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„Die Euregio liest“ in Simmerath

„Das geheime Leben des Monsieur Pick“

Die Gemeindebücherei Simmerath und ihre Umgebung bildeten den passenden Rahmen für die französisch-deutsche Lesung mit David Foenkinos, der anschließend noch viele seiner Bücher signieren musste. Die Handlung seines Romans „Das Geheimnis des Monsieur Pick“ könnte man sich auch in der Eifel vorstellen. FOTO: Pepe Fabelje

Simmerath Autor David Foenkinos las seinen neuen Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ in der Gemeindebücherei Simmerath.

Eine kleine Bibliothek in einer mittelgroßen Gemeinde mitten in einer malerischen Landschaft mit rauem Charme; das scheinen neben einer als spannendes Rätsel aufgebauten Handlung die Garanten für einen bestsellerverdächtigen Roman zu sein. Auch wenn dessen Autor David Foenkinos diesen in der Bretagne angesiedelt hat, boten die Gemeindebücherei Simmerath und ihre Umgebung für eine Lesung aus „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ einen adäquaten Vergleichsstandort in der Eifel, zwar ohne Meer, dafür mit Schnee.

Die Kulisse war also perfekt, noch dazu, weil es sowohl im bretonischen Crozon als auch in Simmerath einen Pizzabäcker gibt, der im Rahmen dieser außergewöhnlichen Veranstaltung, die einen kleinen Beitrag zur europäischen Idee leistete, eine entscheidende Rolle spielte. Dem französischen wurde ein bedeutendes Romanmanuskript angedichtet, der Eifeler Pizzaiolo steuerte delikate Pizzahäppchen bei. So gelang die Einstimmung auf die französisch-deutsche Begegnung von über vierzig Besucherinnen und Besuchern mit dem französischen Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur David Foenkinos und dem Übersetzerseines Buchs Christian Kolb.

Von einer Begegnung zu sprechen, trifft den Kern der Sache tatsächlich eher. Statt einer Lesung im klassischen Sinne wurde vielmehr ein Spaziergang durch den Schreibbetrieb über Ländergrenzen hinweg präsentiert sowie ein Autorenleben, dessen beruflicher Erfolg keineswegs in die Wiege gelegt war. Foenkinos kam im Alter von sechzehn Jahren während eines langen Krankenhausaufenthalts aus Langeweile zum Schreiben; und zwar indem er zunächst Liebesbriefe verfasste. Er war oft verliebt, seine Leidenschaft wurde aber nur selten erwidert. Was damals schmerzlich war, bezeichnet er heute als Glück, denn sonst, so vermutet er, wäre er nicht zum ernstzunehmenden Autor herangereift.

Genau das ist ihm in den letzten dreißig Jahren gelungen, sieht man auf die lange Liste seiner Bibliografie und die adaptierten Filme dazu. Aktuell ist also das Geheimnis um Henri Pick in aller Munde, dessen Verfilmung gerade in den deutschen Kinos angelaufen ist. An der Verbreitung seiner Romane in Deutschland hat Christian Kolb großen Anteil. Foenkinos bezeichnet ihn als „seinen“ Übersetzer, dem er uneingeschränktes Vertrauen entgegenbringt.

Sehr sympathisch, kompetent und souverän hielt Ina Engelhardt die französischdeutschen Moderationsfäden in der Hand, was den Mut und die Begeisterung des Publikums bestärkte, in beiden Sprachen Fragen zu stellen und interessante Einblicke ins Literaturambiente und -geschäft zu erhalten. Die junge Frau absolviert zurzeit ein Praktikum beim Verein „Euregiokultur e.V.“ in Lüttich, der im Rahmen des grenzüberschreitenden Literatur-Projekts „Die Euregio liest“ dankenswerterweise diesen literarischen Austausch in der Eifel möglich machte.

Über weitere Termine der nominierten Autoren informiert die Internetseite www.euregio-lit.eu.

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