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Nordeifeler Vogelbeobachtungen im Jahr 2018

Aus der Natur unserer Heimat : Vogelbeobachtungen im Jahr 2018

Mindestens 131 verschiedene Vogelarten wurden im Laufe des Jahres 2018 von den einheimischen Ornithologen registriert, davon dürften gut 80 Arten Brutvögel gewesen sein.

Die anderen waren Durchzügler, Überwinterer oder Nahrungsgäste aus anderen Regionen. Weiterhin, wie in den vergangenen Jahren, fehlten als ehemalige Brutvögel Rebhuhn und Grauspecht.

Sehr selten geworden sind die früher häufigen Vögel der Feldflur: Feldlerche, Bluthänfling, Goldammer, Feldsperling. Braunkehlchen, die in Feuchtwiesen brüten, wurden in den Monaten Mai, Juni und Juli nur im Naturschutzgebiet (NSG) Lenzbach, im Paustenbacher Venn, in den Quellwiesen Steckelbüchel bei Simmerath und im Tiefenbachtal bei Rollesbroich beobachtet, aber es konnte nicht festgestellt werden, dass Jungvögel gefüttert wurden, so dass man annehmen muss, dass Braunkehlchen als Brutvogel ausgefallen sind. Im Spätsommer und Herbst allerdings wurden Braunkehlchen an mehreren Stellen gefunden: Hatzevenn, Fischbachquellgebiet, ehemaliger Modellflugplatz, Lenzbach, bei Huppenbroich und bei Kalterherberg.

Der sehr seltene Baumfalke wurde beobachtet bei Roetgen, Kalterherberg, Mützenich und im oberen Kalltal. Als Brutvogel konnte er nicht nachgewiesen werden.

Mindestens acht Ornithologen konnten zwischen dem 21. April und 14. Juni im Bereich Hirschrott – Wüstebach – Hollersief mehrere gleichzeitig rufende Wendehälse hören. Dieser mit den Spechten verwandte Vogel könnte also Brutvogel in unserer Heimat gewesen sein.

Der Zilpzalp ist weiterhin ein häufiger Brutvogel in unserer Region, aber dass ein naher Verwandter, nämlich der Iberienzilpzalp hier gehört und beobachtet wurde, ist schon eine ornithologische Sensation. Mindestens zehn Ornithologen erkannten am Gesang und am Aussehen im Bereich Perlbachtal – Heistert bei Kalterherberg diese Rarität. Dieser Singvogel wurde 2018 in Deutschland sonst nur bei Dortmund, Cuxhaven und Papenburg an der Ems gesichtet.

Seltene Brutvogel waren auch Waldschnepfe, Turteltaube, Kuckuck, Schwarzmilan, Wespenbussard, Waldohreule, Hohltaube, Orpheusspötter, Sumpfrohrsänger. Nicht gebrütet am Obersee haben in 2018 Blässhuhn und Teichhuhn. Der Kolkrabe wurde zwar regelmäßig im Beobachtungsgebiet registriert, aber ein direkter Brutnachweis für unsere Region fehlt immer noch. Mindestens 35 Raben wurden im Grenzgebiet bei Mützenich am 19. Oktober in der Abenddämmerung gezählt.

Die üblichen Durchzügler waren Kraniche, Bergfinken, Ringdrosseln, Schafstelzen, Steinschmätzer, seltene Durchzügler waren Brandgans, Fischadler, Rohrweihe, Gänsesäger, Knäkente, Löffelente, Haubentaucher, Heidelerche. Vogelarten, die hier überwintern, waren Silberreiher, Zwergschnepfe, Rotdrosseln, Raubwürger, Eisvogel.

131 beobachtete Vogelarten ist natürlich eine stattliche Anzahl, aber diese Zahl darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine ganze Reihe von Vogelarten wegen Nahrungsmangel (Insekten) weitaus seltener zu beobachten sind als noch vor 20 Jahren. Unsere bäuerliche Kulturlandschaft hat sich grundlegend geändert und damit auch die Tier- und Pflanzenwelt.

(gük)