Imgenbroich: Produktiv trotz Behinderung

Imgenbroich: Produktiv trotz Behinderung

Insgesamt 25 Mitglieder kamen zur Besichtigung der Caritas Behindertenwerk GmbH nach Imgenbroich im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung.

„Es war ein sehr informativer und eindrucksvoller Abend, der dazu beitragen wird, dass das eine oder andere Monschauer Unternehmen darüber nachdenken wird, ihrer Einrichtung künftig den einen oder anderen Auftrag zukommen zu lassen”, konstatierte Werner Krickel, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmer (AMU).

Äußerlich unterscheidet sich der Gebäudekomplex der Caritas Behindertenwerkstatt nicht von den benachbarten Unternehmen, sondern reiht sich ein, in die architektonische Nüchternheit eines Gewerbegebietes. Beim Betreten des Gebäudes wird allerdings schnell klar, dass es sich nicht um einen klassischen Wirtschaftsbetrieb handelt. Großzügig, hell und freundlich, so präsentieren sich die weitläufigen Räumlichkeiten. An vielen Stellen künden selbstgemalte Bilder an den Wänden, von einer freundlichen, beschützenden Welt. Selbstöffnende Türen, breite Gänge, viele Hilfsmittel wie elektrische Rollstühle, große Ess- und Entspannungsbereiche, machen deutlich, dass in der Caritas Behindertenwerkstatt am Handwerkerzentrum, das beschützende Element gleichberechtigt neben der Wirtschaftlichkeit steht.

Michael Doersch, Geschäftsführer des Caritas Behindertenwerkes und Ralf Kather, Betriebsleiter vom Werk 5 in Imgenbroich, wie die Einrichtung innerhalb der Caritas heißt, freuten sich über das große Interesse der AMU.

Aktuell sind in Deutschland ca. 230.000 Menschen mit Behinderung (geistig, seelisch, psychisch und sonstig behindert) in 670 anerkannten Werkstätten beschäftigt. Davon werden allein im Rheinland 43 Werkstätten unterhalten. Sie alle stehen für den gesellschaftlichen Willen, behinderte Menschen am Arbeitsleben teilhaben zu lassen.

Ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung umzusetzen, oder eine Tagesstruktur, Betreuung und Pflege zu gewährleisten, unterscheidet die Werkstatt erheblich von anderen Unternehmen. Arbeitsbegleitende Programme wie, Sport, Spiel, Musik, Theater, Freizeiten, Ferien und beispielsweise Psychotherapie gehören ganz selbstverständlich mit zum Arbeitsalltag. „Wir bemühen uns, herauszufinden, welcher Arbeitsbereich zum jeweiligen behinderten Menschen passt, um ihn darin auszubilden und zu befähigen, bis er vielleicht auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelbar ist”, erläutert Michael Doersch.

Auf dem neuesten Stand

Auf dem neusten Stand der Technik, präsentieren sich die einzelnen Arbeitsbereiche und Abteilungen in Imgenbroich. Eine Druckerei mit Möglichkeiten für Mehrfarbendruck, Druckweiterverarbeitung, eine Zentralsterilisationsabteilung für die Belieferung von Krankenhäusern, niedergelassene Ärzte und für Hersteller Medizinprodukte, eine Schreinerei die Kisten, Paletten, Gestelle und Verpackungen herstellt und eine Abteilung für Metallverarbeitung in der gedreht und gefräst wird, sorgte für Begeisterung bei den AMU-Mitgliedern.

Daneben gibt es in Imgenbroich Trainings- und Befähigungsmöglichkeiten durch Lagertätigkeiten, Arbeiten in der Küche sowie im heilpädagogischen Arbeits- und Förderbereich. Hauptaugenmerk bei allen Aktivitäten, liegt auf der beruflichen Bildung und dem heilpädagogischen Arbeitsbereich.

Fünf Standorte in der Region

Die Caritas Behindertenwerk GmbH ist an fünf Standorten in der Städteregion Aachen vertreten. Insgesamt arbeiten dort 240 nicht behinderte Mitarbeiter und 980 behinderte Mitarbeiter; davon 143 Menschen mit einer psychischen Behinderung. „Die Tendenz stark steigend”, ergänzte Ralf Kather.

„Unser Treffen in ihrem Hause, nehmen wir gerne zum Anlass, unsere Versammlungen öfter in Monschauer Betrieben abzuhalten. So bekommen wir einen sehr fundierten Einblick in die unterschiedlichsten Produktionsabläufe und Firmenstrukturen”, bedankte sich Werner Krickel für die informative Gastfreundschaft der Caritas.

Mehr von Aachener Nachrichten