Simmerath: Rursee: Wenig Wasser, viele Neugierige

Simmerath: Rursee: Wenig Wasser, viele Neugierige

Der nur noch sparsam gefüllte Rursee lockt Neugierige an die Eifeler Talsperre. „Für die Leute ist das spektakulär. Sie kommen gezielt, um zu gucken, weil der Pegel so niedrig ist”, sagte Cornelia Freuen von der Rursee-Touristik.

Die Rurseeschifffahrt musste den TÜV-Termin aufs Frühjahr verschieben, weil Schiffe nicht an Land gezogen werden können. „Die Anlagen dafür liegen auf dem Trockenen”, sagte Inhaberin Waltraud Heuken.

Ihre Schiffe seien jetzt nach der Saison auch nicht an den Stammplätzen festgemacht, weil die Versorgungsleitungen wegen des niedrigen Pegels zu kurz seien, sagte Heuken. Sie lägen auf Alternativplätzen.

Seit März sinkt der Pegel in der Talsperre, dem Hauptwasserspeicher des Wasserverbands Eifel-Rur. Er liege 8,5 Meter unter dem langjährigen Mittel, der Füllstand rund 30 Prozent darunter, sagte Verbandssprecher Marcus Seiler. Das sei aber kein Niedrig-Rekord. 1996/1997 hatte der Pegel rund 20 Meter unter dem Durchschnitt gelegen.

Die Wasserwirtschaftler machen sich daher keine Sorgen. „Wir haben noch sehr viel Luft. Das System hat gezeigt, dass es noch extremere Situationen aushält”, sagte Seiler. Der See verliere pro Sekunde 4500 Liter pro Sekunde. Optisch wirke der sinkende Pegel wegen der Trichterform der Talsperre so stark.

Auch wenn das kurzfristig die Neugierigen an den Rursee treibt, befürchtet der Gastronom Joachim Daners langfristige Nachteile. „Die Segler hatten in diesem Sommer keine guten Bedingungen”, erzählt Daners, Betreiber von zwei Restaurants am Rursee. Einige hätten ihre Boote im Laufe der Saison in die Niederlande verlegt: „Ob die noch mal wiederkommen?”