Seniorenkarneval in Schmidt

Seniorenkarneval in Schmidt : Vergnüglicher Nachmittag von den jungen Tänzern bis zum Herrengedeck

Karneval für Senioren – das ist in Schmidt keine Nebensache. Am Sonntag war der Saal des Schützenhofs bis auf den letzten Platz gefüllt; das Spitzenprogramm für null Euro Eintritt wollte sich keiner entgehen lassen.

Und auch nicht den Kaffee und die herrliche Kuchenauswahl. Immer wieder legen sich die KG „Schmedter Grieläächer“ und der Pfarreirat mit bemerkenswerter Energie ins Zeug, wenn es um die Organisation der Seniorensitzung geht. Und in Schmidt sagt sicher kein/e Hobbybäcker/in nein, wenn man um selbst gebackenen Kuchen nachfragt. So gab es auch diesmal wieder einen vergnüglichen Nachmittag mit angenehmer Kaffeepause.

Die Moderatoren Kämmen und Florian wurden erneut ihrem Ruf gerecht, viel zu quasseln und mit Humor und treffsicheren Pointen die einzelnen Akteure anzusagen. Viele hatten sich verkleidet, oft sah man „Rut-Wieß“, wie es sich Prinz Ronny I. gewünscht hatte. Bei den Auftritten der jungen Talente aus den Reihen der KG sah man, welche Früchte die Nachwuchsarbeit mit den eigenen Trainerinnen trägt: Die Minis, die Jugend- und die Juniorengarde legten flotte Tänze aufs Parkett, schöne Darbietungen mit Freude und Schwung. Eine Überraschung gelang der Theatergruppe des TuS Schmidt: Eine rabiate Schwester (Helga Nideggen) besorgte bei acht Insassen einer „Einrichtung“ die abendliche Pflege im Schnelldurchgang – ohne Worte, alle reagierten auf ihre Trillerpfeife!

Und das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr heraus. Die „Rurseemösche“, eine sechsköpfige Gesangsgruppe, hatten bekannte Stimmungslieder im Gepäck, die begeistert mitgesungen wurden, wie beispielsweise „Heidewitzka“ und „Rut on Wieß“. Nach der Kaffeepause, die auch zu angeregten Gesprächen genutzt wurde, war es „Hape“ aus Geilenkirchen, der mit guter Stimme und seiner Trompete den Saal zum Schunkeln brachte. Er verneigte sich besonders vor der ältesten Besucherin, der 99-jährigen Elisabeth Roeb.

Ein tänzerischer Höhepunkt war der Auftritt des Tanzpaars der KG: „Wirbelwind mal zwei“ könnte man Alina Braun und Franzi Jansen nennen, sie boten eine tolle Darbietung, eine Charme-Offensive nach eigenen Ideen, musikalisch und gelenkig, mit turnerischen Einlagen und perfekt synchron. Ruhig wurde es im Saal, als eine nette alte Dame, schrullig gekleidet, zur Bühne schritt: Rosemarie. Sie hatte sich mit ihrem Jugendfreund verabredet, denn ihr Gatte war zum „Ferkesmaat in Hillesheim“. Dann tauchte Hans auf, ihr Verehrer. Er sang „Rosemarie, sieben Jahre mein Herz nach dir schrie“. Sie tanzten „Backaback“ (Übersetzung für die Nichtschmidter: Wange an Wange), doch dann erschien unerwartet der Gatte. Hektisch wurde der Liebhaber unter einem Gewand versteckt. Die Pointe lieferte dann der Ehemann, und das Publikum war hingerissen. Es gab viel Applaus für Monika Krings, Maria Schlepütz und Brigitte Stollenwerk.

„Von den Damen umjubelt, von den Herren beneidet“ – so wurde das „Herrengedeck“ angekündigt. Tatsächlich wurde der Tanz der 13 schönen Männer ein echtes Highlight: Mit arabischen, russischen und vor allem schottischen Elementen glänzten sie, exakt, flott und konditionsstark. Man konnte die Begeisterung über diesen Klasseauftritt nur noch steigern mit einem Dudelsackpfeifer und seinen gekonnten Vorträgen. Die Überraschung gelang und war so umwerfend, dass Freudentränen verdrückt wurden. Als „Highland Cathedral“ erklang – bei uns besser bekannt als „Du bess die Stadt“ – , gab’s kein Halten. Heinz Lenzen, der „Piper“ aus Höfen, und das Herrengedeck wurden mit der vierfachen Rakete belohnt. Den Abschluss der Seniorensitzung bildete „No Limits“ mit einem Showtanz auf hohem Niveau, temporeich und temperamentvoll.

(ale)
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