Reaktionen auf die Wahl zum neuen Städteregionsrat

Städteregionsratswahl in der Eifel : Auf Grüttemeier ruhen viele Hoffnungen

Der CDU-Kandidat gewinnt in fast allen Wahlkreisen in der Nordeifel. Nur Paustenbach ist die Ausnahme. Die Wahlbeteiligung liegt in der Eifel über dem Durchschnitt.

Nirgendwo war die Beteiligung an der Wahl zum neuen Städteregionsrat höher als in den drei Nordeifelkommunen. Mit 38,40 Prozent in der Stadt Monschau,  41,31 Prozent in der Gemeinde Roetgen und 35,29 Prozent in der Gemeinde Simmerath machten hier deutlich mehr Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch als in den anderen Kommunen der Städteregion. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung lediglich bei 27,06 Prozent.

Bestes Ergebnis in Dedenborn

In sechs von zehn Kommunen errang der CDU-Kandidat Tim Grüttemeier den Sieg vor der SPD-Kandidatin Daniela Jansen. Dazu zählen neben seiner Heimatstadt Stolberg (66,36 Prozent), Baesweiler (65,93) und Würselen (54,94) auch die drei Nordeifelkommunen. In Monschau gewann Grüttemeier 59,75 Prozent der Stimmen, in Roetgen 56,39 Prozent und in Simmerath 62,75 Prozent.

In Monschau und Roetgen hatte Grüttemeier in allen Stimmbezirken die Nase vorn. Nur in Simmerath gelang es Daniela Jansen, einen Stimmbezirk zu gewinnen. In Paustenbach lag sie mit 70,83 Prozent deutlich vor dem CDU-Kandidaten. Sein bestes Ergebnis in allen Wahlkreisen der Nordeifelkommunen erzielte Grüttemeier mit 74,19 Prozent in Dedenborn.

Monschaus Bürgermeisterin, Margareta Ritter (CDU), spricht von einem „schönen Ergebnis“. Es zeige, dass Grüttemeier in Monschau mit Kompetenz überzeugt habe. „Ich denke, die Menschen in Monschau sind enger an den lokalpolitischen Themen“, sagt sie über die im Vergleich zu anderen Kommunen höhere Wahlbeteiligung.

Auf die Frage, ob die Kontaktaufnahme zum neuen Städteregionsrat schon jetzt oder erst nach dessen Amtsantritt am 1. Januar 2019 erfolge, erklärt sie, man habe schon am Abend der Stichwahl gemeinsam in Stolberg-Vicht gefeiert. „Tim Grüttemeier ist ja kein Fremder, sondern ein Freund. Er war für uns in der Städteregion der Wunschkandidat der CDU. Und als Bürgermeisterkollege ist er für mich ein verlässlicher Partner, der die Interessenlage unserer Stadt Monschau und auch des Eifelraums insgesamt kennt“, sagt Ritter.

Wichtige Themen für die Stadt Monschau seien die gemeinsame Sicherstellung des Schulangebotes „in unserem Lebensraum“ und der Ausbau der B 258 ins Oberzentrum Aachen. In den neuen Amtsträger setze sie die Hoffnung, „dass er Verständnis für die Bedürfnisse an der Basis hat und daran seine Sachpolitik orientiert“, erklärt Ritter auf Anfrage.

Eine knappe Zweidrittelmehrheit in Simmerath für Tim Grüttemeier zeige, dass der CDU-Kandidat in der Gemeinde auf große Zustimmung gestoßen sei, sagt Simmeraths Bürgermeister, Karl-Heinz Hermanns (CDU). „Ich freue mich, dass mit ihm eine neue, hochkompetente Persönlichkeit an die Spitze der Städteregion gewählt wurde. Ich bin sicher, dass er in hohem Maße geeignet ist, die vielfältigen Herausforderungen in der Städteregion Aachen zu meistern“, erklärt Hermanns auf Anfrage.

In den Eifelkommunen sei der direkte Draht der politischen Parteien, aber auch der Bürgermeister, zu den Wählerinnen und Wählern offenbar besser als in größeren Kommunen. Dadurch gelinge es wohl auch, mehr Menschen für das politische Geschehen zu interessieren und zum Wählen zu motivieren, sagt Hermanns mit Blick auf die Wahlbeteiligung in der Eifel.

Auch er habe dem neuen Städteregionsrat bereits am Sonntagabend bei der Wahlparty in Vicht gratuliert. Die schriftlichen Glückwünsche der Gemeinde Simmerath werde er ihm noch zukommen lassen und ihn gleichzeitig zu einem offiziellen Besuch nach Simmerath einladen, „um gemeinsam mit ihm sowie Vertretern der Simmerather Fraktionen und der Verwaltung über anstehende Themen und Projekte sprechen zu können“.

Anzusprechende Themen seien die Position und möglichen Aktivitäten des Städteregionsrates zum  Verkehrsfluss auf der B 258, zu dem Atomkraftwerk Tihange, zur weiteren Entwicklung des ländlichen Raumes und zum Schulwesen in der Eifel.  „Gerade bei diesen Themen brauchen wir auch weiterhin die Unterstützung der Städteregion“, betont Hermanns.

Er hofft, dass Grüttemeier „als junger und fachlich versierter Chef der Städteregions-Verwaltung und Vorsitzender des Städteregionstages gerade auch die anstehenden Veränderungsprozesse (z.B. Themen der Digitalisierung oder die in Teilen der Bevölkerung bestehende Politikverdrossenheit) sicherlich intensiv angehen und auch das Projekt Städteregion deutlich beflügeln wird“.

Das Ergebnis in Roetgen sei eigentlich typisch für die Gemeinde, sagt deren Bürgermeister, Jorma Klauss. Es spiegele die üblichen Verhältnisse wider. Nur bei Gemeinderatswahlen schneide die SPD gewöhnlich besser ab. „Daniela Jansen hat eine tolle Aufholjagd hingelegt und bewiesen, dass die SPD zumindest in der Region auf Augenhöhe mit der CDU ist“, erklärt Klauss auf Anfrage.

Er sei sehr froh, dass die Roetgener Bürger wieder zahlreich zur Wahl gegangen seien. „Wir haben eine sehr politisch denkende Bevölkerung“, hält Klauss fest.

Den neuen Städteregionsrat habe er am Montag schon bei der Bürgermeisterkonferenz getroffen, wo er ihm auch herzlich gratuliert habe. „Zwischen den Bürgermeistern in der Region besteht ohnehin ein reger Austausch“, sagt Klauss.

Wichtig sei ihm, „dass die Stadt-Umland-Beziehung zwischen Aachen und den anderen städteregionsangehörigen Kommunen deutlich besser wird“. Außerdem wünsche er sich eine „gut abgestimmte Verkehrspolitik und eine Neuausrichtung der Schullandschaft in der Nordeifel“.

„Ich habe bisher gut mit Tim Grüttemeier zusammengearbeitet, und habe den Wunsch, dass das so bleibt“, sagt Roetgens Bürgermeister.

(ag)
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