Höfen: Ölgemälde als Eindrücke aus der Heimat

Höfen: Ölgemälde als Eindrücke aus der Heimat

Ein echter Eifeler Jung ist der Maler Manfred Hilgers. 1937 wurde er in Dreiborn geboren, lebt jedoch mit seiner Ehefrau Maria seit 1963 in deren Elternhaus in Höfen.

Auch die beiden Kinder, die aus der im Jahre 1963 geschlossenen Ehe hervorgingen, sind in der Nähe geblieben. Während Tochter Andrea mit den beiden Enkelkindern und Ehemann ebenfalls in Höfen „gerade über die Straße” wohnt, hat es Sohn Thomas nach Aachen verschlagen.

Die realistischen, in einer geradezu altmeisterlichen Technik gemalten Ölgemälde von Manfred Hilgers sind nicht nur in der Eifel, sondern weithin bekannt und begehrt. Seit 1983, seiner ersten Ausstellung in der damaligen Kreissparkasse in Monschau, hat er seine Werke bisher in über 40 Ausstellungen in Deutschland, aber auch im benachbarten Ausland gezeigt. Einige seiner Werke sind sogar nach Übersee gegangen. Zudem zieren riesige Wandmalereien einige öffentliche Häuser.

Schon als Kind gemalt

Zumeist sind es Eindrücke aus seiner geliebten Heimat, die er in seinem unnachahmlichen Stil darzustellen weiß. So fühlt der Betrachter sich hineingezogen in die Bilder von Landschaften der Eifel oder des Hohen Venns mit ihrem wechselvollen Spiel von Licht und Schatten, geheimnisvollen Mooren, dichten Wäldern, altehrwürdigen Bauten oder ihren Tieren, die durch ihren lebendigen Ausdruck faszinieren.

So wie er aufwuchs, nämlich im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern, war nicht zu ahnen, dass er einmal einen großen Teil seines späteren Lebens der Kunst widmen würde, obwohl er schon als Kind einen Hang zu Pinsel und Farbe verspürte. Er war durch die Mutter, die ebenfalls gern malte, erblich vorbelastet. Durch Heirat und Beruf geriet die Malerei viele Jahre für ihn zwar nicht ganz in Vergessenheit, aber ihm fehlte nicht nur die Zeit, sondern auch ein Anstoß. Bis er eines Tages - da war er bereits 45 Jahre alt - Lust verspürte, es wieder einmal mit dem Malen zu versuchen. Er lieh sich von der Mutter den Ölmalkasten und malte einfach drauflos.

Was dabei herauskam, ist erstaunlich, nämlich ein perfektes, 60 mal 80 cm großes Gemälde der Dreiborner Burg. Dabei hatte er vorher niemals mit Ölfarben gemalt. Daraufhin wünschte sich ein Bekannter ein Bild von Wollseifen. Auch dieses Werk gelang ihm auf Anhieb. „Jetzt hatte ich sozusagen Blut geleckt”, so Hilgers. Von nun an hielt ihn nichts mehr davon ab, sein angeborenes Talent auszuleben.

Seine Technik verbesserte er durch Fortbildungen bei namhaften Kunstpädagogen. Heute unterrichtet er von Zeit zu Zeit selbst und ist Mitglied in einigen Künstlerverbänden, zum Beispiel seit zehn Jahren im Förderverein Maler der Eifel und im Kunstkreis Nordeifel.

Obwohl Hilgers viele Jahre den „Drums & Pipes” in Dreiborn angehörte, bezeichnet er sich nicht als ausgesprochen musikalisch. Er hat aber immerhin das Rhythmusgefühl, das er als Trommler brauchte. Auch schriftstellerisch hat er sich betätigt. 1996 veröffentlichte er ein Buch mit Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit in der Eifel. Es trägt den Titel „Kram, Schabau und Meeresblau”. Es fand seinerzeit ein großes Echo. Derzeit überlegt er, ob er den Inhalt noch einmal überarbeitet und neu auflegen lässt, ist sich allerdings nicht sicher, ob die vergangenen Zeiten heutzutage überhaupt noch von großem Interesse sind.

Noch genug Motive auf Lager

Seine Bilderserie „Vergangenes Jahrhundert” oder „Leben auf dem Lande” mit den Darstellungen arbeitender Menschen allerdings fand großen Anklang - besonders auch bei der jüngeren Generation. Das Hilgers-Haus birgt eine große Zahl seiner beeindruckenden Werke. Und es kommen immer neue hinzu, denn seine Begeisterung für die Malerei hat in keiner Weise nachgelassen. „Die Ideen für Motive gehen mir noch längst nicht aus”, betont er. Besucher oder Interessenten seien willkommen. Es wird um telefonische Vorankündigung unter Tel. 02472/7497 gebeten.

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