Feuerwehr, THW und Rettungsdienst simulieren Verkehrsunfall

Probeeinsatz : Rettungskräfte üben für den Ernstfall

Rund 50 Einsatzkräfte haben im Rahmen der Gemeindeübung der Feuerwehr Simmerath den Ernstfall geprobt. Daran nahmen auch der Malteser-Rettungsdienst und der Ortsverband Simmerath des Technischen Hilfswerks (THW) teil.

Die Leiter der Gruppen und zahlreiche Helfer waren ab etwa 18 Uhr in der Walter-Bachmann-Straße zugange. Das Szenario sollte möglichst realistisch aussehen. Ein Lkw hatte in einer Kurve einen Van frontal getroffen, und ein weiteres Auto mit vier Insassen war von der Straße abgekommen und befand sich im Graben in schräger Lage.

Gegen 19 Uhr wurde der Notruf mit den ersten Infos abgesetzt. Die Rettungsleitstelle schickte sofort mehrere Rettungsfahrzeuge auf den Weg. Als erstes traf ein Fahrzeug der Simmerather Feuerwehr am Unfallort hinter der Sekundarschule ein. Die Einsatzkräfte verschafften sich einen ersten Überblick, forderten Verstärkung an und starteten direkt die Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Es folgten zwei Rettungswagen und ein Notarztfahrzeug. Kurz darauf traf auch das THW mit zwei Fahrzeugen an der Unfallstelle ein, um die anderen Einsatzkräfte tatkräftig zu unterstützen. Das Szenario wurde realistisch gestaltet, indem die Patientendarsteller professionell mit Kunstblut geschminkt wurden und eine Einweisung erhielten, welche Verletzungen sie simulieren sollten. Außerdem sollten sie mit starken Emotionen reagieren, so dass sich zwischen die Töne der Martinshörner auch Schreie der Verletzten mischten. Der Darsteller des Lkw-Fahrers sollte die Rettungskräfte zusätzlich herausfordern, in dem er simulierte, weder Deutsch noch Englisch sprechen zu können.

In dem blauen Kleinwagen, der von der Straße abgekommen war, saßen zum Zeitpunkt der Kollision vier Personen, darunter auch eine schwangere Frau. Sie wurden zum Teil eingeklemmt und mussten von den Einsatzkräften mit schwerem Gerät herausgeschnitten werden. Die Verletzten wurden nach und nach aus den Autos befreit und zur Erstversorgung an die Rettungssanitäter übergeben.  Eine Herausforderung war es, den letzten im Auto verbliebenen Verletzten zu befreien, ohne seinen Rücken zu strapazieren, da er über Schmerzen im Wirbelsäulenbereich klagte. So wurde zunächst das Dach des Wagens komplett entfernt und dem Patient ein stabilisierendes Korsett angelegt. Anschließend wurde an diesem System ein Seilzug befestigt, und der Patient konnte aus dem Auto gehoben werden. Die Dämmerung hatte schon eingesetzt, als schließlich alle Verletzten in den Rettungswagen und dem aufgebauten Feldzelt versorgt werden konnten.

Doch die Rettungskräfte proben bei solchen Übungen, die in Simmerath jährlich stattfinden, nicht nur das Einleiten von Sofortmaßnahmen, sondern auch die interne Abstimmung, etwa zwischen Rettungsdiensten und Feuerwehr. Schließlich soll im Ernstfall jeder Handgriff sitzen.

Nach der Gemeindeübung zogen die Führungskräfte, die als Beobachter fungierten, eine erste Bilanz. Es gab den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag. Besonders betont wurde aber die gute Zusammenarbeit. Diese sei in den vergangenen Jahren durch die häufigen gemeinsamen Übungen immer besser geworden.

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