Roetgen: „Roetgen kocht“ Speisen auf syrisch im Pfarrheim

Roetgen : „Roetgen kocht“ Speisen auf syrisch im Pfarrheim

Am vergangenen Sonntag war Roetgen arabisch. Mit „Roetgen kocht“ hatte der Flüchtlingsrat ein langersehntes Projekt in die Tat umsetzen können: syrisch kochen mit 80 Alt- und Neueifelern im katholischen Pfarrheim.

Pünktlich gegen 15 Uhr eröffnete Johannes Pössinger vom Flüchtlingsrat „Roetgen kocht“ und dankte der katholischen Kirche, die gerne das Pfarrheim zur Verfügung gestellt hatte: „Heute folgen wir alle bedingungslos unserer Chefköchin Armani. Sie hat die Rezepte für sechs Vorspeisen, zwei Hauptspeisen und ein Dessert vorbereitet.“ „Chefköchin“ stand deutlich auf Armanis Schürze, was sie freute: „Die trage ich jetzt immer.“

Die Teilnehmer, die alle schwarze Schürzen mit der Aufschrift „Roetgen kocht“ trugen, begannen direkt mit dem Kleinschneiden des Obsts und Gemüses, das die Chefköchin im Anschluss zubereitete. Zwiebeln, Pilze und Paprika benötigte die studierte Bauingenieurin Armani für eines ihrer beliebten Reisgerichte, Minze und Zitrone für einen arabischen Bulgursalat, Hähnchenstreifen für gefüllte Teigtaschen und gehackte Nüsse für einen Vanille-Griespudding: „Ich mache auch Humus, aber das kennen ja hier auch alle“, scherzte Armani.

Die Köchin, die ihre Rezepte nach Gefühl kocht, hatte alles bedacht. So gab es auch vegetarische Gerichte und das Fleisch, das sie zubereitete, war „hall“ — arabisches für „erlaubt“ oder „zulässig“.

Lehrer Haltfried schnippelte Champignons: „Ich bin sehr gerne hier. Die syrische Küche ist einfach unglaublich. Ich habe das erste Mal syrisch in Damaskus gegessen, und der Tisch hat sich gebogen. Das war so ein schönes Land. Wenn ich heute die Bilder in den Nachrichten sehe, werde ich sehr traurig. Die Menschen, die Probleme mit den Geflüchteten haben, sollten wirklich gelassener werden.“

Hemmschwellen abbauen

Auch Ingrid Karst-Feilen vom Flüchtlingsrat wünscht sich, dass durch Veranstaltungen wie „Roetgen kocht“ Hemmschwellen abgebaut werden können: „Wer Armani und ihre Familie kennenlernt, kann nur Positives sagen“. Für Johannes Pössinger steht fest: „Begegnung lohnt sich immer. Bitte nehmen sie Gespräche wahr.“

Um diese „Begegnung auch weiterhin zu ermöglichen, plant der Flüchtlingsrat einen Ausflug zum Walheimer Abenteuerspielplatz und zum Rursee. Chefköchin Armani, die mit ihrem Mann Wail, ihrer Tochter Cham und zwei kleinen Söhnen aus Syrien vor dem Krieg fliehen musste, hat in Roetgen ein Zuhause gefunden. Sie guckt positiv in die Zukunft. Tochter Cham besucht mittlerweile das St.-Michael-Gymnasium in Monschau, und Wail, der ebenfalls Bauingenieurswesen studierte, sucht nach Arbeit.

(kfr)
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