Perlenbachtalsperre ist wieder gut gefüllt

Nach der Trockenheit : Perlenbachtalsperre innerhalb weniger Tage wieder voll

Nachdem die Perlenbachtalsperre aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit Ende Oktober mit einem Pegelstand von 456,88 Meter über Normalnull einen neuen historischen Tiefstand erreicht hatte, dauerte es jetzt nur fünf Tage, bis sie wieder voll war.

Anfang Dezember hätten die Niederschläge für einen „katapultähnlichen Anstieg“ gesorgt, sagt der Leiter des Wasserwerks Perlenbach, Derk Buchsteiner. Inzwischen ist die Talsperre so voll, dass sie wieder überläuft.

Der schnelle Anstieg sei durch ein ungewöhnlich großes Einzugsgebiet von 60 Quadratkilometern mit vielen Bächen und der recht kleine Dimension der Talsperre zu erklären. „Das ist mit einem großen Trichter für einen recht kleinen Wasserkörper vergleichbar“, sagt Buchsteiner.

Eine weitere Erklärung liefert Marcus Seiler vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER). Im Sommer würde der Niederschlag schnell von der Vegetation aufgesogen und über die Blätter rasch wieder verdunsten. „Dann müsste es schon lang anhaltend regnen, damit in den Talsperren etwas ankommt.“ Mit dem Ende der Vegetation könnten sich die Böden aber vollsaugen und das Wasser in die Bäche abgeben. Dann würden auch ein paar Tage Regen schon recht viel bringen. Aber auch andere Faktoren wie die Schneeschmelze könnten die Talsperren recht schnell wieder füllen, erklärt Seiler.

Foto: grafik

Inzwischen läuft das Wasser des Obersees auch wieder in den Hauptsee, und der Wasserstand der Urfttalsperre reicht an den freizuhaltenden Hochwasserschutzraum heran. Die Wehebachtalsperre ist allerdings noch nicht so gut gefüllt. Dies liege an ihrem eher schwachen Zuflussgebiet, sagt Seiler und hält fest: „Aus unserer Sicht darf es gerne auch noch ein paar Tage länger regnen.“

Die fast ein halbes Jahr anhaltende Trockenheit führte nicht nur zu einem historischen Tiefstand der Perlenbachtalsperre. Der ausbleibende Regen führte auch dazu, dass der Monschauer Wasserversorger das Trinkwasser für seine Kunden zeitweise komplett aus der Trinkwasseraufbereitungsanlage der WAG in Roetgen beziehen musste. Rückblickend spricht Buchsteiner von einer angestrengten Situation. Der Wasserbezug aus Roetgen sei nämlich nur in außergewöhnlichen Fällen oder Notlagen vorgesehen und nicht auf Dauer ausgelegt, da die Versorgung dann nicht wie gewöhnlich über zwei Leitungen, sondern ausschließlich über eine sichergestellt werde. „Das heißt, wenn es zu einem Ausfall der Leitung gekommen wäre, wäre es wirklich problematisch geworden und es hätte auf die eiserne Reserve in der Talsperre zurückgegriffen werden müssen, um dem Versorgungsauftrag nachzukommen“, sagt Buchsteiner. Außerdem sei man in diesem Fall nicht selbst Herr des Verfahrens. „Das vertraglich gesicherte Kontingent hatten wir bereits ausgeschöpft, den Kollegen in Roetgen war es nur möglich, uns weiter zu beliefern, weil es in der Eifel einen Verbund der Talsperren gibt“, erläutert Buchsteiner.

Inzwischen läuft das Wasser des Obersees auch wieder in den Hauptsee. Foto: psm

Zu diesem Verbund gehören die Dreilägerbachtalsperre, die Kalltalsperre, der Obersee und zeitweise der Urftsee, und davon profitiert in außergewöhnlichen Fällen und Notlagen auch der Wasserversorgungszweckverband Perlenbach.

Mit einer Erhöhung des Wasserpreises für die Kunden sei nicht zu rechnen, das Jahresergebnis 2018 sei nicht gefährdet, sagt Buchsteiner. Im Juni und Juli habe es aufgrund der Trockenheit eine hohe Nachfrage gegeben, wodurch Mehreinnahmen von mindestens rund 300.000 Euro zu verzeichnen seien. So könnten die Kosten für den Wasserbezug aus der Trinkwasseraufbereitungsanlage in Roetgen nahezu ausgeglichen werden.

Mit Blick auf mögliche weitere Trockenperioden gelte es, auf die Rohwasservorräte zu achten und die Art der Aufbereitung auf niedrige Pegel einzustellen, sagt Buchsteiner. Auf die kommenden Wochen und Monate schaut er aber recht sorglos, „weil die Historie in dieser wasserreichen Zeit zeigt, dass der Zufluss den Bedarf deutlich überschreitet“. Im langjährigen Mittel betrage die Entnahme aus der Perlenbachtalsperre für die Trinkwasserversorgung gerade mal acht Prozent des Jahreszuflusses.

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