Karnevalistischer Gottesdienst in Roetgen gefeiert

Karneval in der Kirche : Fastelovvens-Gottesdienst und Frückstück sind willkommene Ouvertüre für die jecken Tage

Die Heiligen Hubertus und Antonius dürften ihre Freude daran gehabt haben, wie ihre Schäfchen in der Pfarrkirche und in der angrenzenden „Kerchbroeck“ an Altweiber zünftig Karneval feierten.

Erst ein karnevalistischer Gottesdienst, quasi als Ouvertüre, dann ein deftiges Frühstück, um den Tag auch überstehen zu können. Und alles getreu dem Motto „Op de Kerchbroeck jeht et rund, Rüetsche feiert kunterbunt.“

Das Gotteshaus war bestens gefüllt, der Altar mit Clowns geschmückt, die Helferinnen in schmucken Kostümen. Der „Hauptzelebrant“, im Zeichen des Priestermagels hatte man Allah sei Dank einen Sultan (Thomas Rombach) verpflichtet, der sich erstaunlich gut mit Rüetscher Platt auskannte. Pfarrsekretärin Gisela Cosler leistete immer wieder als „Dolmetscherin“ wertvolle Arbeit, damit man auch in Hochdeutsch mitfeiern konnte.

Beim Einzug spielte die Orgel den Karnevalshit „Drenk doch änge met“ von de Bläck Föös, allerdings textlich als „Bähn doch eefach met, stell dich net esu aahn“ (Bet doch einfach mit, stell dich nicht so an). Herrlich, wie schwungvoll der Aufgalopp, da machten die kostümierten Narren gerne mit. „Das kann ja heiter werden“, sagte ein älterer Herr. Und so kam es auch, das Platt nahm kein Ende: Dat sönd Wöad van de Lesung. Dä Hähr eß mit üch. Alles, wat dich loove kann und das Vater unser „Ohse Vadder ejene Hömmel.“

In den Bänken raunte man leise: „Kann das nicht jeden Sonntag so sein?“ Nun, Thomas Rombach würde sicher nichts dagegen haben. Und auch die Organistin nicht, denn sie hatte den Riemen auf die Orgel geschmissen und schmetterte einen Hit nach dem anderen. Zum Segen und Schlusslied hielt es keinen mehr auf den Bänken, Schunkeln war angesagt. Als dann zum Auszug der „Sultan“ mit Gefolge unter den Klängen „Die Karawane zieht weiter, vür hant Kaffee-Doascht“ in einer großen Polonaise sich auf den Weg zum Frühstück zur „Kerchbroeck“ machte, ging die Post ab.