Konzen: Roger Königs gewinnt den 42. Monschau-Marathon

Konzen: Roger Königs gewinnt den 42. Monschau-Marathon

In den 41 Jahren seines Bestehens hat der Monschau-Marathon bislang 24 verschiedene Sieger gesehen. Bei der 42. Veranstaltung am Sonntag trug sich nach längerer Zeit mit Roger Königs noch einmal ein neuer Sieger in die Annalen der inzwischen legendären Laufveranstaltung ein.

Der für das Schreinerteam Ralph Thoma startende 40-jährige Ostbelgier siegte in 2:39:48 Stunden und wurde auf dem Konzener Dorfplatz von den zahlreichen Zuschauern begeistert empfangen.

Sie hatten beim Monschau-Marathon die Nase vorne: Roger Königs (Mitte) gewann zum ersten Mal. Markus Mey (Dreiborn) wurde wie im Vorjahr Zweiter , Lokalmatador Christian Nießen (rechts) kam als Dritter auch noch aufs Treppchen. Foto: P. Stollenwerk

Kaum hatte Königs die Ziellinie überschritten, fand er sich in Rückenlage wieder. Eigentlich wollte der hoch aufgeschossene Sieger nach überstandenen Strapazen nur seine beiden kleinen Jungs begrüßen. „Dafür habe ich mich auf den Boden gekniet, was ein Fehler war, denn ich habe sofort einen Muskelkrampf bekommen“, sagt Königs, der aber kurz danach schon wieder schmunzeln konnte.

Der souveräne Sieger des Ultralaufs: André Collet war nicht zu bremsen. Foto: P. Stollenwerk

„Das war ein großer Moment für mich“, sagt der in Büllingen geborene und jetzt in Braunlauf (Burg Reuland) lebende Sportler (Bestzeit 2:21) über seinen ersten Marathon-Titel. Er sei schon zahlreiche Marathons, darunter auch in New York und London gelaufen, aber noch nie sei er als Sieger empfangen worden.

Gewann den Marathon der Frauen: Tanja Schmitt aus dem Saarland. Foto: P. Stollenwerk

Dabei zweifelte Königs, der von Beginn an die Führung übernommen hatte, kurz vor Schluss bei Kilometer 41 plötzlich am seinem Sieg. „Da ging es noch ein kleines, schmerzhaftes Stück bergab. Das tat richtig weh.“ Außerdem habe er in rund 200 Metern Entfernung stets „die beiden leuchtend gelben T-Shirts meiner Verfolger gesehen“, erzählt der glückliche Sieger, „und solange Du den Konzener Kirchturm nicht siehst, hast Du auch nicht gewonnen“, fügt er hinzu. Bei diesen beiden Verfolgern handelte es sich nämlich um keine Geringeren als Markus Mey und Christian Nießen (beide Sportteam Peters).

Letzte Erfrischung vor dem Ziel im „Honigzelt“ der LG Mützenich: Die Organisatoren des Marathons konnten wieder auf vielfältige Unterstützung zählen. Foto: Leo Schepp

Markus Mey (Dreiborn) wurde wie im Vorjahr Zweiter, Lokalmatador Christian Nießen kam als Dritter auch noch aufs Treppchen. Nießen war vor dem Lauf als Favorit gehandelt worden. „Ich bin volles Risiko gegangen“ erzählt er, aber auf den letzten drei Kilometern musste ich dafür bezahlen.“ Ein dickes Lob zollt er Markus Mey. „Der ist den Marathon seines Lebens gelaufen und bei Kilometer 39 regelrecht an mir vorbeigeflogen“, staunte der Feuerwehrmann aus Schmidt.

Zuvor hatte bereits ein anderer für Begeisterung im Zielraum gesorgt: Der achtmalige Monschau-Marathon-Sieger André Collet lief als souveräner Sieger des Ultralaufs (56 Kilometer) satte zwölf Minuten vor dem Zweiten in 3:46:53 durchs Ziel, und wurde von Streckensprecher Felix Arens euphorisch empfangen. Der 46-Jährige „Mister Monschau-Marathon“ gewann damit zum zweiten Mal diesen Wettbewerb und gab sich vollkommen entspannt.

„Mit den richtigen Leuten zusammen wäre heute der Streckenrekord gefallen“, sagt Collet voller Überzeugung, der aber bei seinem Lauf in der Eifel gedanklich bereits in Kroatien war, wo er am 8. September für das Nationalteam im 100-Kilometer-Lauf starten wird. Da wäre es unverantwortlich gewesen, „100 Prozent zu laufen“, sagt Collet. „Für mich kam es darauf an, vorsichtig zu laufen und keinen Fehler machen“, ergänzt das Ausdauer-Ass.

Erste Teilnahme und erster Sieg

Mindestens so entspannt gab sich im Ziel auch Tanja Schmitt, die bei ihrer ersten Teilnahme in Monschau gleich als Siegerin des Frauenwettbewerbs eine besondere Geschichte schrieb. Die 32-Jährige aus Losheim am See/Saarland absolvierte erst ihren zweiten Marathonlauf überhaupt. Um die anspruchsvolle Strecke in der Eifel mit ihren 764 Höhenmetern hatte sich die zierliche Athletin wenig Kopfzerbrechen gemacht. „Ich habe mir das Streckenprofil im Internet angeschaut und gesehen, dass es einige knifflige Anstiege gibt.“

Mit ihrer starken Zeit von 3:18:24 ließ sie die Konkurrenz weit hinter sich. „Das hat Spaß gemacht“, lautet die Bilanz für Tanja Schmitt, die sich ihrer Position während des Laufs nie bewusst war. „Wegen der Ultras und der Staffeln herrschte ein ziemliches Durcheinander“, sagt die Siegerin und lacht.

Perfekte Organisation

Rund 1200 Sportler fanden sich zum Marathon-Sonntag in Konzen ein. Knapp 600 Teilnehmer zählte das Feld der Marathonläufer; hinzu kamen 150 Walker und 111 Staffeln.

Dass auch die 42. Auflage des Monschau-Marathons bei optimalen äußeren Bedingungen wieder eine rundum gelungene Veranstaltung wurde, ist in erster Linie der perfekten Organisation des TV Konzen zu verdanken, der auf rund 400 Helfer im Start- und Zielbereich sowie an der Strecke bauen durfte.

„Da sind jede Menge Familien und Vereine im Einsatz“, freute sich Oliver Krings vom Organisationsteam über die breite Unterstützung, die wesentlich zum besonderen Flair des Eifeler Landschaftslauf beiträgt. Alle drei Kilometer findet sich eine Verpflegungsstelle. Deshalb haben die Ausdauer-Athleten die Veranstaltung auch auf Beliebtheitsplatz drei aller Marathons in NRW gesetzt.

Hervorragend bewährte sich auch die wesentliche Änderung, Start und Ziel an den Dorfplatz zu verlegen. „Das hat die Organisation sehr entspannt“, berichtet Oliver Krings. Besonders für die Ultraläufer, die nach einer 14 Kilometer-Schleife noch einmal den Zielbereich durchlaufen, bedeute das eine Aufwertung. Krings: „Jetzt fragen sich alle, warum wird das nicht schon früher so gemacht haben.“

(weiterer Bericht folgt)
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