Schönheitskur für die Stella Maris

Fahrgastschiff auf dem Trockenen : Eine Schönheitskur für die Stella Maris

Für zwei Wochen liegt das größte Fahrgastschiff der Rurseeschifffahrt in Schwammenauel auf dem Trockenen.

Noch vor gut zwei Wochen genossen die Fahrgäste der Rurseeschifffahrt bei nahezu sommerlichen Temperaturen die herrliche Eifellandschaft; jetzt hat sich vorwinterliche Tristesse breitgemacht, und still ruht der See. Für die Mannschaft der Rurseeschiffahrt aber hat sich dennoch nicht viel geändert. Auch wenn am 28. Oktober die Saison offiziell endete, geht die Arbeit weiter, allerdings nicht auf dem Wasser, sondern vorwiegend an Land.

Die Herbst- und Wintermonate sind stets die Zeit, um den vier Schiffen auf Rursee und Obersee neuen Glanz zu verleihen. Um diese Arbeit auch gewissenhaft und umfassend erledigen zu können, müssen die Schiffe das Wasser verlassen und aufs Trockene gezogen werden. Alle fünf Jahre ist das der Fall, und in diesem Jahr ist das größte Schiff der weißen Flotte, die Stella Maris, wieder an der Reihe.

Zuletzt wurde das 38 Meter lange Schiff im Jahr 2013 in seinem Heimathafen, der Anlegestelle Schwammenauel, an die Uferböschung des Rursees gezogen. Am Dienstag war es nun erneut so weit. Nach gründlichen Vorbereitungen wurde der 120-Tonnen-Koloss über zwei Schienen und mit Hilfe einer Seilwinde im Schneckentempo an Land gezogen. Kräftige Seitenwinde erschwerten zeitweise die Aktion.

14 Tage lang bleibt das fast 500 Personen fassende Schiff für eine Rundum-Schönheitskur nun auf dem Trockenen, und dürfte sicher manche Schaulustige anlocken. Lackierarbeiten und die Ausbesserung von Schäden am Rumpf sind die wesentlichen Arbeiten. „Das Schiff soll zur neuen Saison wieder glänzen“, sagt Schiffseigner Franz-Josef Heuken, der auch mit dem Gedanken spielt, in diesem Winter ebenfalls noch die Aachen, das zweite Fahrgastschiff auf dem Rursee, in Schuss zu bringen.

Der Rursee hinterlässt seine Spuren am Schiffsrumpf. Insbesondere bei Niedrigwasser lassen sich kleine Kollisionen mit dem Felsgestein nicht immer vermeiden, aber auch Angelschnüre bereiten der Rurseeschifffahrt viel Ärger. Sie verfangen sich im Gewinde der Schiffsschrauben und müssen mit viel Aufwand wieder entfernt werden.

Nicht aber der Ärger, sondern die hohe Zufriedenheit über eine perfekte Saison überwiegen bei Franz-Josef Heuken: „2018 war eine der besten, wenn nicht sogar die beste Saison überhaupt für die Rurseeschiffahrt“, lautet seine Bilanz. Rund 230.000 Fahrgäste lernten die Eifeler Seenplatte vom Schiff aus kennen. Das entspricht laut Heuken einer Steigerung von mindestens 15 Prozent gegenüber 2017.

Obersee immer beliebter

Nicht nur der lang anhaltende Sommer, sondern auch das neue Schiff auf dem Obersee, die elegante St. Nikolaus, erwies sich als Besuchermagnet. „Die St. Nikolaus ist ein regelrechter Selbstläufer und eine echte Erfolgsgeschichte“, freut sich der Chef der Rurseeschifffahrt. Gerade der Obersee, auf dem außerdem noch die Seensucht verkehrt, werde bei den Gästen immer beliebter, sagt Heuken. Die an der Anlegestelle Einruhr komplett vorhandene Barrierefreiheit und die unmittelbare Nähe des Nationalparks Eifel zahlten sich spürbar aus.

Für die Beliebtheit dieses Gewässers spricht auch die Tatsache, dass außerplanmäßig am 1. November um 11, 13 und 15 Uhr noch drei zweistündige Rundfahrten ab Einruhr angeboten werden.

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