Rott: Saal Hütten: Förderverein freut sich über 100.000-Euro-Zuschuss

Rott : Saal Hütten: Förderverein freut sich über 100.000-Euro-Zuschuss

„Von der Resonanz her ist das wie eine Bombe eingeschlagen“, erklärt Manfred Adrian vom Förderverein Rott Saal Hütten e.V. mit sichtlichem Stolz und leuchtenden Augen. Was Adrian nebst Rainer Hülsheger, dem Vorsitzenden des Heimat- und Eifelvereins Rott, und Architekt Thomas Staerk um die Wette strahlen lässt, war die Mitteilung, dass die Nordrhein-Westfalen-Stiftung dem Förderverein einen Zuschuss von 100.000 Euro zum Erwerb des Saales zur Verfügung stellt.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte das Trio die Zusammenhänge des Geldsegens für den Erhalt des Saales Hütten und welche Pläne man mit dem historischen Saal, der seit rund 130 Jahren Dorfmittelpunkt ist, umsetzen will.

Das „Planungs-Trio“ für den Saal Hütten mit Rainer Hülsheger (v.l.), Thomas Staerk und Manfred Adrian. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Laut Manfred Adrian wurde der Förderverein Rott Saal Hütten 2009 mit dem Ziel gegründet, diese unter Denkmalschutz stehende Lokalität für den Ort zu erhalten. Dort fanden regelmäßig Konzerte, Vereinssitzungen und Kabarettabende statt, ehe vor drei Jahren kein neuer Pächter für Saal und Gaststätte gefunden wurde. Da war guter Rat teuer, weil der Förderverein bis dahin schon viele Investitionen getätigt hatte: Neue Fenster waren eingebaut worden (mit großem Anteil des Heimat- und Eifelvereins), Toilettenbereich und Fußboden wurden saniert und eine neue Theke angeschafft.

Daneben erfolgten viele andere Arbeiten in Eigenregie und mit finanziellen Mitteln des Fördervereins. Wie Rainer Hülsheger mitteilte, habe man auf seine Anregung hin bereits zu Beginn der 1980er-Jahre mit Hilfe des Lehrstuhls für Baugeschichte der RWTH Aachen Häuser in Rott aufmessen lassen, darunter auch Saal und Gaststätte Hütten.

Hülsheger hat zudem die Historie der beiden Objekte als Mittelpunkt des Ortes aufgearbeitet und dokumentiert. „Anlässlich des anstehenden Verkaufs durch die bisherige Eigentümerin bemühte sich der Heimat- und Eifelverein Rott zusammen mit dem Förderverein Saal Hütten, eine finanzielle Unterstützung für den Ankauf durch den Förderverein zu organisieren, die dann auch im April durch die NRW-Stiftung zugesagt wurde.“

Bereits im Januar hatte sich Hülsheger an das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland mit der Bitte gewandt, auf der Grundlage seiner Aufarbeitung die Förderungswürdigkeit des Saales Hütten zu befürworten. Im Schreiben des Landschaftsverbandes wurde dem Saal Hütten dabei „eine hohe Bedeutung im Zusammenhang mit seiner Geschichte sowie seiner Lage inmitten des Ortes“ attestiert.

Dabei wird in der Expertise des LVR die bauliche Entwicklung von einer ortstypischen bäuerlichen Winkelhofanlage des ausgehenden 18. Jahrhunderts bis hin zum gesellschaftlichen Mittelpunkt als Gaststätte, Unterkunft, Backstube und Saal hervorgehoben. Hülsheger hob hervor: „Die LVR-Expertise stellte eine wesentliche Grundlage für die NRW-Stiftung für die Gewährung des Zuschusses dar.“

Wie Manfred Adrian und Architekt Thomas Staerk weiter erläuterten, soll nach dem Erwerb des Saales eine bauliche Trennung von Saal und Gaststätte erfolgen, womit der Saal dann autark genutzt werden kann. Die Pläne sehen zudem vor, den jetzigen Eingang in Richtung Kirche zu verlegen sowie den Zugang zu Saal und Toiletten barrierefrei zu gestalten.

Neben der Zuschusssumme von 100.000 Euro durch die NRW-Stiftung, die ausschließlich für den Erwerb des Objektes gedacht ist, hat der Förderverein bei der Städteregion Aachen einen Antrag auf Zuschuss im Zusammenhang mit dem behindertengerechten Ausbau gestellt. Hierzu hält Manfred Adrian fest: „Dank der Unterstützung der behördlichen Stellen sind unsere Planungen schon recht weit gediehen. Erfreulich ist sicher auch, dass uns auch seitens aller politischen Parteien weitere Unterstützung zugesagt wurde.“

In der Expertise des LVR wird der Saal Hütten „als Zentrum des dörflichen Lebens“ gelobt. Wenn diese Tradition durch die Übernahme durch den Förderverein eine Fortsetzung erfahre, so sei dies laut LVR aus Sicht der Denkmalpflege unbedingt zu begrüßen.

(ho)
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