhafte Dach reparieren müsste. Beherzt nahmen sich einige Männer aus Unterharscheidt der Sache an und unternahmen zunächst eine Straßensammlung, wobei schon ein beachtlicher Betrag zusammenkam. Das reichte aber nicht, und bei Schmidter Unternehmern wurde angeklopft, auch hier stieß das Anliegen auf offene Ohren. Schließlich stand das Geld für ein Kupferdach und andere Materialien zur Verfügung; der Malerbetrieb Gartenfeld aus Harscheidt übernahm kostenfrei die Arbeiten an der Eingangstür, das Kupferdach wurde von „Dach und Wand“ aus Vettweiß kostenlos angebracht.

Schließlich übernahm noch ein engagierter Bewohner aus Unterharscheidt die Neuverlegung der Steinstufen zur Kapelle.

Nun hätten eigentlich möglichst viele Menschen das hergerichtete Schmuckstück und den liebevoll gefertigten Blumenschmuck bei der Fronleichnamsprozession sehen sollen, aber da kam ein Starkregen dazwischen, der alles unter Wasser setzte. Nur eine ganz kleine Abordnung fand den Weg zur Kapelle, der eucharistische Segen wurde erteilt. Und später sind schon etliche Spaziergänger vorbeigekommen, die die schlichte, schöne Kapelle betrachten.

(ale)
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