Vorbereitung auf den Märchenklassiker in Lammersdorf

Kinder-Theater in Lammersdorf : Vorbereitung auf den Märchenklassiker

Kreischend fährt die Kreissäge durch eine große Holzplatte. Surrend dreht der Akkuschrauber unermüdlich Schraube für Schraube in ein Holzgerüst.

Die Handwerker treten in einem Lagerraum des Malteserhauses an der Kirchstraße einen Schritt zurück und sind mit ihrer Arbeit sichtlich zufrieden. Im Keller der Grundschule liegen sauber sortiert unendlich viele Kabel herum. Es blitzt und klirrt und aus einem der vielen Geräte steigt verdächtiger Qualm auf. Seltsamerweise ist der Handwerker, der zuvor noch mit einem feinen Schraubenzieher Stecker zusammengeschraubt hat, ebenfalls sehr zufrieden. Wenige hundert Meter weiter steht im Kindergarten eine 19-köpfige Gruppe zusammen, Sieben davon haben einen Spaten oder eine Spitzhacke in der Hand ...

Dies ist keine Beschreibung des aktuellen Baufortschritts der Deutschen Glasfaser, sondern das ehrenamtliche Engagement der Kinder-Theatergruppe des Lammersdorfer Heimatvereines. Denn am 7. Dezember ist Premiere des diesjährigen Märchenklassikers „Schneewittchen“.

Und so wird an vielen Stellen in Lammersdorf fleißig gebastelt und geprobt. Georg Schruff hat in diesem Jahr die Verantwortung für den Bühnenbau übernommen. Zusammen mit Michael Kahl und Gerd Skropke erstellt er in angemieteten, ehemaligen Lagerräumen des Malteserhauses ein aufwendiges Bühnenbild. „Die besondere Herausforderung in diesem Jahr ist der häufige Szenenwechsel“, beschreibt er die ihm und seinem Team gestellte Aufgabe. Und ebenso genial wie einfach haben die versierten Handwerker eine sehr flexible Kulisse gebaut. Nun ist es möglich, in kürzester Zeit zwischen fünf Bühnenbildern hin und her zu wechseln.

„Wir haben das besondere Glück, dass wir in diesen Räumlichkeiten unsere Bühne immer im Original eins zu eins aufbauen können“, ergänzt Gerd Skropke. „Dadurch haben wir immer die ganze Bühne im Blick und vermeiden manch böse Überraschung am eigentlichen Spielort im Pfarrheim“, weiß Michael Kahl aus Erfahrung zu berichten.

Um die gesamte Licht- und Tontechnik dieses Märchens kümmert sich Lothar Berger. Im Keller der Grundschule tüftelt er gerade an den vielen verschiedenen Lichteinstellungen und Spezialeffekten. „Eine kleine aber sehr zentrale Rolle im Märchen Schneewittchen hat immer der mysteriöse Spiegel“, erklärt er. In dieser Märchenfassung verleiht er dem, durch die permanenten Fragen der Königin leicht genervten Spiegel, seine Stimme und vor allem die Licht-, Ton- und Nebeleffekte.

„Es ist immer wieder schön zu erleben, wie unsere Zuschauerkinder fasziniert und gefesselt dem Spiel auf der Bühne folgen und bei den vielen Effekten aus dem Staunen nicht mehr herauskommen“, freut er sich. Dabei drückt er auf eine Taste des Computers, worauf der bisher hell leuchtende Spiegel begleitet von einem starken Nebelstoß und dem Geräusch von klirrendem Glas dunkel wird. Nun ist auch klar, dass es sich bei den Menschen mit den Spaten und Spitzhaken um die sieben Zwerge handelt. Unter der Leitung von Lioba Wynands-Görke studieren diese zusammen mit der eitlen Königin, der hinterlistigen Zofe, dem liebeshungrigen Prinzen aus dem Nachbarland, dem gestressten König und dem bezaubernden Schneewittchen das gut anderthalbstündige Märchen ein.

„Viele unserer Zwerge haben eine Doppelrolle“, schmunzelt Lioba Wynands-Görke. „Denn bevor Schneewittchen auf die sieben Zwerge trifft, freundet es sich noch mit den Tieren des Waldes an“, erklärt sie und ist sichtlich zufrieden mit der bereits erreichten Leistung. Vorausgegangen waren einige Wochen Training von Aussprache, Mimik und Gestik. Dafür hatten Thomas Birkholz und Lothar Berger mit den kleinen und großen Schauspielern die Charaktere der einzelnen Figuren erarbeitet und einstudiert. „Es ist schön zu sehen, wie unser 20. Märchen von Woche zu Woche immer mehr Formen annimmt“, freut sich der Vorsitzende des Vereines Georg Schruff über das große Engagement aller Mitwirkenden.

Wer die spannende Geschichte von Schneewittchen hautnah erleben möchte, der sollte sich die Aufführungstermine schon einmal merken. Die Karten für die Vorstellungen am 7., 8., 14. und 15. Dezember können bestellt werden.

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