Roetgen trauert um verdienten Bürger: Hanns Lennartz ist tot

Heimat, Politik und Sport waren sein Leben : Roetgen trauert um verdienten Bürger Hans Lennartz

Trauer bei vielen Bürgern, Vereinen, Politik und Sport: Hans Lennartz ist tot, er starb am 23. Januar im Alter von 86 Jahren. Er hat die Geschichte der SPD in den Fokus gerückt, für Politik und Gemeinwohl sich eingesetzt.

„Roetgen ist für mich alles“, hat er stets kundgetan.

Lennartz war Vater zweier Töchter und eines Sohnes. Seine Frau, die Turnerin Elisabeth Cremer, lernte er bei einem Kameradschaftsabend des TV Roetgen im Jahr 1953 kennen. Sie heirateten 1956.

Kurz darauf, 1957, trat Lennartz der SPD bei, in seinem Parteibuch steht neben dem Eintrittsdatum 1. Februar auch eine Widmung des damaligen Spitzenpolitikers Fritz Erler. Für den damals 24-jährigen Roetgener eine ganz besondere Erinnerung, wie er erzählt hat. 1964 errang Lennartz erstmals ein Direktmandat für die SPD im Kreistag. 2017 war er seit 60 Jahren Mitglied und wurde für seine Treue zu den Genossen vom Ortsverein Roetgen geehrt.

Auch beim Ortskartell Roetgen bekleidete er eine wichtige Position: 2003 wurde er Vorsitzender. Ein Jahr später führte er das Maibaum-Aufstellen wieder ein, 2008 legte er das Amt nieder.

Auch im Sport war Lennartz engagiert: Er spielte beim hiesigen TV Handball, hütete mit 16 Jahren das Tor der ersten Feldhandballmannschaft, wechselte zum VfR Forst, kam nach Roetgen zurück und spielte bis 1960 beim TV als Keeper. Er war Schiedsrichter im Handballkreis Aachen. 1970 dann ein Highlight: Der Deutsche Handballbund berief ihn zum Jugendwart. Nach nur einem Jahr widmete er sich jedoch wieder verstärkt „seinem“ TV in Roetgen. 1984 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Ein weiteres Hobby von Lennartz war das Schachspiel, das er bereits im Alter von 15 Jahren erlernte. 1952 gründete er den Schach-Club Roetgen, er wurde mehrfacher Vereins-, Kreis- und Bezirksmeister, 1979 übernahm er dann das Amt des ersten Vorsitzenden im Schachkreis Aachen. In NRW wählte man ihn 1985 zum Schatzmeister, er hatte rund 20.000 Schachspieler zu betreuen. Er war Ehrenvorsitzender des Aachener Schachverbandes und des Schachverbands NRW. Eine besondere Erinnerung war wohl ein großes Turnier in Berlin. Dort setzte das Roetgener Urgestein den Ex-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker matt.

Hans Lennartz gehörte auch zu den Mitgründern des Heimat- und Geschichtsvereins (HeuGeVe), denn Heimat war für ihn von großer Bedeutung. 2006 bat der damalige SPD-Bürgermeister Manfred Eis Lennartz, er möge Einladungen für den HeuGeVe verschicken. Heute ist der Verein ein Aushängeschild in Roetgen. So blieb es nicht aus, dass er zur Feder griff und Geschichten über die Heimat für die Nachwelt festhielt: Lennartz schrieb eine Chronik, auf 40 Seiten arbeitete er die Zeit bis 1975 in Dokumenten und Fotos auf.

Auch beruflich erlebte er einiges: 1970 machte er sich mit einer Möbelspedition in Roetgen selbstständig. Mit seinem Bruder Erich hatte er die Idee, in Monschau ein Bimmelbähnchen fahren zu lassen. 1988 erfolgte der Start durch die Stadt bis rauf zur Burg. 1996 verkauften die Lennartz-Brüder das Unternehmen.

Für sein Wirken erhielt Lennartz 1963 das Bundesverdienstkreuz. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, 7. Februar, 9.30 Uhr, in der Pfarrkirche St. Hubertus, Roetgen, statt, danach wird die Urne auf dem Friedhof beigesetzt.

(der)
Mehr von Aachener Nachrichten