Gebäude-, Hausrat und Kfz-Versicherung helfen. Tipps für Betroffene.

Nach dem Tornado in Roetgen: „Die meisten Schäden sind versichert“

Die Sachschäden durch den Tornado gehen in die Millionen. In den meisten Fällen sollten die Versicherungen dafür aufkommen.

Auf mehrere Millionen Euro wird der Sachschaden geschätzt, den der Tornado am Mittwoch in Roetgen hinterlassen hat. Ein Trost für die Betroffenen: In den allermeisten Fällen kommen die Versicherungen für die entstandenen Schäden an und in den Gebäuden sowie auf dem Grundstück auf, wie Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gegenüber unserer Zeitung am Donnerstag bestätigte.

Vom Tornado abgedeckte Dachziegel, beschädigte Fassaden und zerbrochene Fensterscheiben übernimmt demnach die Wohngebäudeversicherung. Über die Hausratversicherung sind Schäden am Wohnungsinventar, wie Möbel, Elektrogeräte, Teppiche und Ähnliches abgesichert. Auch Gegenstände in Keller oder Garage sind mitversichert, wie beispielsweise Rasenmäher oder Werkzeug. Im Rahmen eines Schadens übernimmt die Hausratversicherung für gewisse Zeit auch die Kosten für Hotelübernachtungen, Aufräumarbeiten bzw. Transport und Lagerung des Eigentums, wenn die Wohnung oder das Haus geräumt werden muss – wie auch in einem Dutzend Fälle nach dem Roetgener Tornado.

Die Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden am Auto, die durch den Tornado entstanden sind. Ist das Blech verbeult oder die Scheiben kaputt, werden die Reparaturkosten für gewöhnlich in voller Höhe erstattet. „Fahrzeughalter, deren Auto durch den Tornado beschädigt wurde, sollten die Schäden am besten anhand von Fotos dokumentieren und diese unverzüglich dem Versicherer melden“, empfahl Kathrin Jarosch..

Die Versicherungssprecherin hatte für die Betroffenen weitere Tipps. „Um zügig an das Geld zu kommen, sollten die Schäden so schnell wie möglich dem Versicherer gemeldet werden. Das sollte unbedingt erfolgen, bevor Aufträge an Handwerksbetriebe vergeben werden. Mieter sollten sich im Schadenfall unverzüglich an ihren Vermieter wenden“, so Jarosch. Direkt nach dem Tornado sollte der Schaden so gering wie möglich gehalten werden. „Zerstörte Fenster können provisorisch abgedichtet werden, um das weitere Eindringen von Regenwasser zu verhindern. Herumliegende Gegenstände, wie abgebrochene Äste, Dachziegeln oder Dachrinnen, sollten Hausbesitzer möglichst wegräumen. Nach dem Tornado sollten Hausbesitzer dafür sorgen, dass der Schaden nicht noch größer wird“, meinte die Sprecherin.

Schäden dokumentieren

Der Schaden sollte möglichst anhand von Fotos dokumentiert werden. Auch Kaufbelege könnten in diesem Moment hilfreich sein, hieß es, denn diese Dokumente erleichtern in der Regel die Schadenregulierung durch die Versicherung.

Mehr von Aachener Nachrichten