Förderverein denkt über eine Grabkreuz-Restaurierung nach

Gedenkstein marode. Kosten: über 11.000 Euro. : Förderverein denkt über eine Grabkreuz-Restaurierung nach

Was der Heimat- und Geschichtsverein Roetgen (HeuGeVe) mit der Restaurierung des maroden Heiligenhäuschens vor der Pfarrkirche St. Hubertus erfolgreich vorgemacht und abgeschlossen hat (wir berichteten), möchte der Förderverein Marienkapelle nun mit einem instabilen Grabkreuz an der Kapelle nacheifern.

Vorsitzende Dr. Marion Behrendt-Höhne informierte die Mitglieder über eine „angedachte Planung“, von einer „Idee“, die als gewisse „Hausnummer“ erst einmal unverbindlich im Raume stehe. Die Schadensbilanz, von Behrendt-Höhne dokumentiert, fällt ernüchternd aus: Der Sockel ist marode, das gesamte Grabkreuz instabil. „Es muss etwas getan werden“, waren sie sich einig. Immerhin datiere das Kreuz aus dem Jahre 1845, wurde anlässlich des Todes des damaligen Roetgener Pfarrers Johann Peter Thelen und Dechant des Dekanates Monschau von dessen Bruder errichtet.

Die Vorsitzende hob besonders die Bedeutung des Denkmals gerade für die Fronleichnamsprozession hervor, wo es als Altar in jedem Jahr quasi als Anlaufstelle diene. Der Fortbestand sei jedoch eine Frage der Zeit, es wäre zu schade, wenn dieses alte Grabkreuz zerfallen würde. Der Wille, dieses avisierte Projekt zu realisieren, wurde zwar deutlich spürbar, doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuße, als Schriftführer Helmut Helzle das Angebot einer Roetgener Steinmetzfirma der Versammlung unterbreitete: Über 11.000 Euro stehen für diese Maßnahme zu Buche. Ein dicker Brocken, den es anzupacken und zu stemmen gelte.

„Das wäre unser bisher größtes Projekt“, weiß Helze, und er ist sich sicher: „Es muss hier etwas geschehen, sonst ist das Grabkreuz dem Verfall unweigerlich ausgesetzt.“ Dr. Marion Behrendt-Höhne ergänzte, man wolle sich auch mit der Denkmalbehörde in Verbindung setzen. Fakt sei aber: Wolle man nur den Sockel restaurieren, komme man um ein Auseinandernehmen des gesamten Kreuzes nicht umhin. Für die erforderlichen Arbeiten müssten dann verschiedene Teile abgebaut werden.

Aus der Versammlung heraus war nicht zu überhören, dass es sich um eine „stramme Summe“ handele, die man investieren müsse. Und: Diese Maßnahme würde nicht direkt der Marienkapelle dienen, klang ebenfalls an. Für die Vorsitzende ist das alles erst einmal „Eine Hausnummer“, ein Angebot, das man sorgfältig prüfen werde und müsse. Sie denkt gezielt an die jährlich stattfindenden Fronleichnamsprozessionen, bei den das Grabkreuz einfach mit dazu gehöre. Natürlich wolle man keinen „Schnellschuss“ in Angriff nehmen. Wichtig sei, erst einmal an Geld zu kommen.

Zudem müsse die Denkmalpflege mit dem Vorhaben einverstanden sein. Rolf Wilden (HeuGeVe-Geschäftsführer) empfahl die Einrichtung eines Spendenkontos für diese Maßnahme, so habe auch sein Verein die Summe für das Heiligenhäuschen zusammen bekommen. Behrendt-Höhne schwebt vor, dass Ende diesen Jahres oder im Mai 2020 erst mit konkreten Schritten gerechnet werden könne. Die Devise laute bis dahin: Erst sparen, dann beginnen.

(der)
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