Simmerath: Raphael ist Baby Nr. 283 für die Geburtshilfe

Simmerath : Raphael ist Baby Nr. 283 für die Geburtshilfe

Raphael kam ganz entspannt auf diese Welt. Obwohl seine Mama Anke auf ihrem Weg zum ersten Kind so manche Komplikation durchlebt hatte, entschied sie sich nicht für eine Entbindung im Krankenhaus in Mechernich, wo sogar eine Kinderklinik angeschlossen ist, sondern für das Simmerather Krankenhaus.

„Weil hier einfach eine schöne und familiäre Atmosphäre herrscht”, so die Hellenthalerin. Sie brachte den gesunden Jungen mit 3370 Gramm Geburtsgewicht und stattlichen 56 Zentimetern Größe in der Nacht zum Dienstag, genau um 3.05 Uhr zur Welt.

Raphael Faber ist das 283. Neugeborene der Simmerather Geburtshilfe im Jahr 2008, einem Jahr, das wohl eines der schwersten in der über 100-jährigen Geschichte von St. Brigida war. 282 Geburten und 283 Neugeborene - die Statistik verzeichnet auch eine Zwillingsgeburt - bedeuten eine Steigerung der Geburtenzahl im Malteserkrankenhaus um beachtliche zehn Prozent und stehen gleichsam symbolisch für den Aufbruch des Simmerather Krankenhauses in ruhigere Gewässer.

„Wir sind sehr froh, dass die Akzeptanz unserer Geburtshilfe trotz der Turbulenzen im vergangenen Jahr bei jungen Familien erhalten worden ist”, dankte Dr. Hartmut Wiechmann, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe an St. Brigida für das entgegengebrachte Vertrauen. „Die familienorientierte Geburtshilfe mit unseren Beleghebammen hat sich über Jahre bewährt und muss bewahrt werden”, schließt Dr. Wiechmann auch die sieben im Hause praktizierenden Hebammen in die Erfolgsbilanz mit ein. Derzeit werden junge Mütter vor, während und nach der Geburt im Malteserkrankenhaus von Eva Krings (Konzen), Justine Grube (Hellenthal), Elisabeth Roentgen (Rott), Christina Zimmermann-Holz (Dahlem), Rita Greuel (Steckenborn), Andrea Victor (Imgenbroich) und Sabine Stollenwerk (Simmerath) betreut.

Nicht nur von den nackten Zahlen her blickt man auf der Station Eins des Simmerather Krankenhauses auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die große Mehrzahl der Geburten verlief ohne Komplikationen, und wenn doch einmal Probleme auftauchten, dann funktionierte die Zusammenarbeit mit der Kinderklinik des Stolberger Bethlehem-Krankenhauses optimal - „so wie eigentlich seit Jahren”, so Dr. Wiechmann, der betont: „Der Notarztwagen für Kinder, Sindbad genannt, hatte aber 2008 bei uns keinen Einsatz.”

Allerdings haben viele Mütter - der Gynäkologe schätzt die Zahl auf 15 Prozent - „sehr rasch nach der Aufnahme entbunden. Eine weitere Anfahrt zum Krankenhaus hätte also zu Komplikationen führen können”, führt der ehemalige ärztliche Direktor ein gewichtiges Argument für die ortsnahe Krankenhaus-Versorgung an.

Dr. Wiechmann ist erleichtert, „dass die Geburtshilfe nun für drei Jahre gesichert zum Wohle der Bevölkerung in der Eifel tätig sein kann - und ich hoffe und wünsche mir, dass dies auch über 2011 hinaus so bleibt”, so der Wunsch des Mediziners.

300 Geburten auch 2009

Der Leiter der Abteilung hält auch im kommenden Jahr eine Zahl von rund 300 Geburten in Simmerath für realistisch - unabhängig von den Umstrukturierungen auf dem Weg zur Portalklinik. „Die Einbindung in die neue Struktur wird sicher auch für die Geburtshilfe gut gelingen”, ist Dr. Hartmut Wiechmann überzeugt. Die Veränderungen wird der Träger Anfang des neuen Jahres vorstellen.

Zunächst aber ist man in Simmerath nun froh über den positiven Ausklang eines schweren Jahres. Nachdem man sich am Heiligabend schon über das ambulant entbundene „Christkind” Noah Panke (ebenfalls aus Hellenthal und 3100 Gramm schwer sowie 49 Zentimeter groß) auf der Geburtshilfestation in Simmerath gefreut hat, setzte Raphael Faber gestern gleichsam den Schlusspunkt für 2008 - oder vielleicht auch nicht. Denn wer weiß, vielleicht mag ja am letzten Tag des Jahres, Baby Nummer 284 noch in die Geschichte des Jahrgangs 2008 der Geburtshilfe am Simmerather Krankenhaus eingehen.

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