Pegel steigen: Talsperren in der Eifel sind gut gefüllt

Nach dem starken Regen : Pegel der Talsperren sind deutlich angestiegen

Die Talsperren in der Nordeifel sind so voll wie seit einigen Jahren nicht mehr. Der starke Regen hat in der vergangenen Woche die Pegel deutlich ansteigen lassen.

Bis auf die Wehebachtalsperre seien alle Talsperren für diese Jahreszeit weit über dem Durchschnitt gefüllt, sagt Marcus Seiler vom Wasserverband Eifel-Rur (WVER).

In Rurberg bietet sich am Paulushofdamm am Überlauf des Obersees in den Rursee ein seltenes Bild: Der Rursee ist so voll, dass er mit dem Obersee nahezu auf gleicher Höhe liegt. „Wir hatten heftige Zuflüsse von bis zu 152 Kubikmeter Wasser pro Sekunde“, sagt Seiler. Am vergangenen Samstag sei deshalb die Abgabe aus der Rurtalsperre auf den Maximalwert von 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde hochgefahren worden. Das sei statistisch gesehen alle sechs Jahre der Fall, zuletzt im Jahr 2011 nach der Schneeschmelze.

Als die Zuflüsse in dieser Woche nach dem Regen wieder sanken, sei die maximale Abgabemenge noch bis Mittwoch aufrechterhalten worden, um die Hochwasserschutzräume freizufahren, sagt Seiler. Diese Hochwasserschutzräume werden vorgehalten, um die Wassermassen bei extremen Witterungsbedingungen aufzufangen. „Ein Überlauf der Rurtalsperre muss nämlich unbedingt verhindert werden, da die Situation unterhalb der Talsperre sonst nicht mehr zu kontrollieren wäre“, sagt Seiler.

Aber auch so gab es in der vergangenen Woche im weiteren Verlauf der Rur schon Probleme mit Überschwemmungen. In Jülich führte die Rur am vergangenen Samstag bei einem Pegelstand von 3,08 Metern bis zu 138 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das ist mehr als das Zehnfache des normalen Wertes. Mehr als die Hälfte der Wassermassen sei damit nicht aus dem Rursee gekommen, sondern aus der Kall und der Inde, die am Samstag bis zu 30 beziehungsweise 50 Kubikmeter pro Sekunde führten. „So gesehen hat die Talsperre 90 Kubikmeter geschluckt, die sonst noch zusätzlich in der Rur gewesen wären“, sagt Seiler.

Inzwischen sei nun ein Punkt erreicht, an dem der Hochwasserschutz an den Talsperren sichergestellt und ausreichend Kapazität für den nächsten starken Regen vorhanden sei, erklärt der Sprecher des WVER. Man werde den Pegel der Rurtalsperre in den kommenden Tagen aber noch etwas weiter absenken. Da die Zuflüsse nicht mehr so stark seien, reiche dafür auch eine Abgabe von 40 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus.

An der Urfttalsperre sei der Hochwasserschutzraum am vergangenen Wochenende schon deutlich in Anspruch genommen worden. „Hätte es weiter geregnet, dann wäre sie wahrscheinlich übergelaufen“, sagt Seiler. Rund 45,5 Millionen Kubikmeter Wasser kann die Urfttalsperre aufnehmen, am Wochenende lag der Spitzenwert bei 43,45 Millionen Kubikmeter Wasser. „In diesem Fall wäre ein Überlaufen aber nicht weiter dramatisch, da das Wasser in den Obersee fließen würde und nicht in einen Unterlauf, wo es Schäden verursachen könnte“, erklärt Seiler.

Die hohen Pegel haben für den WVER auch einen positiven Aspekt. „Aus unserer Sicht kann der nächste trockene Sommer kommen. Wir haben genügend Reserven, um unsere Aufgaben zu erfüllen“, sagt Seiler.

Die Perlenbachtalsperre in Monschau war schon vor dem starken Regen gut gefüllt. „Die Perlenbachtalsperre hat nicht genügend Stauraum, um solche Wassermengen auch nur zum Teil vorsorglich für schlechte Zeiten zu speichern“, sagt der Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach, Derk Buchsteiner. Was in der vergangenen Woche an Wasser in die Talsperre strömte, floss daher auch gleich wieder ab. An einem Tag sei der Inhalt der Talsperre von 750.000 Kubikmeter bei einem Abfluss von mehr als 2 Millionen Kubikmeter quasi dreimal ausgetauscht worden. „Das ist dem großen Einzugsgebiet der Talsperre von mehr als 60 Quadratkilometern zuzurechnen“, erläutert Buchsteiner.

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