Roetgen: Roetgener bei Wanderwochenende am Niederrhein unterwegs

Roetgen : Roetgener bei Wanderwochenende am Niederrhein unterwegs

Zu einem Wanderwochenende am Niederrhein brachen Ende Mai 33 Mitglieder der Ortsgruppe Roetgen nach Brüggen auf. Nur gut eine Autostunde entfernt wartete eine völlig andere Landschaft auf die Eifeler Wanderfreunde.

Im deutsch-niederländischen Naturpark Maas-Schwalm-Nette konnte auf drei Touren das Motto der Region „Wasser.Wander.Welt“ erlebt werden. Zwar machte das warme, teilweise auch schwüle Wetter den Wanderern etwas zu schaffen, aber für die an Steigungen gewöhnten Roetgener waren die überwiegend ebenen Wege trotzdem gut zu bewältigen.

Zum Auftakt führte ein Rundweg durch den niederländischen Nationalpark „De Meinweg“ durch Wiesen, Wald und Heide. Eine Wanderung auf dem Premiumwanderweg „Galgenvenn“ erschloss am zweiten Tag die abwechslungsreiche Landschaft beiderseits der Grenze. Unter anderem sind hier aus Relikten des früheren Ton- und Kiesabbaus durch Renaturierung reizvolle Feuchtbiotope entstanden.

Nach den Wanderungen blieb jeweils noch etwas Zeit, die reizvolle Burggemeinde Brüggen zu erkunden. Mittelpunkt ist die Burg aus dem 13. Jahrhundert. Wohlstand brachten im 19. Jahrhundert zunächst Flachs- und Seidenweberei, nach deren Niedergang Dachziegel- und Tonröhrenproduktion, für deren Transport eigens eine Bahnstrecke gebaut worden war, im Volksmund „Klimp“ genannt. Der ehemalige Bahnhof beherbergt heute das Hotel „Brüggener Klimp“, in dem die Wanderfreunde Quartier bezogen hatten.

Nachdem am dritten Tag noch der Zwei-Seen-Weg zwischen Hariksee und Borner See bewältigt worden war, freuten sich zum Abschluss alle auf eine leckere Mahlzeit mit dem tagesfrischen „weißen Gold“ und Erdbeeren auf einem Spargelhof.

Eine Woche später führte die alljährliche Busfahrt 38 Senioren ins Bergische Land, ebenfalls eine für viele Eifeler recht unbekannte Gegend. Ziel waren zwei zur „Klingenstadt“ Solingen gehörende Sehenswürdigkeiten, das Schleifermuseum Balkhauser Kotten und Schloss Burg an der Wupper. In Solingen sind etwa 90 Prozent der deutschen Schneidwaren- und Besteckbranche ansässig, beispielsweise die Firmen Zwilling und Pfeilring. Der heute als Industriedenkmal betriebene Balkhauser Kotten war eine von vormals über 100 Arbeitsstätten an der Wupper und ihren Nebenflüssen, in denen Schleifer an den mit Wasserkraft betriebenen Schleifsteinen — die übrigens aus Mayen stammten — Messer, Scheren und auch Werkzeugen ihren berühmten Schliff gaben.

Eine spannende Führung vermittelte einen Einblick in die Klingenproduktion ab dem 16. Jahrhundert. Das bekannte Wahrzeichen des Bergischen Landes, Schloss Burg an der Wupper, ist die größte rekonstruierte Burganlage in Nordrhein-Westfalen. Als beliebtes Ausflugsziel beherbergt sie unter anderem das Bergische Museum.

Im Café Rittersturz war zum Abschluss des Ausflugs die berühmte, sehr reichhaltige Bergische Kaffeetafel mit süßen und herzhaften Spezialitäten gedeckt. Der Kaffee wurde natürlich stilecht in der Dröppelminna serviert.

(heg)
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