Eine römische Wasserleitung wird im BGZ Simmerath restauriert

Acht Teilstücke, über 1800 Jahre alt : Eine römische Wasserleitung wird im BGZ restauriert

Pro Stück wiegen sie mehrere Tonnen und stellten für die Auszubildenden im dritten Lehrjahr im Simmerather Bildungszentrum BGZ der Handwerkskammer Aachen ohne Zweifel eine echte Herausforderung dar.

Die Rede ist von acht Teilstücken einer römischen Wasserleitung, auf die man in Hürth gestoßen ist und die nun im BGZ restauriert werden sollen. Laut Ausbildungsmeister Marcel Fink ein spannendes Projekt, mit dem man Ende Mai auf dem BGZ-Gelände loslegen will. Die Teilstücke der Wasserleitung waren erst vor einigen Tagen nach Simmerath transportiert worden.

In der Nähe von Hürth war die römische Wasserleitung bei Straßenbauarbeiten zum Vorschein gekommen, wie Wilhelm Grafen, Geschäftsführer für die Bildungszentren der Handwerkskammer erläuterte. Die über 1800 Jahre alte Leitung führte laut Restaurator Thomas Sieverding von Mechernich aus über 95 Kilometer nach Köln, womit bewiesen ist, dass schon die Römer Eifeler Wasser schätzten.

Rund fünf Jahre baute man an diesem Projekt, und hiernach floss über 90 Jahre lang Eifelwasser mit zweiprozentigem Gefälle Richtung des rheinischen Colonia. Im Originalzustand war die Wasserleitung im Übrigen überwölbt. Von den Überwölbungen wurde jedoch laut Sieverding nichts mehr gefunden, so dass diese nun im Rahmen der Restaurierung neu hergestellt werden müssen. Restaurator Sieverding erklärte weiter, dass man die Teilstücke in drei Meter Tiefe ausgegraben habe und schilderte ausführlich, wie die alten Römer die Leitung bauten und welche Materialien sie verwendeten.

So wird sie einmal nach der Restaurierung aussehen: Die römische Wasserleitung mit Gewölbe. Foto: Anissa Hoffmann

Teilstücke der Leitung befinden sich momentan in Bayern, Neuss und nun auch in Simmerath. Dort werden sie nun im Rahmen der überbetrieblichen Unterweisung von den Auszubildenden unter Anleitung ihrer Ausbilder sowie in Kooperation mit einem Archäologen und Restaurator restauriert.

Interessierte Schulklassen können sich übrigens zwecks Besichtigung mit der Handwerkskammer in Verbindung setzen. Eines dieser Teilstücke soll nach den erfolgten Arbeiten im BGZ verbleiben und damit als historisches Bauelement für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Auf dem neuen Internatsgelände soll es dann seinen Platz finden.

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