SV Rotts Trainer Jürgen Lipka nach dem 2.3 in Hürth "angefressen"

Fußball-Landesliga : „Müssen alles in die Waagschale werfen“

Nein, „Mund abputzen und weitermachen“ gehört nicht zu den Lebensphilosophien des Rotter Trainers Jürgen Lipka. Der Chef des Landesligisten ließ tief in sich schauen.

Zunächst mal bewertete er die 2:3-Niederlage beim GKSC Hürth auf einer Skala von Null bis Zehn mit der Höchstnote. „Eine glatte Zehn“, drückte die Enttäuschung des Trainers aus. Anhand der Spielanteile „wäre ein Unentschieden wesentlich gerechter gewesen“, empfand Jürgen Lipka, der am Sonntag den SV Schwarz-Weiß Nierfeld empfängt.

Bevor das Spiel mit dem Tabellen-Elften (15 Uhr) steigt, war der Trainer mit der vergeigten Aufgabe in Hürth noch nicht „durch“. Ohne einen Anflug von Selbstgefallen bemerkte der Coach: „Ich glaube, im Moment ist der Trainerstab mit Abstand das einzige Organ, dass unsere Leistungsfähigkeit richtig einschätzen kann.“ Das ist bei manchem Spieler und seiner Einstellung zum Training nicht so, dachte Jürgen Lipka laut. Ihm stößt auf, dass der eine oder andere mit Anspruch spielen zu wollen, auch mehr an Trainingszeiten investieren muss.

Bevor es an die nächste Aufgabe geht, schickt Lipka noch einen Blick zurück. Vor allem das Siegtor der Hürther in der Nachspielzeit beschäftigte ihn merklich. „Wenn ich sehe, wie viel Platz der gegnerische Mittelstürmer bei der Vollendung hat, fehlt mir jegliches Verständnis.“ Die Rotter hätten das Unentschieden über die Zeit bringen müssen. Dennoch, die Niederlage ausgeklammert, merkt Jürgen Lipka an, „mit den im Moment zur Verfügung stehenden Mitteln sind wir noch ganz gut durchgekommen“. Denn seit dem 11. November hat man nur die Hürther Partie in den Sand gesetzt.

Am Sonntag erwarten Lipka, Straub und Casper einen Gegner, der sehr defensiv eingestellt sein wird. So wie das oft der Fall war. Der letzte Rotter Erfolg auf eigenem Gelände datiert aus der Mittelrheinliga-Saison 11/12. Jürgen Lipka: „Ich denke, dass sie im Vergleich zur Hinrunde jetzt besser aufgestellt sind.“ Das bedingt, „wir müssen alles in die Waagschale werfen. So wie das beim Sieg über den SV Eilendorf war. Über diesen Erfolg bin ich sehr dankbar“.

(mali)
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