Schauspieler aus Rohren bringen neues Stück auf die Bühne

Theaterverein „Holde(r) Truppe“ : „Chaos im Bestattungshaus“ sorgt für Erheiterung

Das Publikum im vollbesetzten Festsaal Hermanns kam bei der Aufführung der gut zweistündigen Komödie „Chaos im Bestattungshaus“ von Winnie Abel voll auf seine Kosten. Die Darsteller des Rohrener Theatervereins „Holde(r) Truppe“ liefen zu Hochform auf und strapazierten die Lachmuskeln der Besucher sehr stark.

Unter der Spielleitung von Tatjana Kolken, die selbst auch eine Rolle übernahm, war die Komödie, die an drei Abenden aufgeführt wurde, insbesondere von mysteriösen, aber auch von urkomischen Elementen und absurden Verwicklungen geprägt.

Im Vorfeld waren von Tatjana Kolken drei Stücke ausgesucht worden, wobei unter den zehn Darstellern letztlich die eindeutige Meinung vorherrschte, dass das makabre Theaterstück „Chaos im Bestattungshaus“ mit seinem schwarzen Humor von Anfang an favorisiert wurde.

Mit den Proben, ausschließlich im Festsaal Hermanns, wurde schon im November begonnen. „Eine männliche Hauptrolle sollte ursprünglich Gregor Neumann übernehmen. Doch dieser verletzte sich im Skiurlaub, so dass wir Überlegungen anstellen mussten, wer nun für den wichtigen Part in Frage kommen würde. Die Wahl fiel auf Heiko Claßen, der innerhalb der letzten sechs Wochen in die Rolle hineingewachsen ist. Er hat schnell und gut gelernt und füllt die Aufgabe sehr gut aus. Er gilt in keinster Weise nur als zweite Wahl“, konnte die Spielleiterin erleichtert aufatmen.

Zum neunten Mal führte der Rohrener Theaterverein ein Stück im Festsaal Hermanns auf. „Mehr und mehr merke ich, dass bei den Darstellern die schauspielerischen Qualitäten deutlich besser werden und dass sich der eine auf den anderen mittlerweile gut abgestimmt hat“, betonte Tatjana Kolken.

Zur Handlung der Komödie in drei Akten im Rohrener Festsaal: Mit finanziellen Problemen plagt sich das Bestattungshaus Speck herum. Aus diesem Grund lässt sich der chronisch pessimistische Bestatter Gerd Speck (Heiko Claßen) auf ein unmoralisches Angebot ein. Er möchte für den Lackfabrikanten Udo Kemp (Harald Klöckner) eine Beerdigung inszenieren – nur das dieser gar nicht verstorben ist.

Kemp will von seiner Frau Roswitha (Tatjana Kolken) loskommen, denn der Lack in der Ehe ist ab. Sie hat einen Ehevertrag abgeschlossen und wenn Udo sie verlässt, steht er finanziell sehr ungünstig da. Deshalb hat er Geld ins Ausland geschafft und will nun seine eigene Beerdigung inszenieren lassen, um sich anschließend als Totgeglaubter ungestört absetzen zu können.

Die trauernde Witwe und Udos einfach gestrickter, aber unterwürfiger und speichelleckender Mitarbeiter Ludwig Heller (Michael Pretzewofsky) beauftragen das Bestattungshaus Speck mit der Beisetzung.

Gerd Speck und seine Gattin Verona (Jutta Strauch), die im Bestattungshaus ihren fröhlich aufgedrehten Charme versprüht, sind sofort mit Feuereifer dabei, die Bestattung durchzuführen. Insgeheim hoffen sie beide, der steifen und strengen Gerichtsvollzieherin Anna Stecklüde (Katrin Neu) zu entkommen, indem sie endlich ihre Schulden bezahlen können. Wenn das doch nur alles so einfach wäre …

Schließlich ist da auch noch Paul Speck (Christian Krings), der Sohn des Bestatter- Ehepaares, der in der Gothic-Szene Fuß fassen möchte. Er, der mitten in der Pubertät steckt, will seine Freundin Melanie (Tanja Carl), die ebenfalls in der Gothic-Szene zu Hause ist, beeindrucken. Dass dies nicht ohne Folgen bleiben kann, dürfte jedem klar sein.

Doch als plötzlich immer mehr Geliebte (Sandra Neumann und Diana Lutterbach) von Udo im Bestattungshaus auftauchen, Gerds lebenslustige Frau Verona die Gerichtsvollzieherin kurzerhand abfüllt, der unterwürfige Ludwig mit der auserwählten Geliebten seines Chefs durchbrennt und dann auch noch die lebende Leiche Udo plötzlich verschwindet, droht der unmoralische Plan vollends im Chaos zu versinken.

Die beiden Souffleusen Stefanie Pretzewofsky und Petra Roder sorgten dafür, dass „verlorengegangene“ Textpassagen den Darstellern wieder in Erinnerung gerufen wurden. Im Vorfeld hatten Manfred Sories, Stefan Strauch und Berthold Kaulartz in etlichen Arbeitsstunden ein aufwendiges Bühnenbild hergerichtet. Zwei Särge konnten dabei sogar in eine Wand integriert werden. Die technischen Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf der Aufführungen wurden durch Nico Förster, Ralf Dederichs und Heiko Claßen geschaffen. Nicole Kirch hatte alle Hände voll zu tun, um insbesondere die beiden „Gothic-Freaks“ Christian Krings und Tanja Carl mit entsprechendem Make-Up in Szene zu setzen.

Die vierte Aufführung der Komödie „Chaos im Bestattungshaus“ wird am Ostersonntag, 21. April, 19.30 Uhr, im Festsaal Hermanns über die Bühne gehen. Karten hierfür können noch bei Stefanie Pretzewofsky unter Tel. 02472/7968 bestellt werden. Weitere Informationen über den Theaterverein findet man auf der Facebook-Seite „Die Holder Truppe“.

(ame)
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