"Schade, dass sie eine Hure war": Uraufführung am 16. Februar

Geschichte einer fatalen Liebesbeziehung: Neues Werk von Monschauer Anno Schreier an der Deutschen Oper am Rhein

Vom Monschauer Komponisten Anno Schreier gibt es wieder Neues zu berichten. Am 16. Februar wird an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf sein neues Opernwerk Premiere feiern. Titel: „Schade, dass sie eine Hure war.“

Ein auffälliger oder gar anstößiger Titel – gewiss. Vielleicht erinnert sich mancher an die Inszenierung dieser Renaissance-Tragödie vom Shakespeare-Zeitgenossen John Ford, die Luchino Visconti mit der blutjungen Romy Schneider Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Paris gemacht hat. Auch die deutschen Theater-Bühnen haben sich mit diesem Stück in der vergangenen Zeit verschiedentlich beschäftigt. Dabei ist diese Geschichte einer fatalen Liebesbeziehung zwischen den Geschwistern Annabella und Giovanni in der italienischen Stadt Parma im frühen 17. Jahrhundert alles andere als leicht zu verkraften. Und nun hat sich Anno Schreier daran gemacht, dieses schwierige Thema für die Opernbühne zu bearbeiten.

Seine Frage ist: Was ist Liebe? Ist sie ein Aufgehen im anderen bis hin zur Selbstaufgabe? Oder ein Selbstgenuss bis hin zur Egozentrik? Eine Annahme des anderen oder eine eifersüchtige Inbesitznahme? Genau diese Fragen bestimmen die musikalische Entwicklung der Oper.

Affekte und Emotionen

Das Stück beginnt in einer komödienhaften Leichtigkeit. Anklänge an scheinbar Bekanntes aus der Opern- und Operettentradition wiegen den Zuschauer zunächst in Sicherheit. Die Musik droht jedoch immer wieder ins Farcenhafte umzukippen und bricht schließlich stilistisch auseinander. Aus der Verstrickung der Figuren und ihrer Gefühle entwickelt sich ein musikalischer  Strom destruktiv aufgeladener Affekte und obsessiver Emotionen.

So spiegeln sich für Anno Schreier in dem Stück Grundmuster der Oper wider, deren Überhöhungen, Absurditäten und Emotionalität er durch anspielungsreiche musikalische Bilder zu einer ausdrucksstarken Oper zusammengefügt hat.

Die Premiere beginnt am Samstag, 16. Februar, um 19.30 Uhr im Opernhaus Düsseldorf. Das unglückliche Liebespaar wird gesungen von Lavinia Dames (Annabella) und Jussi Myllys (Giovanni). Die Düsseldorfer Symphoniker spielen unter der Leitung von Lukas Beikircher. Weitere Aufführungen folgen im Februar und im März.

(js)
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