Simmerath: Nicht alle Eltern können für OGS zahlen

Simmerath: Nicht alle Eltern können für OGS zahlen

Rund 20 Prozent der Eltern können den monatlichen Beitrag in Höhe von 50 Euro für die Betreuung in der Offenen Ganztagstagsschule (OGS) in der Gemeinde Simmerath nicht leisten. Dennoch muss kein Kind auf das Angebot verzichten, denn es werden immer Wege und Lösungen gefunden, um das seit 2005 in der Gemeinde existierende Angebot der ganztägigen Betreuung in den vier Grundschule allen Interessenten zugänglich zu machen.

Eine „Erfolgsgeschichte” nannte Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns daher auch das Projekt „Offene Ganztagsschule im Rahmen der Mitgliederversammlung des Trägervereins, die jetzt im Rathaus mit rund 30 anwesenden Mitglieder stattfand. Insgesamt zählt Verein 51 Mitglieder.

Aufgabe und Zweck des im März 2005 gegründeten Vereins ist es laut Satzung, „die Förderung der Ganztagsschule in der Gemeinde, die Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungssituation zu verbessern und eine Förderung der teilnehmenden Schüler zu gewährleisten.”

Der Trägerverein Offene Ganztagsschulen in der Gemeinde Simmerath hat inzwischen den Umfang eines kleines Unternehmens angenommen, wie aus dem Bericht des Vorsitzende Dr. Jürgen Kremer hervorging. Kremer sprach von „zwei spannenden Jahren” und „viel Bewegung”.

Die Professionalisierung der der Geschäftsführung habe sich stabilisiert; das in der alten Schule in der Bickerather Straße eingerichtete Büro garantiere einen geordneten Betrieb. Derzeit überlege man, die Geschäftsführung auch um eine pädagogische Leitung zu erweitern.

Der Trägerverein, ergänzte der Bürgermeister, sei „ein Garant für Qualität” an den Simmerather Grundschulen.

Spenden fangen Defizit auf

Die betriebswirtschaftliche Führung des Trägervereins liegt in den Händen von Geschäftsführerin Isabell Benkwitz. Der Jahresetat des Trägerverein liegt inzwischen bei stolzen 220000 Euro, wobei die Hälfte der Ausgaben für Gehälter sowie Übungs- und Kursleiter benötigt wird.

Die Ausgaben im zurückliegenden Geschäftsjahr lagen allerdings bei rund 232.000 Euro. Das durch nicht eingehende Elternbeiträge entstandene Defizit konnte durch ein beträchtliches Spendenaufkommen (7900 Euro von Unternehmen und 3500 Euro von Privatleuten) ausgeglichen werden.

Der OGS-Trägerverein ist zuständig für die Offenen Ganztagsschulen in Lammersdorf, Simmerath, Steckenborn, ferner für die 8 bis 13-Betreuung in Lammersdorf und Steckenborn. Außerdem führt der Verein gegen Erstattung die betriebswirtschaftliche Abwicklung der Betreuungsmaßnahmen an der Förderschule Eicherscheid.

Derzeit werden an den vier Grundschulen 125 OGS-Kinder betreut sowie 49 Kinder innerhalb der Maßnahme 8 - 13 Uhr.

Der Trägerverein beschäftigt insgesamt 26 Kräfte auf 400 Euro-Basis sowie 23 Betreuer sowie 35 Kursleiter (darunter 24 externe und 11 Kräfte, die auch zugleich in der Betreuung eingesetzt sind). Für das Projekt ”Kein Kind ohne Mahlzeit” standen im vergangenen Jahr 5800 Euro seitens des Landes zur Verfügung.

In den einzelnen Grundschulen der Gemeinde Simmerath ist der Bedarf nach OGS-Betreuung sehr unterschiedlich. Von den 98 Kindern, die die Grundschule Kesternich besuchen, sind 18 Kinder bei der 8-13 oder der 13plus-Betreuung angemeldet, teilweise aber nur an bestimmten Tagen. Für die Einrichtung einer OGS, berichtete Schulleiterin Heike Bitter, habe es nie ausreichend Bedarf gegeben.

177 Schüler besuchen die Grundschule Lammersdorf, 53 Kinder nehmen das OGS-Angebot in Anspruch, weitere 28 Kinder sind in der Maßnahme 8-13 angemeldet, berichtete Schulleiterin Marianna Stiel. Acht Betreuerinnen und eine Kraft für den Mittagstisch stehen zur Verfügung; es werden sieben externe und acht interne Kurse angeboten.

An der Grundschule Simmerath sind 50 Kinder in der OGS, 17 Kinder werden im Rahmen des Angebotes 8-13 betreut. Schulleiterin Bettina Fricke kann auf 12 Betreuerinnen sowie zwei Jahrespraktikanten zurückgreifen, die zusammen 11 Kurse anbieten.

Mit Beginn des Schuljahres wurde ein neuer Raum für das OGS-Angebot an der Grundschule Steckenborn eingerichtet. Schulleiter Reinhold Franck hofft, dass die Zahl von bisher 22 teilnehmenden Kindern noch gesteigert werden kann, wenn demnächst ein eigener Bus für die Kinder aus Woffelsbach und Rurberg eingesetzt wird. Sechs Betreuerinnen sind in Steckenborn für sieben Kurse zuständig.

Fortbildung wünschenswert

Eine angeregte Diskussion gab es dann noch zum Thema Fortbildung für Mitarbeiter und Betreuer an den OGS-Schulen. Marianna Stiel bedauerte, dass es keine für die Bedürfnisse der OGS zugeschnittenen Fortbildungsmaßnahmen gebe. Einig waren sich die Mitglieder, dass eine Fortbildung insbesondere für die Bereiche Hausaufgabenbetreuung und Umgang mit schwierigen Kindern wünschenswert sei. „Die Kinder werden immer schwieriger, die Eltern aber auch”, berichtete die für Lammersdorf und Steckenborn zuständige OGS-Koordinatorin Doris Läufer aus ihren Erfahrungen.

Als konkrete Maßnahme schlug Günter Scheidt vor, dass der Trägerverein sich um eine qualifizierte Fortbildungsveranstaltung bemühen möge, die dann für alle OGS-Betreuer zentral angeboten werden könne.

Schließlich gab es noch Ergänzungswahlen im OGS-Trägerverein. Martina Haas wurde zur neuen Kassiererin gewählt, Karl-Heinz Haskenhoff wird als Beisitzer den erweiterten Vorstand verstärken.

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