Monschau: Rohrener Erbgut für mehr Natürlichkeit

Monschau : Rohrener Erbgut für mehr Natürlichkeit

Die Bergulme am Kriegerdenkmal an der Kreuzung von Retzstraße und Riehelskuhl in Rohren steht schon seit mehreren Hundert Jahren an diesem Platz. Wie lange genau sie schon da steht, weiß offensichtlich niemand so ganz genau. In den Berichten schwanken die Angaben zwischen 300 und 700 Jahren. Feststeht wohl, dass es sich um einen der ältesten Bäume im Monschauer Land handeln dürfte.

Nun soll der circa zwölf Meter hohe Baum mit einem Stammumfang von fast vier Metern Samen für neue Bäume liefern, die künftig wieder in den Bachtälern der Nordeifel wachsen sollen.

Im Rahmen eines von der EU geförderten Life-Projektes mit dem Namen „Patches & Corridors“ sollen die ursprünglichen Lebensräume miteinander vernetzt werden. „Der ursprüngliche Laubwald soll wieder etabliert werden“, sagt Dr. Bernhard Theißen von der Biologischen Station in der Städteregion Aachen. Die einst in der Eifel typische Baumart sei inzwischen selten geworden.

Die „Ulmenwelke“, eine Pilzerkrankung, habe früher viele Bäume geschädigt, deshalb sei die Baumart für den Forst vielleicht nicht mehr interessant gewesen, vermutet Theißen, der sich mit seiner Kollegin Marietta Schmitz auf die Suche begeben hat. Unter anderem haben sie beim Landesbetrieb Wald und Holz sowie bei der Nationalparkverwaltung nachgefragt und erhielten Hinweise auf Ulmen im Belgenbachtal, an der Bahnhofstraße in Kalterherberg, im Burghof in Monschau und im Nationalpark im Wahlerscheid.

Dabei hätten die Mitarbeiter der Biologischen Station auch auf gekaufte Ulmen aus Osteuropa setzen können. „Wir wollten aber alte Bäume aus der Region beernten“, sagt Theißen. Am Ende entschieden sie sich für die beeindruckende Ulme am Rohrener Kriegerdenkmal. „Unser Ziel ist es, weitere Bäume mit Rohrener Erbgut nachzuziehen“, erklärt Theißen.

Die jetzt gesammelten Samen sollen aufgezogen werden, bis sie in circa ein bis zwei Jahren pflanzfähig sind und dann in Trupps in den Seitentälern der Rur (Kluckbachtal, Belgenbachtal, Holderbachtal, Tiefenbachtal) und an der Rur selbst angesiedelt werden. „Hier ist die Ulme gegenüber Buche, Esche und Bergahorn überlegen, denn sie mag es schattig, feucht und hängig“, sagt Theißen.

(ag)
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