Rollesbroich: Richtfest für das neue Tanzsportzentrum

Rollesbroich: Richtfest für das neue Tanzsportzentrum

Auch Architekten werden mitunter zum allgemeinen Erstaunen „von der Muse geküsst“ und lassen sich zu ungewöhnlichen Handlungen hinreißen. So stieg Jens Wunderlich am Sonntagnachmittag im Rollesbroicher Gewerbegebiet in eine Schubkarre, um den versammelten Zuhörern nach altem Brauch zuzurufen: „Auf starken Mauern festen Grund, das Dachgespärr blickt in die Rund. In seines Stahlwerks voller Pracht, recht als ein Meisterwerk gedacht.“

Danach schmiss er ein Schnapsglas gegen die Wand. Schließlich stand das Richtfest der neuen Halle des Vereins „Tanzwerkstatt Simmerath e.V.“ an, der an dieser Stelle auf einem Grundstück von 4600 Quadratmeter sein neues Tanzsportzentrum mit einer Nutzfläche von über 1100 Quadratmetern errichtet. Wie der Vorsitzende des über 650 Mitglieder starken Vereins, Christoph Keischgens, stolz bemerkte, toppt man damit den Antoniushof in Rurberg und die Tenne in Eicherscheid.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, der zur Gratulation erschienen war, hob die Synergieeffekte des Projekts für das Gewerbegebiet hervor und zeigte sich vom Fortschritt der Bauarbeiten beeindruckt. Seit August haben die Vereinsmitglieder mit beachtlicher Eigenleistung tatkräftig mitgeholfen und gezeigt, dass sie mit der gleichen Geschwindigkeit Hand anlegen können, wie sie ansonsten auf dem Parkett ihre Beine schwingen. Mitte Oktober ist aus 40 Lkw-Ladungen Beton die Bodenplatte entstanden, und Anfang November war mit dem Errichten der Stahlkonstruktion begonnen worden.

Für die Vereinsmitglieder war Steineschleppen und Mauern angesagt, was oft bis in die Abendstunden dauerte. Auch wenn man zum Richtfest damit noch nicht ganz fertig war, wurde schon die gesamte Größe des umbauten Raumes (über 7300 Kubikmetern)deutlich.

In dem neuen „Tanztempel“ werden bei Fertigstellung drei Tanzräume (315, 210 und 94 Quadratmeter) zur Verfügung stehen, von denen die beiden größeren zu einem Veranstaltungsraum von 525 Quadratmetern zusammengefasst werden können. Hinzu kommt ein Empfangs- und Bistrobereich mit rund 100 Quadratmeter. Zudem werden vor der Halle 40 Parkplätze zur Verfügung stehen.

In ihrem sechsten Vereinsjahr ist die Tanzwerkstatt derzeit noch auf zwei Standorte verteilt. Tanzräume befinden sich in der ehemaligen Squashhalle, Hauptstraße 30, und in Kesternich, Bundesstraße 11. Das wird sich mit Fertigstellung des neuen „Prunkstücks“ im Gewerbegebiet ändern. Dort wurde beim Richtfest zum Schluss noch einmal Architekt Jens Wunderlich tätig, der Christoph Keischgens nach altem Handwerkerbrauch aufforderte, glücksbringend ein rohes Ei über das Hallendach zu werfen.

(ho)
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