Kalb in Steckenborn gerissen: Kein eindeutiger Hinweis auf den Wolf

Nutztier gerissen : Totes Kalb in Steckenborn gefunden

Ein totes Kalb mit einer großen Wunde wurde am Mittwochmorgen in Steckenborn auf einer Weide in der Nähe der Grundschule gefunden. Anwohner hatten das tote Tier entdeckt und den Besitzer, Stefan Jansen aus Lammesdorf, verständigt.

Der holte das tote Tier ab und kontaktierte den Wolfsberater Hermann Carl. Nachdem ein Wolf in der Nordeifel nachgewiesen wurde, lag der Verdacht für den Landwirt nahe, dass ein Wolf das Tier, das wohl in der Nacht geboren wurde, getötet haben könnte. Es komme zwar vor, dass Kälber tot geboren würden, die seien dann aber nicht so zugerichtet, sagt Jansen.

Der Wolfsberater untersuchte das Kalb und nahm eine DNA-Probe, die an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) geschickt und dann vom Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen untersucht wird. Im Gegensatz zu den toten Schafen, die in den vergangenen Wochen in Mützenich gefunden wurden, konnte der Wolfsberater hier keinen Kehlbiss feststellen, der auf einen Wolf hindeuten könnte. „Das sah bei den Schafen ganz anders aus“, sagt Carl.

Seiner Meinung nach könnte das Kalb tot geboren worden sein. Anschließend könnten sich dann Füchse, Dachse, Wildschweine und auch Vögel über den Kadaver hergemacht haben. „Was da dran war, können vielleicht die DNA-Proben ergeben. Nicht jedes tote Tier wurde von einem Wolf gerissen“, sagt Carl. Mit einem Ergebnis der Proben ist in etwa sechs Wochen zu rechnen.

Eine Übersicht der Nutztierrisse und der Ergebnisse der Untersuchungen ist unter www.wolf.nrw/wolf/de/management/nutztierrisse zu finden.

(ag)
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