Monschau: „Rigoletto & More“: Große Operngala begeistert auf der Burg

Monschau : „Rigoletto & More“: Große Operngala begeistert auf der Burg

Am Samstag wird es beim Monschau-Festival immer traditionell. Dann bittet die Stadt im VIP-Areal auf der Burg zum Empfang, halten Bürgermeisterin und Schirmherr vor Beginn der Aufführung wohlgesetzte Reden, gibt es ein künstlerisches Programm, das der gesamten Veranstaltung ordentlich Glanz verleihen soll. In keiner Hinsicht haben die Ausrichter mit dieser Überlieferung gebrochen.

Was Bayreuth und Salzburg recht ist, kann Monschau, der Perle der Nordeifel, eigentlich nur billig sein. Die Stadt sonnt sich in ihrem Glanz, feiert Kunst und die Künstler und dabei auch ein wenig sich selbst.

Bei der großen Operngala „Rigoletto & More“ begeisterten zahlreiche Künstler wie Tenor Antonio Rivera und Diana Petrova Darnea (kl. Bild) mit bedeutenden Kompositionen und sorgten so für einen glanzvollen Abend. Foto: Christoph Hahn

Im Rahmen der großen Operngala „Rigoletto & More“ hatte Bürgermeisterin Margareta Ritter vorab das Wort. Vielen sprach sie ihren Dank aus, nicht zuletzt den Sponsoren und ganz besonders der Familie Weiss, die seit Wiederbegründung der Veranstaltungsfolge anno 2000 diese in besonderer Weise mitträgt.

Besonders herzlich hieß Ritter den Rollesbroicher Unternehmer Alexander Wilden als „neuen Freund“ des Festivals willkommen. Einige besonders herzliche Worte widmete sie zudem einer Gruppe von Mitarbeitern, die in dem bunten Treiben auf der und um die Burg meist nicht sichtbar wird: „Hier zaubert der Bauhof Monschau unter Lulu Castell jedes Jahr eine Kulisse, die immer wieder einzigartig ist.“

Schirmherr Wolfgang Mainz betonte seine „besondere Verbindung mit dieser Stadt“ — schließlich sei er schon 1976 als Kind hierher gezogen. Der Blick auf das Programm der diesjährigen Festival-Ausgabe mit Auftritten unter anderem von Konstantin Wecker und Nana Mouskouri stimmte ihn besonders hoffnungsvoll, was die Zukunft betrifft, denn: „Die Weltstars kommen nach Monschau.“ Das strahle auch auf das lokale Umfeld aus. „Viele sind hier ehrenamtlich tätig.“

Die künstlerischen Beiträge der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg unter Leitung von Juri Gildo sowie der internationalen Solisten trugen ihr Übriges dazu bei, dem Abend den gebührenden Glanz zu verleihen.

Arien, Duette und Ouvertüren aus Opern von Mozart, Verdi, Bizet und anderen bedeutenden Komponisten stillten das Bedürfnis der Zuhörer nach Wohlklang, zumal sich die Solisten ordentlich ins Zeug legten und besonders im zweiten Teil der Veranstaltung, die insgesamt fast drei Stunden dauerte, einer nach dem anderen vom Publikum für ihre Darbietung mit frenetischem Jubel bedacht wurden.

Störend an dieser Operngala wirkte im Grunde dann doch noch eines: Es gab keine Andeutung eines Programmes — kein Besetzungszettel informierte darüber, wer mit welchem Hintergrund gerade seine Stimmbänder strapaziert hatte, und auch eine begleitende Moderation fehlte völlig. So blieb dem Publikum immerhin der Glanz schöner Stimmen. Gedrucktes Programm und Informationen zu den Sängern hätten dem Abend sicher noch einen Mehrwert hinzugefügt.

Die Operngala blieb so immerhin eine Veranstaltung randvoll mit klassischer und romantischer Musik, deren Hören für viele Menschen noch immer zu den kostbaren Momenten des Lebens gehört.

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