Nordeifel: Orkan „Burglind”: Sturmschäden im Eifelwald nicht dramatisch

Nordeifel : Orkan „Burglind”: Sturmschäden im Eifelwald nicht dramatisch

Als das Sturmtief Burglind in der vergangenen Woche über die Nordeifel hinweg zog, waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu beseitigen. Einige Tage später können jetzt auch die Förster eine Bilanz der Schäden ziehen, die der Sturm in den Wäldern hinterlassen hat.

Die größten Schäden in den drei Nordeifelkommunen entstanden in der Gemeinde Simmerath. Die Windwürfe und Brüche belaufen sich hier auf 1000 bis 1500 Festmeter Holz, schätzt Simmeraths Gemeindeförster, Dietmar Wunderlich. Das sind 10 bis 15 Prozent des Jahreseinschlags, denn normalerweise werden im Simmerather Gemeindewald pro Jahr rund 10.000 Festmeter geerntet. „Ein Drama ist das nicht, der wirtschaftliche Schaden hält sich in Grenzen“, sagt Wunderlich.

Relativ untypisch sei gewesen, dass der Wind aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen angegriffen habe, und dass es sowohl auf den Höhenlagen als auch in den Talbereichen, wo man es weniger vermuten würde, zu Schäden gekommen sei. Durch den anhaltenden Regen seien die Böden aufgeweicht, wodurch der Sturm insbesondere bei den Fichten mit ihren flachen Wurzeln Schäden verursacht habe. In solchen Fällen komme es dann auch oft zum Domino-Effekt.

Daher habe es neben einzelnen Schäden in einzelnen Bereichen auch sogenannte Nester beziehungsweise Flächenwurf gegeben. Die Nester seien relativ schnell aufgearbeitet, aber einzelne beschädigte Bäume, der sogenannte Einzelwurf, halte natürlich auf. „Denn man muss jede einzelne Abteilung durchkämmen, sonst werden die betroffenen Bäume schnell zu Brutmaterial für den Borkenkäfer“, erklärt Wunderlich.

Auch wenn die Schäden nicht dramatisch seien, habe der Sturm dafür gesorgt, dass die Bestände an einigen Stellen aufgerissen seien und so neuen Stürmen eine Angriffsfläche geboten werde. „Deshalb hoffen wir, dass jetzt kein weiterer heftiger Sturm mehr folgt. Dann ist das kein Problem für den Holzmarkt, diese Kapazität kann er aufnehmen“, sagt Simmeraths Gemeindeförster.

In der Gemeinde Roetgen belaufe sich der Schaden auf etwas mehr als 500 Festmeter. „Das ist im Rahmen der üblichen Erfahrungswerte. Wir haben vergleichsweise Glück gehabt“, sagt Roetgens Gemeindeförster, Wolfgang Klubert. In normalen Jahren seien 1000 Festmeter an Windwurf und Käferholz eingeplant. Geerntet würden im Roetgener Gemeindewald üblicherweise zwischen 6000 und 7000 Festmeter pro Jahr. Auch im Roetgener Gemeindewald habe der Sturm an einigen Stellen zugeschlagen, „die sonst nicht zu den üblichen Verdächtigen gehören“.

Schäden habe es auch im Monschauer Stadtwald gegeben, sagt Kämmerer Franz-Karl Boden. Hier habe es aber nur Einzelwürfe und -brüche gegeben, keine Flächenwürfe. In Summe kämen so rund 300 Festmeter zusammen. „Ein überschaubarer Schaden“, sagt Boden. Üblicherweise würden im Monschauer Stadtwald rund 9500 Festmeter Holz pro Jahr geerntet. Der Schaden liege also bei etwa 3 Prozent des Jahreseinschlags.

Auch auf den Wald- und Wanderwegen müssten herabgefallene Äste und umgestürzte Bäume beseitigt werden. Das sei forstwirtschaftlich gesehen aber ohne Bedeutung, sagt Boden. Auf den normalen Wegen könne der Wald inzwischen auch wieder gefahrlos betreten werden. Dennoch sei eine gewisse Vorsicht geboten. Man habe gewissenhaft kontrolliert, trotzdem seien nach einem solchen Sturm aber Restschäden, die noch nicht entdeckt wurden, nicht ausgeschlossen.

In Roetgen wurde am Montag mit den Aufräumarbeiten begonnen. Zuvor sei dies zu gefährlich gewesen, erläutert Klubert. Er bittet deshalb um Verständnis, wenn Wege noch versperrt sein sollten. „Das wird nach und nach abgearbeitet“, sagt der Förster.

Im Simmerather Gemeindewald sei der größte Teil der Wege wieder frei. Gleichwohl solle man nach einem Sturm weiterhin sensibel sein, da nicht ausgeschlossen sei, dass noch Äste herabfallen oder Bäume in Schieflage doch noch weiter kippen. „Aufmerksam zu sein ist wichtig“, sagt Wunderlich.