Generationsgenossenschaft Eifel will in der Nordeifel aktiv werden

Auftaktveranstaltung in Simmerath : Eigenständiges Leben im Alter erhalten

Was macht man als älterer Mensch, der noch in den eigenen vier Wänden wohnt, wenn plötzlich der Wasserhahn tropft, man kein Auto hat, aber zum Arzt oder Einkaufen müsste, oder die Ausfüllung amtlicher Formulare ansteht?

Die Lösung dieser und anderer Probleme wurde jetzt im Sitzungssaal des Simmerather Rathauses mit dem Angebot der Generationsgenossenschaft Eifel vorgestellt. Die „GenoEifel eG“ mit Sitz in Kall, deren Tätigkeitsfeld bisher in der südlichen Eifel lag, möchte ihre Hilfeleistungen auch in der hiesigen Region anbieten. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns hatte zu der Informationsveranstaltung eingeladen, um zu sondieren, ob für das Tätigkeitsfeld von GenoEifel auch in unserer Region Bedarf besteht. Das dürfte nach dem eindeutigen Tenor der Besucher aus Simmerath, Monschau und Roetgen der Fall sein. Hermanns will daher nach Rücksprache mit den Bürgermeistern der anderen beiden Kommunen alsbald eine größere gemeinsame Info-Veranstaltung durchführen, „um Schwung in diese Sache zu bekommen."

Wer sich vorab schon einmal über die generationsübergreifende Hilfeeinrichtung informieren möchte, kann dies auf dem Frühlingsfest von GenoEifel am 23. März (14.30 Uhr) im Haus der Begegnung im Kaller Rathaus in Angriff nehmen. Hier besteht bei Kaffee und Kuchen Gelegenheit zum Kennenlernen und gemeinsamen Meinungsaustausch. Wissbegierige erhalten zudem Informationen auf der Internetseite der Einrichtung: www.GenoEifel.de.

Corinne Rasky und Malte Duisberg von GenoEifel schilderten in Simmerath anschaulich über die Ziele und Aufgaben der Genossenschaft, die als „Hilfe-Helfer-Plattform", die mit dazu beitragen will, das selbständige Leben in den eigenen vier Wänden für ältere Menschen zu erhalten. Wie Rasky erläuterte, sei man derzeit in Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Mechernich, Nettersheim und Schleiden aktiv und wolle nun auch die Hilfeleistungen in Simmerath, Monschau, Roetgen, Nideggen, Hürtgenwald und Heimbach anbieten. Hierzu wurde von Bürgermeister Hermanns als Ergänzung zu dem bestehenden Büro in Kall eine Anlaufstelle in dieser Region, beispielsweise in Simmerath, angeregt.

Wie Malte Duisberg erläuterte, gehören zum Aufgabengebiet der Genossenschaft beispielsweise Einkaufshilfen, gegenseitige Besuche, Mitfahrgelegenheiten und Hilfen im Haushalt. Ferner handelt es sich bei der Einrichtung um ein Leitprojekt der Leader-Region Eifel, das mit Mitteln des Landes und der EU gefördert wird. Duisberg stellte klar, dass der Anteil der Menschen über 65 Jahren in den Eifeldörfern in den kommenden Jahren zunehmen werde. Dabei stelle die ländliche Struktur besondere Herausforderungen.

Im Mittelpunkt der angebotenen Seniorenselbsthilfe stehe die Vermittlung zwischen helfenden und hilfsbedürftigen Senioren, wobei man nicht in Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen oder Institutionen treten möchte. „Wir sehen uns als ergänzende Einrichtung, die die Bereiche abdeckt, die seitens der bestehenden Einrichtungen nicht erbracht werden können." Die GenoEifel übernimmt dabei in vermittelnder Position den Zusammenschluss von Menschen, die sich gegenseitig in einem verbindlich organisierten Rahmen unterstützen möchten.

Der Mitgliedsbeitrag in der Genossenschaft beträgt 40 Euro im Jahr (Jugendliche und junge Erwachsene 12 Euro). Allerdings muss auch ein Genossenschaftsanteil (50 Euro) erworben werden. Für ihre Hilfseinsätze erhalten die Mitglieder ferner eine angemessene Vergütung (6 Euro) oder Gutschrift. Der Hilfesuchende zahlt 9 Euro. Darüber hinaus sind laut Corinne Rasky alle Helfer unfall- und haftpflichtversichert. „Im Mittelpunkt bei uns steht die Vermittlung zwischen helfenden und hilfsbedürftigen Senioren, also Leistungserbringern und Leistungsempfänger."

GenoEifel im Netz

(ani)
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