Dedenborn: Schön und ganz schön schädlich: Der Buchsbaumzünsler breitet sich aus

Dedenborn : Schön und ganz schön schädlich: Der Buchsbaumzünsler breitet sich aus

Eigentlich sieht er ja ganz nett aus, dieser Schmetterling, der sich an einer Fensterscheibe in Dedenborn nieder- und sich auch bereitwillig fotografieren ließ. Aber als der Versuch scheiterte, den Namen in einem der üblichen Bestimmungsbücher zu finden, war klar, dass es sich nicht um einen einheimischen Schmetterling handelte. Heinz Weishaupt aus Mützenich konnte diesen 40 bis 45 Millimeter großen Falter dann mit Hilfe von Bildern aus dem Internet bestimmen: Es ist der berüchtigte Buchbaumzünsler, der in ganz Europa mittlerweile große Schäden an Buchsbaumhecken und -gebüschen anrichtet.

Der Schmetterling ist in der Hauptsache weiß, hat aber einen dunkelbraunen Rand an den Außenflügeln. Auffällig sind noch kleine, weiße Flecken in den Vorderflügeln.

In Deutschland wurde er zuerst 2006 entdeckt und verbreitete sich rasant über ganz Mitteleuropa. Zur Eiablage suchen die Weibchen gezielt nach Buchsbäumen, wo die Eier an den äußeren Blättern ablegt werden. Aus diesen Eiern schlüpfen die Raupen, die zunächst die Blätter des Buchsbaumes fressen und anschließend sogar die Rinde abnagen, so dass der Buchsbaum keine Möglichkeit hat, zu überleben.

Die Schaden stiftenden Raupen können bis zu fünf Zentimeter lang werden und sind schwarz-grün gefärbt. Temperaturen über 20 Grad beschleunigen die Entwicklung der Raupen, die sich dann schon nach drei Wochen verpuppen können und nach einer Woche im Puppenkokon wieder als Falter schlüpfen, der dann wiederum circa 150 Eier legen wird. Optimale Bedingungen zur Entwicklung findet der Buchsbaumzünsler bei Temperaturen zwischen 18 und 30 Grad vor. Dann verbreitet er sich besonders schnell und kann während einer Saison bis zu vier Generationen hervorbringen. Dies ermöglicht eine rasante Verbreitung und erschwert die Bekämpfung des Schädlings sehr.

Keine natürlichen Feinde

Meistens beginnt der Befall an den unteren Ästen des Buchsbaums. Aufgrund der dicht bewachsenen Äste und der dichten Verzweigung ist es schwierig, einen Befall frühzeitig zu erkennen. Normalerweise können sich die Buchsbaumzünsler in diesem Stadium unentdeckt dem Fressen hingeben.

Natürliche Feinde hat der Buchsbaumzünsler hier noch nicht. Vögel fressen die Raupe nicht. Wer schöne Buchsbaumpflanzen zu Haus im Garten oder auf dem Friedhof hat, sollte diese regelmäßig nach Raupen absuchen und diese mit der Hand einsammeln und vernichten (ertränken oder verbrennen). Die von den Raupen gebildeten Gespinste verhindern, dass man sie mit Insektiziden wirksam bekämpfen kann.

Ein biologischer Wirkstoff gegen die Raupen ist das Bakterium „Bacillus thuringiensis“. Das ist ein alt bekannter Wirkstoff, der seit 40 Jahren auch gegen andere Schadschmetterlinge eingesetzt wird. Ansonsten hilft nur, den Buchsbaum wöchentlich bis zum Herbst nach Raupen abzusuchen.

Und wenn sich dann nochmals ein Falter auf die Fensterscheibe setzt, wird er nicht lebend das Haus verlassen.

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