Roetgen: Roetgener Handballerin macht erste Tore für Deutschland

Roetgen : Roetgener Handballerin macht erste Tore für Deutschland

Roetgen ist der einzige Ort in der Nordeifel, in dem der Handball einen ähnlich hohen Stellenwert wie der Fußball hat. Aufgrund der guten Jugendarbeit sind in der Handballabteilung des TV Roetgen schon einige sehr gute Handballer groß geworden und nachher in höheren Ligen unterwegs gewesen. Beinah ganz oben angekommen ist Sophia Cormann schon in jungen Jahren.

Die Roetgenerin wechselte vor der aktuellen Saison von BTB Aachen zu den „A-Juniorelfen“ des Bundesligisten TSV Bayer 04 Leverkusen.

Die 15-Jährige spielt auch noch mit der Zweiten Mannschaft von Bayer Leverkusen in der 3. Damen-Bundesliga West, in der sie nur mit einer Sondergenehmigung spielen darf. In der handballerischen Vita der jungen Roetgenerin stehen schon viele sportliche Erfolge. Mit vier Jahren begann sie bei den Minis des TV Roetgen. Auch die F-und E-Jugendzeit verbrachte sie beim TV. Noch als D-Jugendliche wechselte sie zu BTB Aachen, weil sie mit dieser Mannschaft in der C-Juniorinnen-Oberliga und später als C-Jugendliche in der B-Juniorinnen-Nordrheinliga spielen konnte.

Mit dem Verein aus dem Aachener Kurviertel feierte sie in den Spielzeiten 2013/14, 15/16 und 16/17 ihre ersten sportlichen Erfolge. Sie wurde Mittelrheinmeisterin, HVM-Talentiademeisterin, Pokalsiegerin und Kreismeisterin. Seit der Saison 2015/16 spielt die Rückraumspielerin auch für die Auswahl des Handballverbandes Mittelrhein.

Ihre sportlichen Highlights erlebte die begabte Rückraumspielerin, die in der Mitte und auf der linken Außenbahn eingesetzt werden kann, in diesem Jahr. Im Januar hatte sie mit dem Auswahlteam des Handballverbandes Mittelrhein am Länderpokal in Stuttgart teilgenommen. Im März folgte die erste Sichtung des Jahrgangs 2002 des Deutschen Handballverbandes in Heidelberg. Mit der HVM-Auswahl belegte sie den dritten Platz. Nach optimalen Leistungen im Turnier wurde sie ins Allstar-Team gewählt. Im April folgte eine Einladung zur U16-Nationalmannschaft nach Warendorf.

Das nächste Highlight im Handballleben von Sophia Cormann gab es in der vergangenen Woche mit der U16-Nationalmannschaft. Nach einem dreitägigen Lehrgang in Berlin ging es mit dem Flugzeug nach München und von dort zu einem Vier-Nationen-Turnier ins spanische Bilbao. Dort standen Länderspiele gegen Spanien, Frankreich und Polen auf dem Plan.

Nationalhymne mitgesungen

„Das war schon ein besonderes Gefühl für mich, in der Halle zu stehen und die deutsche Nationalhymne zu singen“, sagt die junge Handballspielerin, die bei ihrem ersten Länderspiel neue emotionale Erfahrungen machte. Nach einer Niederlage gegen Frankreich, einem Sieg gegen Spanien und einem Unentschieden gegen Polen standen ein zweiter Platz und die ersten Tore von Sophia Cormann für Deutschland in der Endabrechnung.

Seitdem die 15-Jährige in Leverkusen spielt, ist der Wochenablauf für sie und ihre Familie stressiger geworden. Viermal in der Woche geht es nach der Schule vom Franziskus-Gymnasium in Vossenack nach Roetgen, dann ins Auto oder in den Zug nach Leverkusen. Nach zwei, drei Stunden Training oder Spiel wieder zurück nach Roetgen, dann steht wieder etwas lernen an.

Sophia Corman weiß, dass der Aufwand, den sie betreibt, nur mit der Unterstützung der gesamten Familie möglich ist. „Der Wechsel nach Leverkusen war für mich eine neue Herausforderung. Ein großes Dankeschön geht an meine Eltern und Großeltern, die immer hinter mir stehen und mich unterstützen.“ Sie freut sich, dass auch ihre Freundinnen ihren Sport akzeptieren und hinter ihr stehen.

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