Mützenich: Pfadfinder tauschen das Flachland gegen die Eifel

Mützenich: Pfadfinder tauschen das Flachland gegen die Eifel

Für die 100 niederländischen Pfadfinder hat der Tag früh begonnen. Schon um 6 Uhr haben in der Zeltstadt in Roermond die Wecker geklingelt, und gleich nach dem Frühstück ging es mit dem Bus in die Eifel. Dabei war der Abend lang, die Pfadfinder waren bis spät in die Nacht auf den Beinen.

Die niederländischen Pfadfinder feiern in diesen Tagen in Roermond ihr 100-jähriges Bestehen. Mehr als 13.000 Pfadfinder aus allen Teilen des Landes und vielen anderen Ländern der Welt treffen sich zur „Jamborree” und sie haben viele spannende Aktionen vor sich. Und weil Mützenich etwa 100 Kilometer von Roermond entfernt ist, haben die Pfadis die dortige Grillhütte als Basislager für ihre Jubiläums-Exkursionen in die Natur gelegt.

Robert van Dongen und die anderen Leiter haben ein Zeltlager mit Feldküche eingerichtet. Knapp zwei Wochen sind die Pfadis in Mützenich. „Wir wollten an einen Ort, der anders ist, als die Niederlande, an einen Ort, der nicht so flach ist”, sagt Lagerleiter Robert van Dongen. 1100 niederländische Pfadfinder werden dann die Eifel erkundet haben 1100 hungrige Mägen müssen gefüllt werden. Jeden Tag kommen zwei Busse mit jeweils 100 Jugendlichen in die Eifel. Von dort starten sie laut singend ihre zehn Kilometer lange Wanderung, bei der einige Hindernisse auf die „Explorer-Scouts” - so heißen die Pfadfinder zwischen 14 und 17 Jahren in den Niederlanden - warten. 20 Betreuer sorgen dafür, dass den Explorern einiges geboten wird.

Von der Grillhütte geht es zur Norbertuskapelle, dann nach Dreistegen und wieder zurück zum Ausgangspunkt. An Dreistegen hangeln sich die Jugendlichen an Seilen über das Wasser und in Kalterherberg müssen sie an einem Spinnennetz ihre Geschicklichkeit beweisen und sich durch das Netz lavieren, ohne die Seile zu berühren. Etliche Töpfe, Kellen und Teller stapeln sich in der Küche, schließlich kommen die Jugendlichen hungrig von ihrem Ausflug zurück. Suppe und Brötchen gibt es vor der Abfahrt zurück nach Roermond.

„Die zweite Gruppe kommt etwa eine Stunde später”, sagt Sabina van Dongen-Beun. Die Organisatoren aus Roermond haben gerade angerufen. Am Mittag kommt die Jugendgruppe dann in Mützenich an, um sich auf Wandertour zu begeben. Die Betreuer im Bus haben die Jubiläumszeitung mitgebracht. Jeden Tag geben die Pfadfinder eine eigene Zeitung heraus, in der sie schildern, was im Lager los ist. Am Abend, nach der Wanderung, werden am Lagerfeuer Hamburger gebraten.

Robert van Dongen und sein Pfadfinderstamm aus Eindhoven, die das Lager in Mützenich betreuen, sind nicht zum ersten Mal in der Eifel. „Wir sind schon oft hier gewesen, um mit der Gruppe Fahrrad zufahren oder zu wandern.” Aber noch nie waren so viele Pfadfinder in so kurzer Zeit in der Eifel.