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In elf Jugendfußballmannschaften spielen 300 Kinder und Jugendliche

Jugendförderverein FC Eifel 2017 : „Zusammenschluss war wichtig und richtig“

Auf erfolgreiche Arbeit konnte der noch junge Jugendförderverein FC Eifel jetzt bei seiner Mitgliederversammlung in Simmerath zurückblicken. Annähernd 300 junge Fußballerinnen und Fußballer spielen aktuell in den elf Mannschaften des 2017 gegründeten JFV, rund 30 Trainer und Betreuer sorgen für den geregelten Spiel- und Trainingsbetrieb.

„Was hier 2017 begonnen wurde, war richtig und war gut“, sagte Stefan Banzet, der Vorsitzende des TV Konzen, bei der Versammlung im Saal Wilden stellvertretend für die vier Stamm- und Trägervereine der Jugendfußball-Spielgemeinschaft in der Rechtsform eines JFV. Neben dem TV Konzen haben Germania Eicherscheid, Hansa Simmerath und der TuS Lammersdorf vor knapp zwei Jahren den Jugendförderverein gegründet, um im Fußballnachwuchsbereich besser aufgestellt zu sein.

Dieses Vorhaben ist gelungen, auch wenn man in der ersten Saison 2017/2018 noch 13 Mannschaften am Start hatte. Wie Geschäftsführer Klaus Arnolds dazu ausführte, werde es aber immer schwerer, Kinder und Jugendliche für den Fußball im Verein zu begeistern und besonders auch bis in den Seniorenbereich zu führen. Das liege in erster Linie an den vielen anderen Verpflichtungen, die junge Menschen spätestens im B-Jugend-Alter hätten: „Schule, Jobben und Ausbildung, Führerschein, andere Hobbys und Freundin – bei unseren älteren Jugendmannschaften stellt sich die Mannschaft am Wochenende oft selbst auf, weil alle spielen, die überhaupt können“, meinte Arnolds nicht ohne vorsichtige Kritik am Kreisjugendausschuss (KJA), der bei der Staffelbildung nicht immer eine glückliche Hand habe.

So seien im Laufe dieser Saison bereits zehn Mannschaften im A-Jugend-Bereich zurückgezogen worden, darunter sogar jeweils eine in der Leistungsklasse und Sonderliga. „Darauf wird der KJA reagieren müssen, zumal es bei den B-Junioren nicht besser aussieht“, sagte der Jugendgeschäftsführer. Bei den D-Junioren sorgt zusätzlich eine nach Meinung des JFV-Vorstandes zu große Staffel für Probleme. So muss die D1-Jugend (das sind die Jahrgänge 2006 und 2007, also 11- bis 13-Jährige) in den nächsten fünf Wochen sage und schreibe elf Pflichtspiele bestreiten und sogar am Pfingstwochenende ran. „Da darf man sich nicht wundern, wenn das den Kindern und auch ihren Eltern zu viel ist“, so Arnolds.

Als Lösung aus dem Dilemma sieht die sportliche Leitung des JFV Eifel nur kleinere Staffeln und eine noch stärkere Regionalisierung. „Unsere Mannschaft ist bei einem Auswärtsspiel oft vier bis fünf Stunden unterwegs. Am Wochenende macht das ‚nur‘ den Samstag kaputt, aber in der Woche ist das nicht zu machen“, meinte der Trainer eines älteren JFV-Teams. Das sehen übrigens die meisten Vereine nicht anders: „Die meckern immer, wenn sie die Weltreise in die Eifel machen müssen“, ergänzte ein Trainerkollege.

Natürlich gab es bei der Versammlung aber auch viel Positives zu berichten. Zwei Teams des Jugendfördervereins spielen in der laufenden Saison auf höchster Ebene des Kreises, also in der Sonderliga. Während die C-Junioren in den kommenden Wochen den Klassenerhalt in der Qualifikation für die neue Saison sichern wollen, hat die U19 dieses Kunststück bereits ohne die lästige Quali geschafft: Am Tag nach der Mitgliederversammlung erkämpften die Burschen von Patrick Drösch und Frank Thielen im „Endspiel“ um den direkten Klassenerhalt dann nach 0:2-Rückstand noch ein 2:2 gegen Verlautenheide und sollen dem Vernehmen nach anschließend die Nacht zum Tage gemacht haben…

Auch die Trainer der übrigen Mannschaften zeigten sich meist zufrieden mit dem Verlauf der Saison. Die B-Jugend schaffte den Aufstieg in die Leistungsklasse und liegt hier aktuell auf dem 8. Platz. Jeweils zwei Jahrgangsmannschaften bietet der FC Eifel bei den D-, E- und F-Junioren auf, so dass hier in den nächsten Jahren viel Quantität und Qualität nachkommt. Als „Bombenjahrgang“ bezeichnete Trainer Daniel Breuer die ältesten Bambini des Jahrgangs 2012, die sechs von sieben Turnieren gewonnen haben und nächstes Jahr als F2 an den Start gehen. Insgesamt jagen im Bambini-Bereich des JFV über 40 Kids dem Leder hinterher – „das ist das Erbe der guten Arbeit von Guido Retz“, lobte Breuer.

Ein weiteres Erfolgskapitel schreibt schließlich auch der Mädchenfußball im JFV. Neben den B-Juniorinnen in der Bezirksliga spielt seit März auch wieder eine D-Juniorinnenmannschaft erfolgreich in der Meisterschaft mit und hat im Kreispokal sogar das Halbfinale erreicht, in dem man am Mittwoch (8. Mai) in Konzen auf Alemannia Aachen trifft.

Die Fäden für all diese sportlichen Leistungen hält der vierköpfige Vorstand in der Hand, der folgerichtig von der Versammlung einstimmig wiedergewählt wurde und künftig von einem zehnköpfigen Beisitzerteam unterstützt wird (s. Box). Vor der Wahl hatte Klaus Schneider für die Kassenprüfer der Kassiererin und dem Vorstand einwandfreie Arbeit attestiert und hatte die Versammlung die Vereinsführung einstimmig entlastet. Diana Johnen und der Vorstand haben seit der Vereinsgründung 2017 gut gewirtschaftet, aktuell verfügt der JFV über ein fast fünfstelliges Guthaben. Nächstes Jahr werden Diana Arnolds und Olaf Jagdfeld die Kasse prüfen.

Neben der Arbeit in den Jugendmannschaften gehörten ein Hallen- und ein Sommerturnier, die Ausrichtung der Kreispokalendspiele, eine gesellige Betreuerwanderung sowie die Anschaffung von Trainingsbällen und Trainingsanzügen zu den Aktivitäten des jungen Vereins. Im laufenden Jahr stehen als Termine unter anderem der Tag des Mädchenfußballs für alle Schulen am 2. Juli in Konzen sowie das große Sommer- und Vorbereitungsturnier vom 30. August bis 1. September in Lammersdorf auf dem Programm.

(hes)