Antrittsbesuch des Städteregionsrates in Simmerath

Antrittsbesuch des Städteregionsrates : Regio-Tram-Süd soll in Machbarkeitsstudie einfließen

Beim offiziellen Besuch des neuen Städteregionsrates Dr. Tim Grüttemeier im Simmerather Rathaus erklangen zwar keine Fanfaren, aber die Äußerungen von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns signalisierten eine überaus freundliche Willkommenskultur.

Nach Gesprächen mit den Fraktionsvorsitzenden und den leitenden Mitarbeitern der Gemeinde stand im Sitzungssaal ein Pressegespräch an, bei dem Grüttemeier auch den Ausbau einer Schieneninfrastruktur für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zwischen der Eifel und der Aachener City ansprach.

„Regio-Tram“ heißt diese Mobilitätsalternative, die bisher nur für den Nordraum der Städteregion als Antwort auf die 66.000 Pendlerbewegungen zwischen den dortigen Kommunen und Aachen als zukunftsweisendes und emissionsfreies Verkehrsmittel angedacht war. Dass an dieses Projekt nun die drei Eifelkommunen mit der „Regio-Tram Süd“ angebunden werden sollen, beruht auf einem Vorstoß von Simmeraths Bürgermeister Hermanns, der betonte, dass seine Anregung mit den Bürgermeistern der Nachbarkommunen (Margareta Ritter und Jorma Klauss) abgesprochen wurde.

Grüttemeier sprach hierzu aufgrund der Eifeler Topografie von baulich schwierigen Verhältnissen und hielt fest: „Das ist natürlich technisch und finanziell ein ambitioniertes Projekt.“ Allerdings könnten, was die Herausforderungen der Mobilität angeht, nicht nur Fakten im Norden der Städteregion geschaffen werden. Das Thema „Süd-Tram“ soll nun in eine Machbarkeitsstudie einfließen, „und, um das klar zu stellen, wir reden dabei ausschließlich von Personenverkehr und nicht von Güterverkehr“, so Grüttemeier.

Natürlich muss sich ein neuer Städteregionsrat auch mit dem Endlosthema bezüglich des Ausbaus der B 258 von/nach Aachen beschäftigen. Hierzu stellte Grüttemeier im Zusammenhang mit dem ÖPNV fest: „Es kann nicht sein, dass ein Schnellbus aus der Eifel ab Stadtgrenze Aachen zum normalen Linienbus wird und an jeder Haltestelle hält. Darüber müssen wir sprechen.“

Grüttemeier kam auch auf das im September beschlossene gemeinsame Gewerbeflächenkonzept von Simmerath, Monschau und Roetgen zu sprechen. Im Zusammenhang mit dem neu aufzustellenden Regionalplan wurde beschlossen, dass das Gewerbegebiet Simmerath-Kesternich derzeit als das einzige mittelfristig zu entwickelnde Gewerbegebiet von überörtlicher Bedeutung im Eifelraum für die drei Kommunen angesehen wird. Darüber hinaus wurde langfristig (2025) für Monschau das Gewerbegebiet „Am Gericht“ als Entwicklungsoption in den Regionalplan aufgenommen.

Beim Antrittsbesuch war weiter die Städteregionsumlage ein Thema. Hier stehe man in einem offenen Dialog. Bürgermeister Hermanns hob unabhängig hiervon die gute Zusammenarbeit mit der Städteregion hervor; „auch wenn wir schon einmal unterschiedliche Meinungen haben“.

Zum Abschluss gab es für den Gast aus Aachen noch ein Geschenk, wozu Hermanns augenzwinkernd erläuterte: „Im Grunde sind es zwei Geschenke, die sich allerdings beide im Zusammenhang mit der Finanzsituation der Gemeinde im einstelligen Eurobereich bewegen – Umsatzsteuer eingeschlossen.“ Der Städteregionsrat erhielt ein Rursee-Käppchen und einen kleinen Eifeler Bildband, bevor er sich ins Goldene Buch der Gemeinde Simmerath eintrug.

(ho)
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