Roetgen: „Sag mir, wo die Blumen sind”

Roetgen: „Sag mir, wo die Blumen sind”

Blumen bringen Freude, heißt es. Da ist was dran. Nicht so in der Schwerzfelder Straße, dort ist die Freude über Blumen plötzlich in Verärgerung umgeschlagen ist. Was ist passiert?

„Sag mir, wo die Blumen sind” - In dem Welthit hat Marlene Dietrich auf ihre Forderung eine klare Antwort erhalten: „Mädchen pflückten sie geschwind.” Die Antwort auf die selbe Frage nach den Blumen in der Schwerzfelder Straße lautet: Das waren keine Mädchen, das war ein Gemeindemitarbeiter, der sie „radikal abrasiert hat.”

Schöne, bunte Blumen, Iris, Lilien, Akelei, mit Liebe von engagierten Anwohnern gepflegt, stehen nun nicht mehr dort.

Die Frage, wo die Blumen sind, ist gelöst: Das Mulchgerät der Gemeinde hat ihnen einen „plötzlichen Tod”, beschert. „Eine Sauerei”, schimpfen die Anwohner. Erst recht die Antwort der Verwaltung löste Unverständnis bei den Anwohnern aus. Darauf könne der Mitarbeiter keine Rücksicht nehmen, soll ein Mitarbeiter des Bauamtes lapidar geantwortet haben.

Ein Unding, meinen die Anlieger, denn sie selbst arbeiten mit einem Rasentrecker, ohne auch nur einer einzigen Blume zu nahe zu kommen. Das Fahrzeug der Gemeinde sei mehrmals schon „mitten durch die Blumen gebrettert”, ohne Rücksicht auf Verluste. Und das Bauamt gebe auch noch „Rückendeckung”. „So geht das nicht”, sind sich die Anwohner einig. Wolfgang Schruff, Walter Nießen und Rabea Gruben mähen selbst und sind um die Verschönerung des Straßenbildes bemüht.

„Nun bekommen wir zum Dank dafür gnadenlos alles zunichte gemacht”, sagten sie verärgert. Selbst ein Stein, der Schlimmeres verhindern sollte, sei kein Hindernis gewesen, berichtet Rabea Gruben. Schruff und Nießen verweisen auf den in der Straße befindlichen Wassergraben. „Da ist schon zehn Jahre lang nichts mehr dran gemacht worden, da soll die Gemeinde mal rangehen”, empfehlen sie. „Sie sind bei mir falsch, ich sage nichts. Wenn, dann höchstens der Bürgermeister”, bekam unsere Zeitung auf Anfrage von Michael Schlamann vom Bauamt zu hören.

Auskunftsfreudiger hingegen zeigte sich Roetgens Bürgermeister Manfred Eis, der den Vorfall zur „Chefsache” machte und Stellung dazu bezog. „Es ist bedauerlich, dass das passiert ist, aber der Graben befindet sich im öffentlichen Bankettbereich, der unserer Pflege obliegt”, so Eis.

Außerdem seien die Blumen im hohen Gras versteckt und für den Mitarbeiter kaum sichtbar gewesen. Der habe mit dem großen Schlepper, der mit einem Mulchgerät versehen ist, die Blumen leider übersehen. Es handele sich um einen öffentlichen Bereich, betont Eis noch einmal, und hofft, dass die Blumen im kommenden Jahr wieder nachwachsen werden. „Wir sind dankbar für das Engagement und für die Blumenpflege unserer Bürger”, so der Bürgermeister abschließend.

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