Nordeifel: Rheumaberatung in Roetgen und Monschau vor dem Aus

Nordeifel : Rheumaberatung in Roetgen und Monschau vor dem Aus

Über 400 Krankheitsbilder lassen sich unter dem Oberbegriff „Rheuma” zusammenfassen. Was wenige wissen: Selbst Kinder sind teilweise schon betroffen, da Rheuma auch zu den vererbbaren Krankheit zählt.

Dennoch ist es schwer, einen geeigneten Facharzt für das verbreitete Leiden zu finden, der eine wirklich differenzierte Diagnose stellen kann. Denn „nur um die 50 Spezialisten in ganz Deutschland gibt es”, berichtet Gerda Moosmayer, die als Rheuma-Beraterin in der Nordeifel tätig ist.

Regelmäßig bietet sie Patienten in ihrer Sprechstunde ihre Unterstützung an. An jedem dritten Dienstagvormittag im Monat öffnet sie ihr Büro im Simmerather Rathaus, um gemeinsam mit Rheumakranken Anträge auszufüllen oder sich mit ihnen auf die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner in rheumatologischen Kliniken zu machen.

Der Bedarf daran sei ihrer Erfahrung nach enorm, versichert die ehrenamtlich arbeitende Beraterin. Aus diesem Grund kamen im Juni 2007 zwei weitere Beratungsstellen in den Gemeinden Monschau und Roetgen hinzu, die ebenfalls von Gerda Moosmayer betreut werden.

Die Bürgermeister der Kommunen hatten dafür eigens Büros zur Verfügung gestellt. Nun droht diesen beiden zusätzlichen Stellen ab Januar 2009 das Aus. Wie aus heiterem Himmel habe sie diese Nachricht getroffen, berichtet Moosmayer. Mit der Begründung der „Unwirtschaftlichkeit” und aus „Kostengründen” soll die Rheumaberatung nun ausschließlich in Simmerath fortgesetzt werden.

Ein Entschluss der Rheuma-Liga, den Gerda Moosmayer nicht nachvollziehen kann, schließlich arbeite sie ehrenamtlich und erhalte nur wenige Cent Kilometergeld. Dafür sei sie aber auch stets privat ansprechbar, beispielsweise wenn Berufstätige die Beratung am Vormittag nicht wahrnehmen können. „Alles, was ich in Roetgen und Simmerath aufgebaut habe, ist nun dahin”, ärgert sie sich. Jetzt heiße es wieder die Anfragen der Patienten dreier Kommunen in anderhalbstunden im Monat „abzuwickeln”; ein Gedanke, der Moosmayer nicht behagt, konnte sie diese Menge vorher doch auf sechs Stunden und mehr monatlich verteilen. „Es ist sowieso schon schwer für die Leute den richtigen Ansprechpartner zu finden”, erklärt sie.

Begleitung zu Ärzten

Oft begleite sie die Betroffenen auch zu Ärzten, um sie von der Notwendigkeit einer Therapie für den Patienten zu überzeugen, da sie weiß, dass Therapien kaum noch auf Anhieb genehmigt würden. Solch ein Service sei nun, bei der großen Anzahl der Interessenten, nur noch schwer möglich. Einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit gebe sie dafür bereits auf.

Dies sei ein großes Manko für die Nordeifel, denn der Bedarf an Beratung sei nach wie vor groß. Bedanken möchte sie sich aber auf jeden Fall für das ihr bisher entgegenbrachte Vertrauen der Bevölkerung und Gemeinden.

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