Die Grundschule Roetgen rechnet mit vier Klassen in den Jahrgängen

Gemeinschaftsgrundschule Roetgen : „Eine Fünfzügigkeit wäre schlimm“

Die Kinder in Roetgen werden mehr. Das wirkt sich auch auf die Gemeinschaftsgrundschule in Roetgen aus. Auch wenn im kommenden Schuljahr insgesamt weniger Schüler die Schule besuchen, so werden in Zukunft vermutlich nicht mehr drei, sondern vier Klassen pro Jahrgang bestehen. Sollten es mehr werden, wird es problematisch.

Das hat die Schulleiterin Susanne Bortot in ihrem Bericht an den Bildungs-, Generationen-, Sozial und Sportausschuss verdeutlicht. „Tendenziell haben wir sehr volle Klassen“, sagt Bortot. „Im Schnitt haben wir 26 bis 28 Kinder in den Klassen aller Jahrgänge – und das ist raumfüllend.“

Insgesamt 318 Schüler besuchen derzeit die Gemeinschaftsrundschule, ab dem Sommer werden es 312 Kinder, denn 72 Erstklässler kommen hinzu, während 78 Kinder die Schule nach der vierten Klasse verlassen. In dem ersten Jahrgang im neuen Schuljahr werden drei Klassen gebildet mit jeweils 24 Schülern.

Auch die Betreuung nach dem Unterricht ist gefragt. Von 106 Anmeldungen im laufenden Schuljahr hat sich die Zahl auf bisher 130 gesteigert. „Die OGS wächst sprunghaft.“ In diesem Jahr sei die Lehrersituation deutlich entspannter als im vorherigen Jahr. „Wir hatten viel Glück. Aber die Entwicklung in den nächsten 15 Jahren wird herausfordernd, denn viele Lehrer gehen in Pension und weniger kommen nach.“

Die Geburtenzahlen für die kommenden Jahre kreisen bei knapp unter 90 potenziellen Erstklässlern, die in Roetgen zur Schule gehen könnten. Diese Zahl bedeutet nicht, dass alle Schüler auch tatsächlich an der Gemeinschaftsschule angemeldet werden. Umzug, Präferenz eines anderen Schulstandortes oder beispielsweise der Besuch einer Waldorfschule können die Anmeldezahlen schmälern. „Die Zahl 82 ist für mich als Schulleiterin eine wichtige Zahl, denn es ist die Grenze zur Vierzügigkeit. Wir bewegen uns immer an dem Punkt, bei dem wir überlegen, ob wir drei oder vier Klassen bilden“, sagt Bortot und ergänzt: „Ich rechne damit, dass es dauerhaft bei einer Vierzügigkeit bleibt.“ Die Schule sei baulich darauf ausgerichtet, dass zwei Jahrgänge drei- und zwei vierzügig sein können und gut untergebracht werden könnten. Sollten die Jahrgänge dauerhaft jeweils vier Klassen aufweisen, so müsse auf die OGS-Räumlichkeiten ausgewichen werden und vormittags dort unterrichtet werden, bevor nachmittags die normale Betreuung dort stattfände.

Anders sieht es bei einer möglichen Fünfzügigkeit aus. „Was wir dann machen, weiß ich nicht“, sagt Bortot. Bei 104 Schülern in der Eingangsstufe würden fünf Klassen gebildet. Ein Umstand, den es laut Bürgermeister Jorma Klauss auf jeden Fall zu verhindern gelte. „Um das klar zu sagen, auf eine Fünfzügigkeit sind wir nicht vorbereitet und es wäre schlimm, wenn sie kommt. Sie ist nicht vorgesehen und nicht machbar. Wir haben keine Alternativen“, sagt Klauss. Bei der baulichen Entwicklung neuer Wohngebiete in Roetgen müsse man darauf achten, dass es nicht zu derartigen Sprüngen in der Altersgruppe kommt. In Hinblick auf die ansteigenden Geburtenzahlen und dem Mangel an Kitaplätzen mahnen die Ausschussmitglieder, sich rechtzeitig mit dem Thema zu beschäftigen und vorzeitig zu reagieren, um nicht später mit entsprechenden Problemen konfrontiert zu werden. Zurzeit gibt es einen Jahrgang mit vier Klassen in der Grundschule. „Der Sprung zu einer Fünfzügigkeit ist sehr groß“, sagt Klauss. „Da müssen schon viele Kinder pro Jahr hinzukommen.“

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