„Santa Colonia“ in Schmidt

„Santa Colonia“ in Schmidt : Das beste Publikum für die Premiere

Am Freitag gastierte die kölsche Weihnachtsshow „Santa Colonia“ in Schmidt; der Saal im Schützenhof war fast ganz ausverkauft.

Da konnten sich die Kölner freuen über ein äußerst gut aufgelegtes, erwartungsvolles Publikum, bereitwillig wurde manchmal mitgesungen und viel applaudiert.

Moderator Heinz Gert Sester, in Köln bekannt als „Bärchen“, führte ein in das Programm mit Live-Musik, Gedichten und Geschichten, zumeist „op Kölsch“, fröhlich, besinnlich, rührend. Auf der mit viel Tannengrün, Lichtern und Kugeln dekorierten Bühne trug er das erste Gedicht vor, in dem es um den Wandel in der Vorweihnachtszeit ging – von einer stillen und besinnlichen Zeit bis zum „Rummel, dat et nur su kraach“. Den Zwölfährigen könne man heute nicht mehr erzählen, „et Chriskindsche wör am backe“.

Achnes Kasulke bekam gleich riesigen Applaus für ihre Kostümierung: Sie war unübersehbar in ein „Weihnachtsbaum-Einnetzungsgerät“ hineingeraten. Wie man den Mann „etwas anleitet, wat et rischtije Jeschenk anjeeht“, da hatte sie prächtige Tipps. Sie hatte einmal einen Faltenrock bekommen – passend zum Gesicht.

Ihrem witzigen Auftritt folgte ein junges Talent: der 13-jährige Stefan Dahm. Der traute sich was und sang mit seiner kräftigen Stimme eigene Lieder. Mal rhythmisch, mal getragen. In seinem Lied für die Oma erreichte er die hohen Töne mühelos. Renate Fuchs, die man von vielen Auftritten im Kölner Karneval kennt, sang ein Wiegenlied auf Kölsch und eine lustige Nummer vom Nussknacker. Dazu wusste sie mit hintersinnigem Humor eine Geschichte von Heiligabend zu erzählen, an dem zu viel gegessen und getrunken wurde und der Gang zur Christmette schwerfiel.

Den Schalk im Nacken hat wahrlich Uli Teichmann. Zur Gitarre sang er das Lied des Weckmanns und hatte einen guten Rat: „Kauft niemals Weckmänner mit zusammengebackenen Beinchen!“

Nach der „Weihnachtsbäckerei“, wie sie sich nach drei Feuerzangenbowlen anhört, kriegte er einen „Lachflash“ – das Publikum ebenfalls. Ihre außergewöhnliche Stimme ließ „Domhätzje Nadine“ in eigenen Liedern erklingen; „Halleluja“ von Leonard Cohen kam gut an, und bei der Zugabe „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ standen die Zuhörer auf und sangen lauthals mit.

Torben Klein, dem danach die Bühne gehörte, lobte die Schmidter Gäste: „Wir haben heute Premiere, und dafür hätten wir uns kein besseres Publikum wünschen können!“ Es war wohl doch noch ein bisschen früh für „Stille Nacht“, und die Sänger im Saal waren textsicherer als er. Mit „Frohe Weihnacht överall“ begeisterte er, die Melodie kam von Shakin‘ Stevens. Im Finale setzte er im Duett mit Nadine einen weiteren Glanzpunkt - „The Rose“.

(ale)